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Amtsgericht Schwedt

Ärger um falsches Kennzeichen an Auto

Schwedt / Lesedauer: 2 min

Auf einen Zeugen wartet das Amtsgericht Schwedt vergeblich — zweimal erschien er nicht. Nun gibt es einen Haftbefehl und er muss 150 Euro zahlen.
Veröffentlicht:24.04.2023, 13:07

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Ein polnischer Bürger, der in der Uckermark lebt und Handel mit Kraftfahrzeugen betreibt, ist vor dem Strafrichter des Schwedter Amtsgerichtes angeklagt gewesen, weil an einem seiner Fahrzeuge ein falsches Kennzeichen angebracht gewesen war.

„Ja, es war mein Wagen, aber ich habe das Kennzeichen nicht an das Auto angebracht“, dementierte der Angeklagte den Vorwurf der Staatsanwaltschaft entschieden. Angeblich soll es ein Kollege gewesen sein, der das Auto nach Polen bringen und dort dann verkaufen sollte. Der Wagen sei ja auch vor seinem Haus festgestellt worden.

Kennzeichen geklaut

„Er rief mich damals an und sagte, dass die Kennzeichen am Fahrzeug geklaut wurden. Da habe ich ihm andere, polnische Kennzeichen, gebracht. Die Autos habe ich immer mit einem Transporter hingefahren. Er sollte sie mir doch nur verkaufen, aber das hat nicht geklappt“, so die Schilderung des Angeklagten. Später habe er die Fahrzeuge dann selbst in Polen verkauft und keinen Kontakt mehr zu dem Kollegen.

Ein Polizeibeamter gab als Zeuge zu Protokoll, dass bei einer Streifentätigkeit die falschen Kennzeichen an dem Pkw festgestellt wurden, der vor einem Haus geparkt stand. Eine Abfrage bestätigte das. Wegen Verdacht des Kennzeichenmissbrauches wurde deshalb ein Ermittlungsverfahren eingeleitet und der Besitzer ausfindig gemacht, so der Beamte.

Zur Hauptverhandlung nicht erschienen

Doch der als Zeuge geladene Kollege des Angeklagten erschien nicht zur Hauptverhandlung. Auch beim Fortsetzungstermin glänzte der Mann mit Abwesenheit, und die eingeleitete Fahndung war auch beim dritten Fortsetzungstermin noch nicht erfolgreich. Daraufhin wurde ein Ordnungsgeld in Höhe von 150 Euro gegen den Zeugen angeordnet.

Auf die Frage der Richterin, ob der Kollege ihm gesagt hat, dass er die anderen Kennzeichen an das Fahrzeug angebracht hat, antwortete der Angeklagte: „Ja, das hat er mir so gesagt. Es war ein Fehler, das gebe
ich zu.“

Haftbefehl bleibt bestehen

„Sie haben sich mit der Übergabe der polnischen Kennzeichen und der Genehmigung der Anbringung strafbar gemacht“, stellte der Staatsanwalt fest. Eine Geldstrafe in Höhe von 20 Tagessätzen zu 20 Euro wegen Kennzeichenmissbrauch lautete seine Forderung. Auch die Strafrichterin teilte diese Auffassung und verurteilte den Angeklagten zu der beantragten 400 Euro–Geldstrafe. Der Haftbefehl gegen den fehlenden Zeugen bleibt bestehen. Nach seiner Festnahme muss er sich ebenfalls wegen dieser Tat verantworten.