StartseiteRegionalUckermarkKein OP-Besteck – ist das auch in der Uckermark denkbar?

Patienten verunsichert

Kein OP-Besteck – ist das auch in der Uckermark denkbar?

Prenzlau / Lesedauer: 2 min

Über längere Zeit wurde in Pasewalk nicht mehr operiert, weil sterile Instrumente fehlten. Das verunsichert auch die Menschen im Nachbarlandkreis. So äußerten sich die Kliniken.
Veröffentlicht:10.12.2023, 05:00

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Mit diesem Skandal hat der Nordosten Anfang Dezember abermals bundesweit unrühmliche  Schlagzeilen gemacht: Nach der Schließung der Sterilisationsabteilung der Asklepios-Klinik in Pasewalk waren die dort erbrachten Dienstleistungen für den Operationsbetrieb nach Hamburg ausgelagert worden.

Doch in der Übergangsphase kam es offenbar zu großen Problemen, der Uckermark Kurier berichtete. Von verunreinigtem OP-Besteck wussten Insider aus der Belegschaft ebenso zu berichten wie von verschwundenen Instrumenten.

Es ging demnach drunter und drüber, so dass nach einigen Tagen der Operationsbetrieb in drei Abteilungen, später sogar gänzlich eingestellt werden musste. Auch die Rettungsstelle meldete sich teilweise von der Versorgung ab.

Unhaltbarer Zustand

Ein unhaltbarer Zustand, der auch bei vielen Patienten für Verunsicherung sorgte, weil Operationen zum Teil ganz kurzfristig abgesagt und in die Ferne geschoben wurden. Kranke Menschen aus der Uckermark waren davon ebenfalls betroffen - die Klinik versorgt seit Jahren über die Landesgrenzen hinweg, vor allem in der Urologie, Gynäkologie und Geburtshilfe. 

Der Uckermark Kurier fragte daraufhin bei den drei großen Häusern in unserem Landkreis an, ob ein derartiges Szenario auch hier vorstellbar wäre.

Die GLG mit Hauptsitz in Eberswalde und das Asklepios Klinikum in Schwedt antworteten der Redaktion, das Sana Templin bis Redaktionsschluss nicht.

Asklepios-Sprecher Gunnar Pfeil aus Schwedt versicherte, dass das Klinikum Uckermark über eine eigene Sterilisationsabteilung verfüge, in der das Operationsinstrumentarium gereinigt und sterilisiert wird. OPs biete man in Allgemein-und Viszeralchirurgie, Gefäßchirurgie, Orthopädie- und Unfallchirurgie, Gynäkologie und Geburtshilfe, Urologie und Dermatologie an. Die Frage, ob man aufgrund der zeitweiligen OP-Schließung in Pasewalk Patienten von dort übernommen habe, verneinte Feil. 

Zur These, dass sich ein Krankenhaus vermutlich nicht mehr trage, wenn nicht (mehr) operiert werde, sagte der Sprecher: „Die Frage stellt sich nicht. In Pasewalk wird operiert.“ Zu diesem Zeitpunkt hatte die Klinik im VG-Kreis die OPs wieder aufgenommen. Aktuell soll es aber seit Freitag schon wieder einen Stopp geben.

Eigene Abteilung

Nick Mildner, zuständig für Öffentlichkeitsarbeit bei der GLG, betonte, dass selbst im vergleichsweise kleinen Kreiskrankenhaus Prenzlau eine eigene Aufbereitungseinheit für Medizinprodukte (AEMP), genannt Sterilisationsabteilung, vorgehalten werde: „Somit sterilisieren wir unser Instrumentarium im Haus selbst. Wir halten die Fachbereiche Innere Medizin mit dem Schwerpunkt Geriatrie, Intensivmedizin und Gynäkologie sowie der Hauptfachbereich Chirurgie mit allgemeinchirurgisch und unfallchirurgisch- orthopädischen Leistungen vor, in denen operative Leistungen erfolgen. Wir haben keine Patienten aus dem Krankenhaus Pasewalk aufgrund der Schließung übernommen oder delegieren dorthin.“