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Uckerseehalle Prenzlau

Hühner, Gänse und Enten von Uckermarkschau faktisch ausgeschlossen

Prenzlau / Lesedauer: 4 min

Aufgrund von Hygieneauflagen waren Hühner, Gänse und Enten von der Schau in Prenzlau faktisch ausgeschlossen. Die Züchter wehren sich dagegen.
Veröffentlicht:05.11.2023, 15:07

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Die Lahoretauben, die die Besucherinnen und Besucher der großen Uckermarkschau der Geflügel- und Vogelzüchter gleich am Eingang der Uckerseehalle begrüßten, erinnerten in ihrer streng schwarz-weißen Farbgebung irgendwie an Pinguine. Sie gehören Thorsten Pansegrau, dem Vorsitzenden des „Rassegeflügelvereins Prenzlau und Umgebung e. V.“, der in diesem Jahr die Uckermarkschau der Züchter ausrichtete. „Eine Ehre für uns im 125. Jubiläumsjahr unseres Vereins“, sagte Pansegrau.

Die Lahoretauben in ihrer ebenso einfachen wie strengen farblichen Definition sind seine Lieblinge. Mit den ursprünglich aus Pakistan stammenden Tauben hatte er vor vielen Jahrzehnten sein Leben als Taubenzüchter begonnen. Eher zufällig, wie er sagt. „Mein Sohn hatte einige geschenkt bekommen, ich hatte ihn dann bei der Zucht unterstützt“, erinnert er sich. Und Feuer gefangen, sodass er heute sogar der Vorsitzende des Prenzlauer Zuchtvereins ist. „Am meisten fasziniert mich, wie schnell die Tauben nach dem Schlüpfen wachsen. Zwei Tage nach der Geburt haben sie schon das Doppelte ihres Schlupfgewichts erreicht. Nach vier Wochen sind sie schon flügge“, sagt er.

Völlig unterschiedliche Tauben

Hinter der Voliere mit seinen Lahoretauben formierten sich hunderte Vogelkäfige zu langen Reihen, die fast bis in die hintersten Ecke der Uckerseehalle reichten. Die unterschiedlichsten Rassen mit den unterschiedlichsten Farben und Körperformen konnten hier bestaunt werden. Irritierend anders, als man Tauben hierzulande kennt, sehen beispielsweise die englischen Kröpfer aus, die auf riesenlangen gefederten Beinen stehen und nicht nur durch ihre ausgesprochen aufrechte Haltung auffallen, sondern ihren Kropf auch noch so gewaltig aufplustern können, dass der darüber sitzende Kopf fast nicht mehr zu sehen ist.

Thorsten Pansegrau präsentierte auf der Ausstellung seine Lahoretauben in einer Voliere.
Thorsten Pansegrau präsentierte auf der Ausstellung seine Lahoretauben in einer Voliere. (Foto: Matthias Bruck)

Diese ungewöhnlichen Tiere hatte der Sonderzuchtverein der englischen Kröpfer aus vielen Städten Deutschlands mitgebracht. Ziervögel aller Art hatte der Ziergeflügelverein Pasewalk/Strasburg in die Uckermark-Kreisstadt gebracht. Und die „Reisevereinigung Uckermark“, der Verein der uckermärkischen Brieftaubenzüchter, steuerte 120 Brieftauben zur Uckermark-Schau bei. Insgesamt gurrten 643 Tauben in ihren Käfigen auf dieser Schau in der Uckerseehalle am ersten November-Wochenende.

Keine Hühner, Enten und Gänse

Hühner, Enten und Gänse, die in den Vorjahren die Leistungsschau der Geflügelzüchter dominierten, waren in diesem Jahr allerdings nicht dabei. Aufgrund ungewöhnlich strenger Auflagen der Hygienebehörden, die in diesem Jahr erstmals gelten, hatten viele Züchter davon Abstand genommen. „Die Tiere hätten zu den bestehenden Impfungen noch eine sogenannte Tupfer-Probe absolvieren müssen. Das ist teuer und zeitaufwendig. Dazu kommt, dass die Behörden sehr kurzfristig mit diesen Auflagen um die Ecke kamen, sodass es bis zur Schau einfach nicht zu schaffen war, sie zu erfüllen“, bedauerte Pansegrau. Für die Schau war das ein herber Schlag, waren es in den Vorjahren doch vor allem die Hühner, Enten und Gänse, die die Besucher in großen Scharen zu den Schauen strömen ließen. „Die Hühner waren immer schon am ersten Tag gegen Mittag verkauft. Das Interesse war riesig“, erklärte der Vereinsvorsitzende.

Und so wunderte es auch keinen der Besucherinnen und Besucher, dass der Gollmitzer Geflügelzüchter Tony Witte für Unterschriften auf einer Liste des Bundes Deutscher Rassegeflügelzüchter (BDRG) warb. „Wir sammeln Unterschriften für die Einführung von Impfungen gegen die Vogelgrippe, wie sie in anderen Ländern längst üblich, aber in Deutschland immer noch nicht zugelassen sind“, sagte Tony Witte. „Bei uns ist es bislang so, dass ganze Bestände gekeult werden müssen, wenn nur ein Tier erkrankt ist. Das könnte mit einer Durchimpfung vermieden werden“, sagte er.

So erklärten Prenzlauer Geflügelzüchter ihr Fernbleiben.
So erklärten Prenzlauer Geflügelzüchter ihr Fernbleiben. (Foto: Matthias Bruck)

Unterschriften gegen Auflagen

Die Unterschriftenliste füllte sich recht schnell an diesem Tag. Auch das wunderte niemanden. Sind doch die Besucherinnen und Besucher, die sich für eine solche Schau interessieren, meist auch welche, denen die Geflügelzucht am Herzen liegt.