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Sana Krankenhaus

Krankenhaus sucht dringend Chefarzt für Gynäkologie

Templin / Lesedauer: 3 min

Das Sana Krankenhaus Templin nimmt derzeit bis auf Weiteres keine gynäkologischen und geburtshilflichen Patienten mehr auf. Grund ist Fachkräftemangel.
Veröffentlicht:19.04.2023, 18:19

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Trotz Fachkräftemangels möchte das Sana–Krankenhaus Templin auch künftig seinen Versorgungsauftrag erfüllen und die Gynäkologie und Geburtshilfe  weiterführen. Das hat Christian Quack, Geschäftsführer der Sana Kliniken Berlin–Brandenburg GmbH versichert. Zeitgleich hat der Sana Krankenhaus–Direktor in Templin, Florian Schulz, mitteilen müssen, dass durch die derzeitige personelle Situation in Templin ab sofort und bis auf Weiteres keine gynäkologischen und geburtshilflichen Patientinnen mehr aufgenommen und versorgt werden können. „Schwangere und Patientinnen mit gynäkologischen Beschwerden werden gebeten, die umliegenden Kliniken mit einer Frauenklinik aufzusuchen. Die Rettungsdienste sind bereits informiert und werden Notfälle in die nächstgelegenen geeigneten Einrichtungen transportieren“, hieß es.

Stabile Geburtshilfe nur an Wochentagen

Bereits in den vergangenen Wochen war es zu partiellen Abmeldungen des Kreißsaals Templin gekommen, weil nicht für alle offenen Dienste Hebammen gewonnen werden konnten. Die Einsatzplanung habe sich wegen der Personalengpässe ohnehin schon auf eine stabile Geburtshilfe an den Wochentagen konzentriert. „Dies gelang nur unter dem herausragenden Einsatz von Hebamme Paula Jahnke und Chefarzt Dr. Schure“ bedankte sich Direktor Florian Schulz.

Um Nachfolger bemüht

Eigentlich schien die Personalsituation im September 2022 noch gesichert. Damals habe das Kernteam noch aus drei festangestellten Hebammen bestanden. Für offene Rufbereitschaftsdienste waren Leasing–Kräfte hinzugezogen worden. Inzwischen sei in der Templiner Klinik aber nur noch eine festangestellte Hebamme tätig. Diese koordiniere neben der Geburtshilfe und der Schwangerenvor– und nachbetreuung den Einsatz der über Agenturen vermittelten Honorarhebammen. Nach dem Ausscheiden einer Hebamme, der Schwangerschaft einer weiteren und nun seit dieser Woche dem Weggang des Chefarztes und Leiters der Gynäkologie und Geburtshilfe sah sich Sana zu dem einschneidenden Schritt gezwungen, die gynäkologische und geburtshilfliche Versorgung auszusetzen. „Das macht uns wirklich keinen Spaß“, versicherte Christian Quack. „Wir bemühen uns nach Kräften, seit Jahren Mitarbeiter zu“, so der Geschäftsführer. 

„Fachkräfte drängt es in größere Zentren“

Neben den regulären Stellenanzeigen und dem Ärztepool aus der Region und dem Sana–Netzwerk nehme man auch Personalvermittlungsdienste in Anspruch genommen. Unterstützung erhalte man auch von Landrätin und Bürgermeister. „Leider spüren wir auch in Templin den Trend, dass es immer schwieriger wird, Mediziner für den außerstädtischen Raum zu begeistern. Gerade junge Menschen suchen nach Festanstellungen in großen Zentren und weniger in kleinen Krankenhäuser auf dem Land. Das betrifft alle Dienstarten in Medizin, Pflege und Funktionsdienst wie den Hebammen“, so Schulz. Die Templiner stünden mit dem Problem nicht allein da. Selbst in Berliner Kliniken gebe es Personalengpässe bei Gynäkologen und Hebammen.  

Versorgungsauftrag besteht

Gemäß Versorgungsauftrag des Landes sollen in Templin Schwangerschaften ohne erwartbare Komplikationen und Schwangerschaft über der 36. Schwangerschaftswoche betreut werden. Mit dem Bonhoeffer Klinikum Neubrandenburg besteht eine Kooperation zur Versorgung von Risikoschwangerschaften und Frühgeborenen.

Überlegungen zu strukturellen Anpassungen

Sollte keine Nachfolge für den scheidenden Chefarzt gefunden werden, müssten Überlegungen zu strukturellen Anpassungen vorgenommen werden. Ziel sei es,  ein regionales Konzept unter Einbindung anderer Krankenhäuser und aller an der Versorgung Beteiligter zu entwickeln, um allen Müttern in Templin und Umgebung eine sichere Geburt sowie eine lückenlose Vor– und Nachsorge zu ermöglichen, so Christian Quack. Wichtigster Partner sei dabei die Gesellschaft für Leben und Gesundheit (GLG) in Eberswalde. Gemeinsam führe man dazu Gespräche mit dem Gesundheitsministerium.