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60 Jahre BKK - und die Narren in Brüssow laufen zur Hochform auf

Brüssow / Lesedauer: 3 min

Die Brüssower Karnevalisten lassen sich vom Nebel und dem Verlust ihrer bislang traditionellen Narrenburg nicht abschrecken und küren zum Jubiläum ihr 60. Prinzenpaar. 
Veröffentlicht:11.02.2024, 13:02

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„Wenn Ihr nicht unsere Gäste seid, brauchen wir keinen Karneval zu machen“, dankte der Zeremonienmeister des Brüssower Karneval Klubs (BKK), Ronald Hanisch, dem zahlreich zu Umzug und Marktspektakel erschienenen Publikum. Und tatsächlich war für das Abendprogramm des BKK, der zugleich sein 60. Jubiläum feierte, nur noch eine einzige Restkarte zu haben.

Der Brüssower Karnevalsumzug, angeführt von BKK-Präsident Mario Geister, führte vorbei an der alten Narrenburg "Zum Schwan".
Der Brüssower Karnevalsumzug, angeführt von BKK-Präsident Mario Geister, führte vorbei an der alten Narrenburg "Zum Schwan". (Foto: Ines Baumgartl)

Ausgerechnet in diesem Jahr musste die traditionelle Narrenburg aufgegeben werden. An der Gaststätte „Zum Schwan“ vorbei wurde deshalb auf dem Markt eine Ehrenrunde gedreht, bevor es beim Umzug in Brüssow auf die Suche nach dem diesjährigen (bis zuletzt geheim gebliebenen) Prinzenpaar René und Karina Gnodtke ging, das dann in das über lange Jahre liebevoll gehegte Trabi-Cabrio steigen durfte. Mit Absicherung durch Feuerwehr und Polizei, Musik aus dem Lautsprecherwagen, Späßchen wie der „Finkenkrug-Tankstelle“, an der „Heiße Pflaume“ und andere Schlückchen gereicht wurden, und der steigenden Spannung, wer denn bei diesem 60. Mal das Ehrenpaar sein würde, schlossen sich mehr und mehr Menschen dem Umzug an. Elferratmitgliedern, Zeremonienmeister, Funkengarde und Konfettikanone voran schritt Präsident Mario Geister.

"60 tolle Jahre BKK - und wir sind immer noch da"

Wegen des trüben Wetters wurde darauf verzichtet, Scheinpaare einzufangen, dies tat jedoch der Stimmung keinen Abbruch. „60 tolle Jahre BKK – und wir sind immer noch da“ schallte dann mit viel „Helau“ auch das diesjährige Motto über den Brüssower Markt. Dass der 1963 gegründete Verein nicht mit Nachwuchsproblemen zu kämpfen hat, war an der gut besetzten Funkengarde zu merken, die sich auch auf dem gepflasterten Boden mit einem Tanz bewährte. Bürgermeister Michael Rakow ließ 60 kleine Sektflaschen an die Umstehenden verteilen und lobte bei seiner Rede das regsame Treiben des Karnevalvereins. „Nie hat die Turnhalle so gut ausgesehen wie heute“, sagte er unter großem Beifall.

Busgarage, dann Turnhalle, jetzt Narrenburg

Denn der BKK stand in diesem Jubiläumsjahr auch vor der großen Aufgabe, die Turnhalle, die früher mal eine Busgarage war, zu einer neuen Narrenburg umzuwandeln. „Da gab es viele Auflagen. Ohne Sponsoren wäre es gar nicht zu bewältigen gewesen, beispielsweise für Auslegware und Tanzboden zu sorgen, die das Parkett schont“, benannte Roland Hanisch nur eines der gelösten Probleme. Mit zwei Pfeilern, die die Sicht verstellen und fehlender Bühne habe man sich arrangieren müssen. Die 58 Mitglieder des Vereins, ihre Partner und Freunde hatten alle Hände voll zu tun. „Da war so viel Elan, um die Halle fertig zu stellen für Kinderkarneval und dreistündiges Abendprogramm. Das reicht vom Befestigen der Beleuchtung über die Bestuhlung bis hin zum Aufbau des Gefängnisses, aus dem nach Karnevalssitte nur ein Kuss oder eine Lage Alkoholisches befreien können.“

Traditionell im Trabi-Cabrio vorfahren durfte das 60. Prinzenpaar Karina und René Gnodtke.
Traditionell im Trabi-Cabrio vorfahren durfte das 60. Prinzenpaar Karina und René Gnodtke. (Foto: Ines Baumgartl)

Hanisch weiß, wovon er redet. Seit 2000 hat er das Amt des Zeremonienmeisters inne und muss auch mal mit Witzen reagieren, wenn zwischen Sketchen und Tanz eine längere Umzugspause nötig ist. Seine Frau Petra und er waren 1994 das 30. Prinzenpaar, sie trainierte 15 Jahre die Funkengarde. Wenn das Lied „Ja, beim BKK nachts um halb eins“, einst erdacht vom Schuster und Poeten Günter Stolzmann, erklingt und die Gäste freudig mitsingen und schunkeln, ist das wohl der größte Lohn für beide und alle Brüssower Karnevalsenthusiasten.