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Konzentration auf Gesundheitstourismus soll mehr Geld in die Region spülen

Uckermark / Lesedauer: 2 min

Templin bringt sein Kurstadtkonzept auf den neuesten Stand. Ganz ohne Kurklinik muss die Stadt anderweitig punkten: mit Gesundheitsangeboten für Freizeitreisende.
Veröffentlicht:05.02.2024, 06:01

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Wellness- und Gesundheitsurlauber bringen bereits viel Geld nach Templin. Doch das Thermalsoleheilbad Templin und seine Ortsteile könnten viel mehr Wertschöpfung generieren, wenn sich die Stadt noch stärker im Gesundheitstourismus profilieren würde.  Denn die Tagesausgaben bei gesundheitlich motivierten Tagesgästen liegen einer Studie von Project M zufolge im Schnitt viermal so hoch wie bei anderen Gästen. Und gesundheitlich motivierte Übernachtungsgäste gäben rund zehn Prozent mehr Geld aus als andere, hieß es.

Empfehlung: Gesundheitsangebote ausbauen

Diese Aussagen unterstützen nach Ansicht von Markus Nengel, Geschäftsführer der Tourismus-Marketing Templin GmbH, die Zielrichtung, die die Fachplaner von Project M bei der Fortschreibung des Kurstadtentwicklungskonzeptes für Templin vorgeschlagen haben. Sie raten, den Anteil von Gesundheits-Gästen zu erhöhen und die entsprechenden Angebote auszubauen.  

Bei der Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung stellte Markus Nengel Ergebnisse aus der Studie der Tourismusexperten von Project M vor, die den Wirtschaftsfaktor von acht Heilbädern und Kurorten in Brandenburg unter die Lupe genommen haben, darunter auch von Templin. Dabei sei festgestellt worden, dass jetzt schon die Hauptmotivation vieler Gäste, nach Templin zu kommen, in der gesundheitsfördernden Wirkung eines solchen Aufenthaltes liege.

Übernachtungsgäste mit gesundheitlichen Aktivitäten geben im Schnitt pro Tag rund 138 Euro pro Tag und Person aus, Übernachtungsgäste allgemein rund 128 Euro, so die Tourismus-Experten. Tagesreisende, die gesundheitliche Angebote nutzen, kämen im Schnitt auf 66 Euro pro Tag und Person statt auf 26,40 Euro. Mit Tages- und Übernachtungsgästen hätten die Stadt und ihre Betriebe 2019 immerhin einen Gesamtbruttoumsatz von rund 40 Millionen Euro erzielen können.

Gästepotenzial ermittelt

2019 sind in Templin statistisch 388 425 Übernachtungen in Betrieben mit zehn Betten aufwärts erfasst worden. In der Kurstadt geht man angesichts der Vielzahl von zusätzlichen kleineren Ferienquartieren unter zehn Betten sogar von 418 925 Übernachtungen aus. Die aktuelle Zahl der Tagestouristen, die man allerdings nur schlecht zählen könne, werde jährlich auf rund 346 000 geschätzt, so Markus Nengel. Die Tourismusplaner von Project M sehen nach seinen Worten sogar ein Potenzial von über 600 000 Tagestouristen für Templin. Allerdings meint der TMT-Chef, dass solche Hochrechnungen mit großer Vorsicht zu genießen seien.

Neues Zugpferd: Eishalle in der Hyparschale

Rund 48 Prozent der Übernachtungen seien nach Berechnungen von Project M gesundheitlich motiviert gewesen. Bei den Tagestouristen könne man davon ausgehen, dass 30 Prozent gesundheitstouristisch unterwegs waren.  Die von allen Fachausschüssen in der Januar-Sitzungsrunde begrüßten Investitionen in eine Eishalle in der Hyparschale werden den Wirtschaftsfaktor Gesundheitstourismus noch unterstützen, hofft Markus Nengel.