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Nahe Hammelspring

Bigpacks mit Bauabfällen in den Wald geworfen

Templin / Lesedauer: 2 min

Von zwei Fällen an der Landkreisgrenze Uckermark-Oberhavel, die auffällige Ähnlichkeiten aufweisen, berichtete ein Revierförster aus Zehdenick.
Veröffentlicht:16.02.2023, 10:37

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Es ist unglaublich, wie dreist manche Menschen sind, um Geld zu sparen. Davon zeugen Fälle von illegaler Müllentsorgung im Wald, über die Uwe Bleicke die Redaktion informierte. Zuletzt war ein Forstrevier genau an der Landkreisgrenze zwischen Hammelspring in der Uckermark und Vogelsang im Nachbarlandkreis Oberhavel betroffen, teilte der Revierförster von Zehdenick mit. Dort haben bislang unbekannte Täter gleich säckeweise Bauabfälle von Abrissarbeiten im Wald „entsorgt“, darunter etliche sogenannte Bigpacks, wie sie in der Baustoff-Logistik verwendet werden, mit Dachpappe.

Dieses Umweltvergehen ist nicht der erste Fall dieser Art. Vor circa 14 Tagen habe es bereits einen ähnlichen Vorfall bei Groß Väter gegeben. „Das Vorgehen gleicht sich auffallend. Die Bigpacks werden wie Perlen auf einem Seil aufgefädelt, das Seil selbst wird an einem Baum befestigt. Dann fährt der Lkw los und zerrt alle Bigpacks in einem Zug von der Ladefläche“, so Bleicke. Bei Groß Väter waren auf diese Weise acht solcher Behälter mit einem Kubikmeter Fassungsvermögen im Wald gelandet.

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Von solchen Vorfällen hat Uwe Bleicke bislang nur gehört. Das Vorgehen sei im Zusammenhang mit mobilen Bautrupps aus dem Ausland bekannt geworden. Um die Kosten für die ordnungsgemäße Entsorgung auf Deponien oder Wertstoffhöfen zu umgehen, wurden Bauabfälle im Wald entsorgt. Bei den Mengen, die jetzt gefunden wurden, kommen schnell einige tausend Euro zusammen, so der Revierförster.

Angesichts der Häufung solcher Vorfälle hat der Revierförster die Polizei eingeschaltet. Bei den jüngsten Fällen hat das Landeskriminalamt nach Angaben des Revierförsters Ermittlungen aufgenommen und Spuren gesichert. Dazu gehören unter anderem DNA-Spuren sowie Bauabfälle, die sich möglicherweise konkreten Baustellen oder gar Personen zuordnen lassen. Zum Beispiel mit Pappe ummantelte Stelzen, wie sie beispielsweise zum Aufständern einer Terrasse oder eines Flachdaches gedient haben könnten.

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Für Umweltdelikte in der Landschaft oder in der Natur hat das Land übrigens 2020 seinen Bußgeldkatalog verschärft. Demnach drohen bei der illegalen Entsorgung von Bau- und Abbruchabfällen von einem bis zu fünf Kubikmetern Geldstrafen in Höhe von 400 bis 2000 Euro, bei über fünf Kubikmetern zwischen 1000 und 10.000 Euro.

Uwe Bleicke teilte mit, dass sowohl die Oberförsterei Neuendorf als auch jede Polizeidienststelle sachdienliche Hinweise entgegennimmt, die auch vertraulich behandelt werden können.