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Stadtgrün

Darunter leiden Templins Straßenbäume

Templin / Lesedauer: 3 min

Die Stadt Templin kontrolliert regelmäßig den Zustand ihrer Straßenbäume. Aber pflanzt sie auch genügend nach? 
Veröffentlicht:29.11.2023, 18:27

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Im Bauausschuss forderten Stadtverordnete, die Stadt möge sich nach umstrittenen Baumfällaktionen Dritter für ergänzende Baumpflanzungen am Uferweg, am Rundweg des Stadtsees,  stark machen. Sie wünschten sich auch, erst den Baulastträger, das Wasser- und Schifffahrtsamt, in die Pflicht zu nehmen, bevor die Stadt eigene Mittel einsetze. In diesem Zusammenhang wurde die Frage laut, inwiefern die Stadt selbst auf ihren Flächen für ausreichend Nachpflanzungen von Großgrün sorge und ob dafür ausreichend Mittel zur Verfügung stehen.

Lückenbepflanzung nicht immer zeitnah

Stadtgärtnerin Swetlana Ginter vom Wirtschaftshof bestätigte, dass nicht jeder Baum, der aus dem Stadtbild verschwunden ist, wieder ersetzt werden konnte. Manchmal mache das auch nur zeitlich versetzt Sinn. Man nehme nur das Beispiel Prenzlauer Allee. Die Alleebäume seien am Ende ihres Lebens angekommen. Durch Straßenbau, Klimaveränderungen, Trockenheit seien sie zusätzlich angegriffen. So manch ein Baum war nicht mehr standsicher und musste entnommen werden. Manche sind von Pilzen befallen. Demnächst werden in Abstimmung mit der Denkmalschutz- und der Naturschutzbehörde weitere Bäume stadtauswärts rechts in Richtung Prenzlau abgetragen werden müssen. „Nicht in jedem Fall macht es Sinn, dann sofort Bäume nachzupflanzen“, so die Stadtgärtnerin. In Lücken zwischen anderen Großbäumen bekämen die Jungpflanzen am Straßenrand weder genügend Licht noch Wasser ab. Da sei es dann sinnvoller, Alleen komplett nachzupflanzen, so wie es einst nach den großen Sturmschäden am Marktplatz erfolgte. Aber auch dort muss gerade das Lichtraumprofil wieder hergestellt werden, damit Händler, Ver- und Entsorgungsfahrzeuge oder der Winterdienst ihre Arbeit verrichten und Fußgänger sicher unterwegs sein können. 

Zu wenig Platz und Wasser für junge Bäume

In der Fürstenberger Straße waren in der Vergangenheit Ebereschen abgängig. Sie seien von Misteln befallen gewesen. „Und wenn selbst die Misteln absterben, dann ist auch der Baum tot“, so die Stadtgärtnerin. Teilweise seien Rotahorn und Säulenhainbuchen nachgepflanzt worden. Aber die Chancen für das Stadtgrün seien in  kleinen Bauminseln oft gering. Oft hätten sie zu wenig Platz, bekämen zu wenig Wasser. In der Weinbergstraße zum Beispiel werde der Wirtschaftshof deshalb keine Bäume nachpflanzen. Gerade mal 40 Zentimeter zwischen Bordstein und Gehweg seien einfach zu wenig. 

Schnitte zur Verkehrssicherung schaden Bäumen

In schmalen Straßen reichten Bäume auch schnell mal mit ihren Kronen in den Straßenbereich hinein. Spätestens wenn die Äste den Busverkehr behindern, müsste ein Freischnitt erfolgen. Bewusst lasse man deshalb schon Einfahrt- und Kreuzungsbereiche baumfrei und pflanze an solchen Stellen nicht nach. Denn jeder Baumschnitt aus Gründen der Verkehrssicherung stelle bei Bäumen, die älter als 20 Jahre sind, eine zusätzliche Belastung dar.  

2023 nur zehn Bäume an Straßen und Wegen gepflanzt

So komme es, dass der Wirtschaftshof 2023 gerade mal etwa zehn Bäume nachgepflanzt habe: unter anderem auch die durch Vandalismus nach der All-Generation Party im Bürgergarten abgedrehte Bismarckeiche und zwei Rot-Ahornbäume im Stadion. Am Budget für Baumpflanzungen liege es nicht, sondern daran, dass es nur begrenzt günstige Standorte für neue Bäume gebe, so Ginter.