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Beratungsstelle

Familienentlastender Dienst nun auch in Prenzlau

Prenzlau / Lesedauer: 2 min

Menschen, denen die Last zu schwer geworden ist oder die in Alltagssituationen Unterstützung benötigen, finden in der Beratungsstelle helfende Hände.
Veröffentlicht:20.06.2023, 08:47

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Familien zu unterstützen, das ist es, was die 14 fest angestellten Mitarbeiter der neu eröffneten Beratungsstelle im Prenzlauer Georg–Dreke–Ring 61 vorhaben. Unter der Fahne der Stephanus–Stiftung eröffnete die Stephanus gGmbH in der Kreisstadt den „Familienentlastenden Dienst“ (FeD) und schafft damit neben Brüssow einen zweiten Standort in der Region. 24 ehrenamtlich engagierte Menschen vervollständigen das Team um Petra Klabunde.

Vor vier Jahren startete die heute 60–Jährige als Leiterin des FeD mit einem Bereichsangebot auf 23 Quadratmetern in der Brüssower Regenbogen–Grundschule. Schnell wurde klar, dass der Bedarf wesentlich größer ist. Die zu betreuenden Kinder und Familien lebten größtenteils in Prenzlau. Lange Fahrtwege nahmen einen großen Teil der wichtigen Versorgungszeit in Anspruch. Die Räume einer ehemaligen Prenzlauer Zahnarzt–Praxis boten sich daher als Beratungsstelle und zur Betreuung der Familien an. „Dieser Standort ist mit Bedacht gewählt. Umliegend befinden sich Schulen, Kitas und Spielplätze. Unsere Klienten wohnen im Umkreis“, sagte die Leiterin.  

Praktische Alltags– und Lebenshilfe

Die Mitarbeiter des FeD bieten Hilfe und Entlastung für Angehörige und fördern Menschen mit Behinderung in ihren persönlichen Interessen. Die Zielgruppen sind Eltern, Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit und ohne Behinderung, die in besonderen Alltagssituationen Unterstützung benötigen. „Wir sind für Familien und Alleinerziehende da, wenn sie bei der Betreuung und Versorgung ihrer Kinder Entlastung und Unterstützung oder auch Beratung bei finanziellen oder behördlichen Herausforderungen brauchen“, sagte Petra Klabunde. „Deshalb bieten wir praktische Alltags– und Lebenshilfe an und sind dazu eng vernetzt mit Ämtern, Beratungsstellen, Einrichtungen, Vereinen und Schulen.“

Beispielsweise geht es darum, Kinder und Jugendliche zu begleiten, damit sie ihren Kita– oder Schulalltag meistern können. „Pünktlich dort zu erscheinen, ist oftmals schon die erste Schwierigkeit. Wir unterstützen in problematischen Trennungssituationen, bei Erziehungsproblemen, Sucht– oder Todesfällen eines Familienmitglieds“, erklärte die FeD–Leiterin. Zu den neuen Räumen gehört eine moderne Küche, in der gemeinsam mit den Kindern gekocht wird. „Bald können wir unser eigenes Obst und Gemüse zubereiten. Unser kleiner Garten auf dem Balkon wurde mit den Kindern zusammen angelegt“, sagte Petra Klabunde.

Staatliche Finanzierung

Anspruch auf den Familienentlastenden Dienst haben unter anderem auch junge Menschen mit ADHS, Diabetes Typ 1, Entwicklungsverzögerung oder Autismus–Störung. Finanziert wird die Beratung und Betreuung über Pflegekassen, Jugend– oder Sozialämter. Nahezu 1200 Erwachsene, Kinder und Jugendliche nehmen in der Uckermark diese sozialen Leistungen in Anspruch.