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Amtsgericht Schwedt

Knapp mit Bewährung davongekommen

Schwedt / Lesedauer: 2 min

Ein 33-Jähriger hatte Handel mit Drogen getrieben. Nur einige Umstände bewahrten ihn vor dem Amtsgericht Schwedt vor dem Gefängnis.
Veröffentlicht:23.10.2023, 14:56

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Die anhaltende Abhängigkeit von Drogen hat einen jungen Mann auf die schiefe Bahn und damit letztlich vor Gericht geführt. Nicht, dass er Diebstähle beging, um seine Drogensucht zu finanzieren. Nein, er entschloss sich vielmehr, selbst mit Drogen zu handeln, um seinen Konsum sicherzustellen ‐ und nebenbei Kohle zu machen ‐ bis eine polizeiliche Hausdurchsuchung der Sache schließlich ein Ende bereitete und der 33-Jährige sich dann wegen Handels mit Betäubungsmitteln (BTM) vor dem Schöffengericht des Schwedter Amtsgerichtes verantworten musste.

Vier Taten in einem Zeitraum von einem Jahr kamen zur Anklage, weil auch diverse Postsendungen aus dem Ausland mit Drogen sichergestellt werden konnten. Die Briefe waren in einem Postverteilzentrum aufgefallen und wurden von dort aus zur Anzeige gebracht, da sie an den Angeklagten adressiert waren. Umfangreiche Fotodokumentationen und ein Gutachten lagen dem Gericht vor,
denn bei der Hausdurchsuchung wurden auch viele Drogen in der Wohnung sichergestellt.

Vorwürfe eingeräumt

Sein Verteidiger erklärte zu Prozessbeginn, dass die Vorwürfe der Anklage gegen seinen Mandaten allesamt zutreffend seien. Der Angeklagte habe sich die Drogen damals über das Darknet beschafft, er sei selbst BTM-Konsument gewesen, hat sich aber von den Drogen getrennt.

Auch der Angeklagte räumte ein, dass er damals den Halt verloren hatte, als sich seine Freundin von ihm trennte. Er hatte zwei Jahre lang keine Arbeit, lebte allein in der Wohnung und war nicht zuletzt drogenabhängig. „Ich bin jetzt clean, habe mich von den Drogen getrennt“, führte der Angeklagte vor Gericht aus. Seine Eltern unterstützten ihn finanziell, berichtete er. Sie hätten ausgeholfen, um anstehende Geldstrafen aus anderen Verurteilungen beziehungsweise Verurteilungen zu bezahlen.

Reue positiv gewertet

Das Geständnis und die Reue sowie die Einsicht zum Drogenentzug wertete der Staatsanwalt durchaus positiv. Aber es seien Verbrechensvorwürfe und eine Tat sei zudem während einer laufenden Bewährung begangen worden, erläuterte der Anklagevertreter. Auch nach der Hausdurchsuchung habe es später noch eine erneute Verurteilung wegen Drogenbesitzes gegeben, so der Jurist. „Und was wissen wir alles nicht, was an Drogen gehandelt wurde?“

Er plädierte auf zwei Jahre Freiheitsstrafe, die allerdings zur Bewährung ausgesetzt werden könnte. Der Verteidiger beantragte demgegenüber ein Strafmaß von nur einem Jahr und sechs Monaten auf Bewährung. Das Schöffengericht Schwedt sprach gegen den 33 Jahre alten Angeklagten letztlich wegen des Drogenhandels in vier Fällen eine Freiheitsstrafe von 22 Monaten aus, die gleichwohl zu drei Jahren Bewährung ausgesetzt wurde. Dazu muss der Angeklagte 150 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten, so die Entscheidung der Schöffen.