Couragierte Bürger

In Rutenberg wächst Widerstand gegen Rechtsextremisten

Lychen / Lesedauer: 3 min

In dem Ortsteil von Lychen stellt sich das DemokratieBündnis Rutenberg den Aktivitäten des „Königreichs Deutschland“ entgegen.
Veröffentlicht:27.02.2023, 17:17

Von:
  • Horst Skoupy
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In Rutenberg wächst der Widerstand gegen die Machenschaften von Peter Fitzek, seine Helfer sowie gegen sein selbsternanntes „Königreich Deutschland“. Aus der Mitte der Dorfgemeinschaft heraus hat sich eine Bürgerinitiative gebildet, die unter dem Namen DemokratieBündnis Rutenberg Aktivitäten der vom Verfassungsschutz als extremistisch eingestuften Organisation entgegentreten wollen, die inzwischen auch in dem Lychener Ortsteil ausbreiten will. Am vergangenen Sonnabend hatten sich Aktive des Bürgerbündnisses zu einem Arbeitsgespräch getroffen.

Bürger informieren

„Die Lesung und die Informationsveranstaltung über das ,Königreich Deutschland’ Anfang Dezember 2022 in der Lychener St. Johannes–Kirche hat die Leute alarmiert. Seither treffen sich 14–tägig Einwohner und Bürger, die verhindern wollen, dass sich in Rutenberg extremistische Strukturen etablieren“, sagte Ines Lehmann–Günther, Pressekoordinatorin der Bürgerinitiative. Nach ihren Informationen gehören mittlerweile um die 40 Personen zum aktiven Kern des Bündnisses. Einwohner des Ortes gehören genauso dazu wie Lychener Bürger oder Uckermärker einschließlich von Journalisten mit guten Kontakten zu überregionalen Medien. Diese seien wichtig, denn zu den Schwerpunkten der Initiative gehörte es, die Bevölkerung zu sensibilisieren, sie über die Aktivitäten des „Königreichs Deutschlands“ und was dahinter steckt zu informieren. „Dabei werden wir vom Verfassungsschutz unterstützt“, sagte sie.

Aktivitäten erschweren

Zweiter Schwerpunkt ist es, das Ansinnen des „Königreichs Deutschland“ zu erschweren, weitere Immobilien und Grundstücke zu erwerben. Dass das nicht einfach ist, wissen die Akteure der Bürgerbewegung. „Wir treten dazu mit Verkäufern, aber auch mit Immobilienmaklern in Kontakt und informieren sie über die Hintergründe“, so die Sprecherin.

Nicht zuletzt gehe es darum, auch nach außen hin zu zeigen, dass es in Rutenberg eine Gemeinschaft gibt, die sich nicht mit den extremistischen Vorgängen im Ort abfinden will. In ihrem Arbeitsgespräch am Sonnabend haben sie sich darauf verständigt, in einem nächsten Schritt Transparente und Plakate entwerfen zu wollen.

Behörden im Austausch

Parallel zu den Aktivitäten der Bürgerinitiative stimmen inzwischen auch Behörden auf kommunaler Ebene in der Stadt und im Landkreis Uckermark sowie auf Landesebene im Ministerium des Innern und Ministerium für Bildung, Jugend und Sport ihr Vorgehen ab. So hatte es am Donnerstag in der vergangenen Woche einen „Runden Tisch“ im Lychener Rathaus gegeben. „Zu diesem Treffen hatten wir uns schon im vergangenen Jahr verständigt“, berichtete am Montag Bürgermeisterin Karola Gundlach (parteilos) auf Nachfrage. An der Gesprächsrunde nahmen neben der Stadtverwaltung Lychen, Vertreter des Jugendamtes, des Bauordnungsamtes und des Jobcenters in der Kreisverwaltung, des Staatlichen Schulamtes des Landes Brandenburg, der Meldestelle im benachbarten Feldberg sowie beider Ministerien teil. Thematisch sei es um den Austausch zu verschieden Themenbereichen gegangen, beispielsweise der Schulpflicht, Verstöße gegen das Bauordnungsrecht oder gegen das Melderecht von Personen, die sich Rutenberg niedergelassen haben, so Karola Gundlach.