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Gemeinsamer Protest

Bauern und Unternehmer – Handeln der Regierung schädigt unsere Betriebe

Uckermark / Lesedauer: 2 min

Am Montag riegelten Landwirte und Unternehmer mehrere Zufahrtsstraßen in der Uckermark ab. Trotz kilometerlanger Staus erfuhren sie dabei viel Verständnis für ihre Anliegen.
Veröffentlicht:12.02.2024, 13:51

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Die deutschlandweiten Bauern-Demos gehen weiter. Am Montag haben sich den Landwirten aus der Region Schwedt viele mittelständische Unternehmen angeschlossen. Die großen Zufahrtsstraßen der Stadt waren von Süden, Norden und Westen gesperrt. Traktoren, Pflüge und große Baufahrzeuge riegelten die Straßen ab. Rettungskräfte und Pflegedienste wurden durchgelassen.

Drei Buslinien blockiert

Die Uckermärkische Verkehrsgesellschaft konnte drei Buslinien nicht bedienen. Es bildeten sich kilometerlange LKW-Staus, denen die Weiterfahrt bis 18 Uhr verwehrt wurde.

Gruppenfoto mit Glücksbringer: Schornsteinfegermeister Silvio Felske (Mitte) aus Meyenburg bei Schwedt solidarisierte sich mit dem Protest der Bauern.
Gruppenfoto mit Glücksbringer: Schornsteinfegermeister Silvio Felske (Mitte) aus Meyenburg bei Schwedt solidarisierte sich mit dem Protest der Bauern. (Foto: Eva-Marina Weyer)

„Wir kriegen ganz viel Verständnis für diese Maßnahme“, sagte Oliver Rieck. Er war der Versammlungsleiter der Stand-Demo an der großen Kreuzung Vierraden/Blumenhagen. „Aber heute früh ist doch jemand ausgetickt, ist mit dem Pkw durch den Graben und wollte die Absperrung umfahren. Da hat die Polizei eingegriffen.“

"Spüren einen großen Zusammenhalt"

Celina Fischer und ihre Familie betreiben eine Landwirtschaft in Vierraden. „Wir sind seit über 20 Jahren ein Familienbetrieb mit Schwerpunkt Kartoffel- und Getreideanbau. Unser Betrieb wird durch das Handeln der Regierung stark geschädigt. Wir wollen heute ein Zeichen setzen und spüren durch das Mitmachen vieler Unternehmer einen großen Zusammenhalt. Das war schon bei der Demo in Berlin so, wo wir dabei waren“, sagte Celina Fischer. „Wir hoffen, dass wir unseren Betrieb halten können, aber das hängt von den politischen Rahmenbedingungen ab.“

Transportkosten belasten Betriebe

Der Zusammenhalt, von dem sie sprach, äußerte sich auch in der Solidarität von Baubetrieben, Transportunternehmen, Handwerkern sowie von Privatpersonen. Zeitweilig kam auch Schornsteinfegermeister Silvio Felske aus Meyenburg vorbei. Fuhrunternehmer machten deutlich, dass ihnen die seit Januar gestiegene Maut zu schaffen macht. Die Transportkosten würden steigen und belasteten die Betriebe.

Die Demos am Pinnower Kreisel zwischen Schwedt und Angermünde, an der B 166/Stendell und an der Kreuzung B 2/Vierraden-Blumenhagen waren von 5 bis 18 Uhr angemeldet. Meistens regnete es. Die Teilnehmer wärmten sich mit Kaffee und an Feuerschalen. Manche Bauern wechselten sich ab, weil sie ihre Tiere auf den Höfen füttern mussten.

Erst vor wenigen Tagen hatten Landwirte und Unternehmer Vertreter aller Kreistagsfraktionen in den Sitzungssaal der Templiner Stadtverwaltung eingeladen, um dort über ihre Erwartungen an die Politik zu sprechen. „Wir wollen Ihnen schildern, welche Probleme wir haben. Wir wollen, dass Sie hinter uns stehen und unsere Sorgen in die Landes- und Bundespolitik weitertragen. Es muss sich etwas ändern, es muss endlich wieder vorwärtsgehen“, so erklärte damals Handwerksmeister Lars Rieck. Vier Themenschwerpunkte benannte er, die verschiedenen Branchen auf den Nägeln brennen: Warum ist eine Mauterhöhung notwendig und wohin fließt das Geld? In die Verbesserung der Straßen in der Region unübersehbar nicht. Zu welchem Zweck wurde die Co2-Steuer eingeführt? „Umweltvorteile daraus können wir nicht erkennen“, so Rieck. „Warum importiert Deutschland Lebensmittel aus Ländern, die nicht unseren Standards entsprechen, anstatt regionale Bauern zu unterstützen?“ Gesprochen wurde zudem über die schlechte ärztliche Versorgung in der Region.