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Zugunglück

Familie des toten Jungen hat noch einen Wunsch

Prenzlau / Lesedauer: 3 min

Niemand kann ihnen den Sohn und Enkel wiederbringen. Aber die Hinterbliebenen des verunglückten 13-Jährigen sagten dem Uckermark Kurier, worauf sie hoffen.
Veröffentlicht:16.02.2022, 18:27

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Die meisten Menschen machen jetzt sicher schon Pläne für die nächsten Monate. Sie träumen vom Urlaub oder von einem Autokauf, säen Feldsalat oder Radieschen im Garten, laden vielleicht schon zu den ersten Grillpartys ein. Auch bei Familie Klatt/Bienst hätten solche Aktivitäten vermutlich den Februar bestimmt – wäre ihr Leben nicht am 25. Januar durch einen furchtbaren Unfall aus den Fugen geraten.

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Am Morgen dieses kalten Wintertages verunglückte nämlich ihr Sohn und Enkel Tyler Justin an einem unbeschrankten Bahnübergang in Schwedt. Wolfgang Bienst, der Opa des toten 13-Jährigen, steht wie der Rest der Familie nach wie vor unter Schock. Das wird sich auch auf absehbare Zeit nicht ändern. Die Trauer sitzt tief. Aber er muss genau wie seine Frau funktionieren, weil ihre Tochter Sara, die Mutter des Jungen, sie jetzt mehr denn je braucht, ebenso wie die Schwester von Tyler Justin, ihre erst neunjährige Enkelin.

Groß angelegte Hilfsaktion

Die Großeltern sind froh, dass es nach der Tragödie eine groß angelegte Hilfsaktion gab, der Uckermark Kurier berichtete. „Für die breite Unterstützung sind wir wirklich vielen Menschen zu Dank verpflichtet“, betont der Oderstädter und nennt stellvertretend Christian Teichert, der in den sozialen Medien auf den Fall aufmerksam gemacht und die Unterstützung koordiniert hatte.

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„Die vergangenen Wochen haben uns gezeigt, dass die Menschen wohl doch nicht nur schlecht sind“, bringt es der Opa auf den Punkt. Die Friedhofsverwaltung beispielsweise sei ihnen und ihrer Tochter eine große Stütze gewesen und habe alles in ihrer Macht Stehende getan, die Beisetzung so würdevoll wie möglich vorzubereiten. Wenn der kleine Mann am 26. Februar um 11.30 Uhr beerdigt wird, liegt an seinem Grab beispielsweise Rollrasen aus. „Das hat uns eine Berliner Firma ermöglicht. Hier bei uns hätte man den noch gar nicht kaufen können“, erklärt Wolfgang Bienst.

Blumen und Kerzen

Er setzt hinzu, dass sich die Familie nach wie vor oft an der Unfallstelle versammle, um dem Sohn und Enkel nahe zu sein. Dort stehen seit dem Unfalltag Blumen und Kerzen. Auch an der Schule wird des Verstorbenen gedacht.

„Ich weiß, dass uns das Tyler Justin nicht zurückbringt, aber es tut gut, das zu sehen.“ Schlimm fände er, „wenn wir uns in einem Jahr wieder am Bahnübergang treffen und feststellen müssten, dass an dieser Unglücksstelle nichts getan wurde, um den Übergang sicherer zu gestalten und dass vielleicht ein weiterer Mensch zu Schaden gekommen ist. Das wäre wirklich furchtbar, denn das Leid, was so ein Unfall für die Hinterbliebenen bringt, wünscht man niemandem. Es ist unbeschreiblich groß.“ Er hofft deshalb inständig, dass sich Stadt und Bahn hier ihrer besonderen Verantwortung bewusst sind. Erste Gespräche soll es bereits gegeben haben. „Ein Gespräch mit der Bürgermeisterin von Schwedt hat es bereits gegeben.“

Spendenkontakt bei der Sparkasse Schwedt:

Christian Teichert; IBAN DE80170523020140129243,

Verwendungszweck: Beisetzung Tyler Justin Klatt