StartseiteRegionalUckermark20 Anlaufstellen für Katastrophenschutz im Aufbau

Landkreis Uckermark

20 Anlaufstellen für Katastrophenschutz im Aufbau

Prenzlau / Lesedauer: 3 min

Das Land Brandenburg will beim Katastrophenschutz vorangehen und wohnortnahe Notfall–Anlaufstellen schaffen. Noch sind aber viele Fragen offen.
Veröffentlicht:26.06.2023, 10:37

Artikel teilen:

Spätestens bis Ende 2024 sollen im Landkreis Uckermark insgesamt mindestens 20 sogenannte Katastrophenschutz–Leuchttürme entstehen. Sie sollen der Bevölkerung in zahlreichen Orten des Kreises als sichere Anlaufstellen in Katastrophenfällen zur Verfügung stehen, zum Beispiel bei einem langanhaltemden Stromausfall, einem Blackout. Das bestätigte die Kreisverwaltung dem Uckermark Kurier auf Nachfrage. Finanziert wird die Erstausstattung vom Land Brandenburg, das landesweit 308 sichere Anlaufstellen plant. Brandenburg ist eigenen Angaben zufolge damit das erste der 16 Bundesländer, das solch eine Katastropheninfrastruktur aufbaut. Dafür werden insgesamt 40,2 Millionen Euro zur Verfügung gestellt, wovon 2,6 Millionen Euro auf die Region entfallen. Es gibt somit einen Festbetrag von 130.000 Euro pro „Katastrophenschutz–Leuchtturm“.

Zur Einrichtung der sicheren Anlaufstellen sollen nach Angaben der Kreisverwaltung bestehende Infrastrukturgebäude, wie Sporthallen, Gemeindezentren oder Feuerwehrgerätehäuser, genutzt werden, die sich besonders gut für eine Umrüstung eignen. Es soll stets eine Ersatzstromnetzanlage geben, die bei einem Ausfall des regulären Stromnetzes Elektroenergie bereitstellt. Zum Betrieb der Elektrizitätsanlage sei auf jeden Fall ein gefüllter Kraftstoffbehälter vorgesehen. Ausreichend Steckdosen sollen für das Aufladen von Handys und anderer mobiler Geräte vorhanden sein.

Umfangreiche Mindestausstattung

Darüber hinaus seien auf jeden Fall die Möglichkeit der Beheizung der Räume, Trinkwasservorräte und Möglichkeiten zum Aufwärmen von Nahrung vorgesehen, hieß es. Auch Sitzgelegenheiten, Kommunikationseinrichtungen, sanitäre Anlagen und jeweils eine Erste Hilfe seien vorgeschrieben. Die Auswahl der Gebäude und die konkrete operative Ausrüstung der Anlaufstellen soll in den Händen der jeweiligen Kommunen liegen, so die Kreisverwaltung. Die finanziellen Mittel für die Erstausstattung stellt der Kreis aus Landesmitteln bereit, jeweils 130.000 Euro pro „Katastrophenschutz–Leuchtturm“. Die Anlaufstellen betriebsbereit und instand zu halten, sei Aufgabe der Kommunen, da sie in der Regel Eigentümer der Einrichtungen seien, teilte die Kreisverwaltung mit.

Inwieweit die vorgesehenen 130.000 Euro für die Erstausstattung reichen und wie der weitere Betrieb finanziert wird, lasse sich derzeit jedoch noch nicht absehen, teilte die Stadt Prenzlau auf Nachfrage des Uckermark Kurier mit. Das müsse man sehen, nachdem die Ausschreibung erfolgt ist. In der Kreisstadt ist Angaben der Stadtverwaltung zufolge derzeit eine Not–Anlaufstelle vorgesehen. Sie soll in der Uckerseehalle untergebracht sein. Wann die Ausstattung zur Verfügung stehe und die Einrichtung abgeschlossen sei, kann die Stadtverwaltung ebenfalls noch nicht genau benennen.

Uckerseehalle als Standort

Auf jeden Fall soll es in der Uckerseehalle eine autarke Stromnetzanlage, einen Kraftstofftank, eine Heizung, Trinkwasservorräte und die weiteren vorgeschriebenen Einrichtungen geben.

Auch in Templin sind auf Anfrage des Landkreises schon Vorarbeiten für eine oder mehrere Notfall–Anlaufstellen erfolgt. Ein genauer oder mehrere genaue Standorte stehen aber noch nicht fest. Grundsätzlich seien aber Immobilien in Trägerschaft der Stadt für die notwendigsten Vorhaltungen vorgesehen, teilte Rico Bechly, Templins Ordnungsamtsleiter auf Anfrage mit. Infrage kämen dafür beispielsweise die Sporthallen der Goetheschule sowie der Egelpfuhlschule.

Ausstattung noch nicht genau spezifiziert

Die genaue Ausstattung könne derzeit noch nicht spezifiziert werden, nicht zuletzt aufgrund des erheblichen finanziellen Aufwands müsse diese im Detail mit dem Landkreis abgestimmt werden. Bereits jetzt voll arbeitsfähig bei einem Blackout sei aber das Feuerwehrgerätehaus in der Templiner Seestraße.