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Enertrag

Fehlendes Blinken der Windmühlen fällt auf

Prenzlau / Lesedauer: 2 min

In der Nacht zum 12. November nahmen Spaziergängern am Unteruckersee eine ungewöhnliche Beobachtung war. Es fehlte ein Leuchten, das nun schon seit Jahren zum festen Landschaftsbild gehört.
Veröffentlicht:15.11.2021, 08:20

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Das nächtliche Blinken der Windkrafträder in der Uckermark stand lange in der Kritik. Doch wenn es dann plötzlich fehlt, fällt das auf. Eine Spaziergängerin hatte das in der Nacht von Donnerstag zu Freitag beim Blick über den Uckersee von Röpersdorf aus beobachtet. Sie fragte sich, ob es sich um einen technischen Ausfall der Beleuchtung oder um die Inbetriebnahme des Projektes „Darks Sky” handelt, bei dem künftig eine bedarfsgerechten Nachtkennzeichnung der über 100 Meter hohen Windkraftanlagen erfolgt.

Als störend empfunden

Ab einer Höhe von 100 Metern müssen Windräder für anfliegende Piloten Signale ausstrahlen, die vor dem Lufthindernis warnen. Bislang wird das an vielen Windrädern noch über ständig rot blinkende Leuchten realisiert. Das wurde aber von vielen Menschen als störend empfunden und hatte der Akzeptanz der Windkraftenergiegewinnung geschadet.

Das uckermärkische Unternehmen Enertrag arbeitete mit Tochterunternehmen seit mehr als zehn Jahren an Lösungen, die die Blinklichter an der Spitze der Windräder nur dann aktiviert, wenn sich wirklich Flugverkehr nähert. Das Unternehmen Dark Sky, was so viel wie „dunkler Himmel” heißt, hat als Dienstleitster eine Technologie zur Einsatzreife geführt, mit dem sich diese „Lichtverschmutzung” mindern und zugleich die Sicherheit des Luftverkehrs gewährleisten lässt.

Blinkfeuer nur im Bedarfsfall

Im März dieses Jahres wurden die ersten Blinklichter in der Uckermark bei Dunkelheit abgeschaltet. Bedarfsgerechte Nachtkennzeichnungssysteme (BNK) schalten die Blinkfeuer wieder zu, sobald sich die Flugzeuge den Windrädern auf vier Kilometer und unterhalb einer Flughöhe von 600 Metern nähern.

Warum Windradbeleuchtung in der Nacht von Donnerstag zu Freitag im Raum Prenzlau von der Erde aus nicht zu beobachten war, konnte man sich bei der Enertrag nicht erklären. Eine technische Ursache konnte man aber ausschließen. „Der Grund lag wohl in der wetterbedingt reduzierten Sichtweite”, antwortete Enertrag-Sprecher Matthias Philippi auf Nachfrage des Uckermark Kurier. Die in Frage kommenden Anlagen befänden sich derzeit noch nicht im BNK-Betrieb.

Weitere Anlagen zugeschaltet

„In der Uckermark haben wir aktuell 20 Windkraftanlagen im BNK-Betrieb, die zum BNK-Großprojekt Dark Sky Uckermark gehören. Jedoch werden in den nächsten Wochen regelmäßig weitere Anlagen hinzukommen, die dann nachts nicht mehr blinken werden”, kündigte er an.