StartseiteRegionalUckermarkDreher aus Leidenschaft wechselt in den Ruhestand

Wirtschaft

Dreher aus Leidenschaft wechselt in den Ruhestand

Templin / Lesedauer: 2 min

Bereits mit 14 Jahren begann Manfred Markhoff (68) seine Ausbildung als Dreher. Nun geht sein Berufsleben zu Ende. Doch seine Firma wird sich "weiterdrehen".
Veröffentlicht:09.02.2024, 16:34

Artikel teilen:

Ein Herzenswunsch des Templiners Manfred Markhoff (68) hat sich erfüllt: Täglich zufriedene Kunden zu haben, die dafür sorgen, dass sich bei ihm im Unternehmen bis zur Rente möglichst alles so richtig „dreht“. Jetzt ist es so weit. Er gibt seine kleine Firma, die Dreherei Manfred Markhoff, in versierte Hände ab und geht in den Ruhestand. Nach der Übernahme durch die Firma Rosenbaum Montagen mit Sitz in Zehdenick (Oberhavel) hat hier jetzt Metallbaumeister Paul Rosenbaum (31) das Sagen.

Hilfestellung in der Anfangszeit

„In der Übergangsphase steht mir Manfred Markhoff an zwei Tagen in der Woche noch stundenweise als Mentor zur Seite“, berichtet Paul Rosenbaum. Er ist froh, dass er einen treuen Kundenstamm übernehmen und das Unternehmen in der bewährten Weise weiterführen kann. „Mit Rosenbaum Montagen hatte ich jahrelange Geschäftsbeziehungen und immer einen guten Draht. Deshalb ist mir auch nicht bange um die Zukunft meiner Dreherei“, sagt Manfred Markhoff.

Neben Privataufträgen erledigte er in den vergangenen Jahren vor allem Auftragsarbeiten von Landwirten, Sägewerken, Autohäusern, Straßenmeistereien, Forstbetrieben, Windkraftanlagenbetreibern und vielen Unternehmen, insbesondere aus der Uckermark, dem Barnim und aus Mecklenburg-Vorpommern.

Mit 14 Jahren Berufsausbildung begonnen

Der Abschied in die Rente war für Manfred Markhoff im Gespräch mit dem Uckermark Kurier auch Anlass, seine Berufslaufbahn noch einmal kurz Revue passieren zu lassen: Mit 14 Jahren hatte er seine Ausbildung zum Dreher beim Maschinenbauer Ascobloc in Neubrandenburg begonnen. Von 1973 bis 2005 arbeitete er im Kreisbetrieb für Landtechnik Templin beziehungsweise dessen Nachfolgeunternehmen. Nach der Insolvenz seines letzten Arbeitgebers war er plötzlich gezwungen, ernsthaft über die weitere eigene berufliche Zukunft nachzudenken.

Zur Not auch als Einzelkämpfer

„Ich konnte und wollte einfach weiter arbeiten in meinem geliebten Beruf, zur Not eben auch als Einzelkämpfer. Ich habe die Lage gecheckt, mich umgehört, ob ich genug Aufträge bekommen könnte. Dann habe ich den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt und wie viele andere zunächst eine Ich-AG gegründet“, erinnerte sich Manfred Markhoff. Am 1. März 2006 startete er mit seiner Dreherei im Templiner Gewerbegebiet Süd. Nach dem Auslaufen der Förderung seiner „Ich-AG“ durch die Arbeitsagentur machte er als „Ein-Mann-Betrieb“ weiter.

„Als wichtige Grundlage für den Erfolg stand damals zunächst auch eine Weiterbildung in Betriebswirtschaft und Rechnungswesen an. Ein kleiner Maschinenpark musste Schritt für Schritt aufgebaut werden. Und ein Transporter musste angeschafft werden“, blickte Manfred Markhoff zurück. Eine wichtige Stütze sei ihm dabei von Anfang an seine Ehefrau Monika gewesen, betonte er.