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Auktion in Templin

Kunstwerke kommen für Orgel unter den Hammer

Templin / Lesedauer: 2 min

Das Instrument in der Maria-Magdalenen-Kirche Templin könnte modernisiert werden. Um das zu finanzieren, bietet sich jetzt eine unerwartete Chance.
Veröffentlicht:19.10.2023, 13:57

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Die Orgel in der Templiner Maria-Magdalenen-Kirche ist ein klangvolles Instrument. In der bekannten Potsdamer Werkstatt von Alexander Schuke gebaut, erklingt sie seit 1994 im historischen Gehäuse, wie es 1796 von Gottlieb Scholtze aus Neuruppin angefertigt worden war. Konzerte auf dem Instrument sind nicht nur für Orgel-Kenner ein Erlebnis.

Als Organist weiß Helge Pfläging allerdings auch, dass die Templiner Schuke-Orgel noch modernisiert werden kann. „Die Klangfarben würden bleiben, aber wir könnten sie technisch voll ausreizen“, sagte der Kantor. Die 47 Register des Instruments, die für die Klangfülle sorgen, werden noch mechanisch bedient. Die Orgel wurde 1994 aber bereits dafür vorbereitet, dass sie, wie die Orgel in der Lychener St. Johannis-Kirche, pneumatisch sozusagen auf Knopfdruck bedient werden kann.

Kunstwerke ausgestellt

Schon lange arbeitet die Evangelische Kirchengemeinde Templin auf die Modernisierung des Instruments hin und sammelt Spenden für die fünfstelligen Kosten. Jetzt ergab sich eine Gelegenheit, diesem Ziel ein Stück näher zu kommen. Am Sonntag, dem 29. Oktober, wird es ab 15 Uhr in der Maria-Magdalenen-Kirche eine Kunstauktion geben. Dort werden 64 Kunstwerke versteigert, allesamt Originale, unter anderem von namhaften Künstlern, wie Matthias Schilling, Peter Westphal oder Britta Bastian. Wer sich vorab die Werke anschauen will, hat ab Donnerstag, dem 19. Oktober, dazu Gelegenheit. Die Malereien, Lithografien und Radierungen sind in der Kirche ausgestellt und können montags bis sonnabends zwischen 10 und 15 Uhr besichtigt werden.

Großzügige Spende

„Die Bilder stammen aus der Sammlung einer Templiner Familie, die namentlich ungenannt bleiben möchte“, erzählte Christian Albroscheit. Ihm und seiner Frau Sieglinde Knothe hat die Familie, die aus Templin weggezogen ist, die Kunstwerke übergeben mit der Bitte, sie einem gemeinnützigen Zweck zuzuführen. So wurde die Idee geboren, sie bei einer Auktion zugunsten der Orgel-Sanierung zu versteigern. „Der Familie gefällt die Idee. Sie hat schon früher die Kirchengemeinde unterstützt“, sagte der Pfarrer im Ruhestand.

Orgelspiel via Video

Die Auktion selbst soll zum Erlebnis werden. Helge Pfläging wird sie mit Orgel-Stücken musikalisch umrahmen. Per Videoprojektion werden er als Organist und Ulrike Meyer, die die Register bedient, dem Publikum zeigen, welcher Sinn hinter der Modernisierung steckt. Jeder, der eines der 64 Bilder ersteigert, kann dann nicht nur mit einem originalen Kunstwerk nach Hause gehen, sondern auch mit dem guten Gefühl, einen wertvollen Beitrag zur Modernisierung der Orgel geleistet zu haben.