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Neues Fahrzeug

Keinen Führerschein? Kein Auto? Diese Truppe aus Uckerland kann helfen

Uckerland / Lesedauer: 3 min

Die Bürgerinitiative "Mit uns Mobil in Uckerland" hat im Vorjahr mit 431 Fahrten Menschen ohne Führerschein und Pkw unterstützt. Dafür steht den Ehrenamtlichen jetzt ein neues Auto zur Verfügung.
Veröffentlicht:30.01.2024, 17:00

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Der Bürgerinitiative "Mit uns Mobil in Uckerland" (MUM) steht ein neues Auto zur Verfügung. Der Citroën, mit besserem Einstieg und einer größeren Batterie für mehr Kilometer, wurde dem Team von der Gemeinde zur Verfügung gestellt. Mit dem neuen Wagen sind längere Fahrten im Winter kein Problem mehr, erklärt Jürgen Büscheck, der mit Birgit Fichtner die Bürgerinitiative im Jahr 2019 ins Leben gerufen hat. Die Bürgerinitiative bedanke sich bei Bürgermeister Matthias Schilling für sein Engagement bei der Beschaffung des Autos.

Sieben ehrenamtliche Fahrer

Birgit Fichtner ist Unternehmerin. Sie ist gewohnt, anzufassen. Jürgen Büscheck, Oberstleutnant a. D., ist ebenfalls darin geübt, sich engagiert einzubringen.  2019 haben die beiden sich mit anderen zusammengefunden, Geld gesammelt, die Bürgerinitiative gegründet, Anträge geschrieben und dank Enertrag und der Sparkassenstiftung Uckermark schließlich 2020 ein erstes Auto bekommen.  Die sieben ehrenamtlichen Fahrer ermöglichen es Menschen ohne Führerschein und ohne Auto, mobil zu bleiben.

Motivation: Freude der Menschen

Damit ging es 2020 los mit dem Rufbus. "Birgit Fichtner kennt jeden hier", erklärt Jürgen Büscheck im Gespräch mit dem Uckermark Kurier. Sie habe die Fahrer überzeugt, sich zu engagieren. Sechs Mann und eine Frau wechseln sich zurzeit mit dem Fahrdienst ab.

Ihre Motivation ist die Freude der Menschen, die sie fahren. Sie wolle auch die Familien entlasten und freue sich immer, wenn die Fahrgäste strahlen, wenn sie abgeholt werden, erzählt Heidelore Bartels. Sie hat  sich mit 16 Fahrten pro Woche einen Spitzenplatz als Fahrerin erobert.

Nicht die Einkäufe sind das Problem

Montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr stehen die Rentner zur Verfügung.  Der Einsatz von MUM mit den ehrenamtlichen Fahrern ist so nötig wie eh und je. Das Netz früherer Zugverbindungen existiert seit der Wende nicht mehr, und die Bahn kündigt an, es auch nicht mehr aufbauen zu wollen. Mit dem Bus ist nicht jeder Ortsteil erreichbar, und selten fährt er auch. Hier hat auch das 49-Euro-Ticket nichts geändert. Mobilität ist aber auch im Alter und für Menschen ohne Fahrerlaubnis wichtig.

„Wir dachten damals, das Einkaufen sei ein Problem", erzählt Jürgen Büscheck. Die Annahme habe sich aber als nicht zutreffend erwiesen.  „Aber auf Facharzttermine warten die alten Leute vier Wochen, und wissen nicht, wie sie da hinkommen sollen“, ergänzt Fichtner. "Neulich rief eine Dame an, die einen neuen Ausweis brauchte. Es ist Stress für die älteren Menschen, die oft gar nicht wissen, wie sie Termine wahrnehmen sollen", führt Birgit Fichtner aus.

Die Bilanz der Rentner-Mannschaft kann sich sehen lassen. Jürgen Büscheck hat die Daten zusammengetragen: 431 Fahrten im Jahr 2023. Im Durchschnitt acht Fahrten pro Woche.

Fördermittel halfen

Über das Förderprogramm "Zusammenhalt - Verbesserung der Mobilität im ländlichen Raum stand eine Summe von rund 58.000 Euro zur Verfügung. 6480 Euro erbrachte die Gemeinde in Eigenleistung. Davon wurde nicht nur das neue Auto finanziert, sondern auch der Solarcarport in Lübbenow, der in Zukunft für Carsharing genutzt werden soll. Dafür steht dann der seit 2020 genutzte elektrische Renault zur Verfügung.