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Teurer Genuss

Bis zu zwei Euro kostet eine Eiskugel in der Uckermark

Uckermark / Lesedauer: 4 min

Sonne und Eis, das passt gut zusammen. Mit den steigenden Temperaturen wächst bei Eisliebhabern auch wieder die Lust auf die gefrorene Spezialität. 
Veröffentlicht:06.05.2023, 09:36

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Hurra, endlich Sonne! Und was gibt es Schöneres, als vor der Eisdiele genussvoll ein Eis zu lecken? Doch so manchem Schleckermäulchen wird beim Anblick der Preise das Vergnügen verhagelt. Die allerorts bekannten Preissteigerungen machen auch vor den Eisdielen nicht Halt, denn die Einkaufskosten für Milch, Schlagsahne, Früchte und alle die anderen Zutaten, die für handwerklich hergestelltes Eis verwendet werden, haben sich fast verdreifacht.

Hinzu kommen Kalkulationen für Wasser, Abwasser, Energie, Reparaturen, Neuanschaffungen sowie der gestiegene Mindestlohn für Mitarbeiter, auch wenn diese nur als Aushilfe tätig sind.

Andrea Richter liebt Eis. In ihrer Boitzenburger „MoccaMilchEisbar‟ bietet sie handgemachte Sorten an
Andrea Richter liebt Eis. In ihrer Boitzenburger „MoccaMilchEisbar‟ bietet sie handgemachte Sorten an (Foto: Cindy Mutschler)

Diese Erfahrung hat auch Andrea Richter in ihrer „MoccaMilchEisbar“ in Boitzenburg gemacht. Diese betreibt sie seit 14 Jahren — von März bis Oktober, sechs Tage die Woche. Um 20 Cent hat sie in diesem Jahr den Kugelpreis gegenüber dem Vorjahr erhöht. „Ich hoffe, dass ich mit diesem Preis hinkomme. Auch bei den Kaffeespezialitäten, wie beispielsweise Cappuccino und Latte Macchiato, kam die Geschäftsführerin nicht um eine Erhöhung von zwanzig Cent drumrum.

Lediglich bei Kuchen und Torten konnte sie die Preise halten. „Meine Stammkunden wissen, was sie Leckeres erwartet. Sie schätzen den Unterschied zur Discounterware. Ich weiß, dass es ihnen nicht vorrangig um den Preis geht“, sagte Andrea Richter zuversichtlich.

Lecker ...
Lecker ... (Foto: Christophe Gateau)

Nur wenige Meter entfernt gibt es in Boitzenburg eine weitere Möglichkeit zum Eis schlemmen. Im Marstall des Schlosses Boitzenburg steht ein Eistresen, an dem die Kugel Eis in dieser Saison für 1,80 Euro verkauft wird. „Wir fahren gern nach Boitzenburg. Die Landschaft ist herrlich, es gibt viel zu entdecken. Erst kürzlich waren wir in der Klostermühle und haben uns angeschaut, wie der Müller früher lebte und arbeitete“, so Mariane Walter.

Die aus dem Raum Prenzlau stammende 43–Jährige war früher auch „gute Kundin“ beim Eiscafé Kolbe in Prenzlau, dass seit geraumer Zeit von Tony Kowalewski und seinem Team betrieben wird. Verkehrstechnisch günstig direkt an der B109 gelegen, ziehen vor allem die nur wenige Schritte entfernte Promenade am Uckersee und die große Terrasse vor dem „Finelly´s“ viele Gäste an. Der Renner, so verriet Tony Kowalewski, sei Finelly‘s Finest — cremiges Vanilleeis mit hausgekochter Karamellsoße und Baiserstückchen in weißer Schokolade. Immer wieder neue Kreationen, dass ist das Geheimnis der angesagten Eisdielen.

„Wir bieten in diesem Jahr unteranderem ein Eierliköreis sowie ein Gurken–Basilikum–Sorbet an“, so Kowalewski, der nicht vermeiden konnte, dass auch in seiner Eisdiele die Preise angehoben wurden. Stolze zwei Euro muss der Kunde für eine Kugel Eis ausgeben. Diese wird in einer frisch gebackenen Butterwaffel (oder aber im Pappbecher) über den Tresen gereicht.

Eis am Strand - viele Eisdielen bieten auch einen Außer-Haus-Verkauf an,
Eis am Strand - viele Eisdielen bieten auch einen Außer-Haus-Verkauf an, (Foto: nk/Archiv)

Lecker hört sich auch das Angebot aus dem Lychener Eiscafé „Zum Flößer“ an. Alexandra und Ronny Kletke, die vor zwei Jahren ihr Geschäft Am Markt 8a, eröffneten, stellen nicht nur ihr eigenes Eis her, sondern bieten zudem Veranstaltungen an, bei denen die Gäste Tomaten, Wein oder Eierlikör verkosten können. Vormerken sollten sich alle Genießer den 15. Mai. Die professionelle Verkostung von eiskaltem Prosecco beginnt um 18 Uhr und wird von einem erfahrenen Sommelier durchgeführt. Regionale Zutaten und Angebote liegen den Betreibern sehr am Herzen. „Für unsere Kaffeespezialitäten verwenden wir den Himmelpfort–Kaffee“. Auch dem kleinen Eiscafé, das sich direkt auf dem Marktplatz mit Blick zum Rathaus befindet, machen die steigenden Rohstoffpreise zu schaffen. „Wir haben den Preis pro Eiskugel um zehn Cent erhöht und liegen jetzt bei 1,60 Euro“, sagte die Inhaberin. Doch die Lust und die Kreativität soll nicht auf der Strecke bleiben und so gibt es auch ausgefallene Sorten wie Erdbeer–Minze mit Schoko und Spargeleis mit Erdbeeren.

Vanille, Schoko, Erdbeere usw. sind beliebte Sorten.
Vanille, Schoko, Erdbeere usw. sind beliebte Sorten. (Foto: Felix Heyder)

Ganz aus dem Rahmen fällt bei der Preisgestaltung eine Templiner Eisdiele, die von einem Berliner Eishersteller beliefert wird, bei dem sie 49 Sorten in der Saison ordern. Für nur einen Euro ist im Eiscafé Nico, direkt neben dem Templiner Museum, die Kugel Eis zu haben. „Zu unseren Kunden gehören viele Familien sowie Schulen und Kitas. Wir versuchen unsere Preise so gering wie möglich zu halten“, sagte Doreen Lubjineki. 16 verschiedene Eissorten gibt es hier immer. Besonders beliebt, so die Besitzerin, ist das dunkle Schokoladeneis, das auch schon Fans in Prenzlau, Fürstenberg und Zehdenick hat.

Nun muss heute nur noch die Sonne scheinen ...