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Lesung Prenzlauer Autoren

"Mit Freude am Schreiben kommen Worte und Zeilen wie von selbst"

Uckermark / Lesedauer: 3 min

Mitglieder des Autorenkreises Prenzlau stellten im Prenzlauer Dominikanerkloster ihre neusten Werke vor. Von lustigen Gedichten bis Krimi war alles dabei. 
Veröffentlicht:10.02.2024, 13:14

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Muss man schreiben? Die sechs Mitglieder des Autorenkreises Prenzlau beantworteten diese Frage bei ihrer Lesung im Kleinkunstsaal des Dominikanerklosters. Alle Vortragenden eigener Texte bewiesen, dass sie vor allem wollen, was sie da tun. Ob sie nun täglich ein paar Zeilen aufs Papier bringen oder länger als eine Woche nach dem genau passenden Wort suchen – die Freude am kreativen Abfassen von Gedanken und Gefühlen zu Erinnerungen und Aktuellem steht für die Autorengruppe im Zentrum ihrer Treffen.

"Schön früher zu jedem Geburtstag ein Gedicht parat"

Carmen Kersting aus Nieden war von einer Freundin zu der Veranstaltung mitgenommen worden. „Ich finde es toll, dass sich Leute zusammenfinden und dann mit ihrem Geschriebenen auch an die Öffentlichkeit gehen“, sagte sie und gab zu, sie habe auch mal wieder herzlich lachen können, da sie die Reime von Axel Kempert, der den Vorlese-Reigen eröffnete, sehr erfrischend gefunden habe. Für den Prenzlauer war es der erste Auftritt gemeinsam mit dem Autorenkreis. Souverän schlängelte er sich von Tages-Anlässen über private Haushaltsdiskussionen, Nachbarschaftshilfe, Sicherheit am Arbeitsplatz bis hin zu Gedanken über das Altern mit stetem Humor durch seine Stapel abgehefteten Schreibpapiers. „Schon früher hatte er zu jedem Geburtstag ein Gedicht parat, das nicht nur den Alltag beschrieb, sondern stets eine witzige Pointe hatte“, sagte seine ehemalige Kollegin Annette Nowatzky.

Umfassender Ritt durch die Geschichte

Mit leiseren Tönen, aber ebenso zum Schmunzeln anregenden Erinnerungen wagte sich Elena Wenzel vor das Publikum. Die aus Russland stammende und seit Langem in Prenzlau lebende studierte Journalistin amüsierte mit den Fragen, die sie als Kind an ihre Großmutter über das Kinderkriegen stellte. Erfunden und dennoch regional gebunden ging es im Krimi der bei Gartz wohnenden Karin Ernst zu, wo nach einem Mühlenfest eine Frau ihren Mann vermisst, ein Toter aufgefunden wird und die Angst aufspringt, der Vermisste könne der Mörder sein. Märchenhaftes war von Margarete Bastian zu hören, die den Traum einer Wetterfahne beschrieb, ein wirkliches Banner zu sein, und der zugleich damit ein umfassender Ritt durch die Geschichte gelingt.  Die Nechliner Autorin ist Gründerin des Grille-Verlags, der neben regionaler Literatur auch bereits acht Gemeinschaftspublikationen und einige Einzelausgaben zum Autorenkreis veröffentlichte.

Aus dem Alltag gehoben

Helga Balzer aus Amalienhof, deren Texte des Abends sich den Themen Krieg und Frieden widmeten, konnte wegen eines Unfalls diese leider nicht persönlich vortragen, sie wurde vertreten durch Ilse Fischer. Aus dem Alltag gehoben waren die Beobachtungen von Astrid Eschner aus Grünheide, indem sie durch Aufschreiben festgehalten und im Stehen vorgetragen dem Publikum zu Gehör gebracht wurden. Zur Abrundung des Programms hatte die Autorin aus ihrem Dorf den Maler und Grafiker Lindemann mitgebracht, der fünf eigene Lieder mit Gitarre vortrug.

Der Maler und Grafiker Lindemann aus Grünheide begleitete die Lesung mit eigenen Liedern
Der Maler und Grafiker Lindemann aus Grünheide begleitete die Lesung mit eigenen Liedern (Foto: Ines Baumgartl)

Texte bereits veröffentlicht

Die neueste Lesung des Autorenkreises zeigte ein kleines Spektrum der Schreib-Ergebnisse, die in Buchform zur Veröffentlichung kamen und im Buchhaus Schulz erhältlich sind. „Wir arbeiten thematisch. Unser nächstes Buch soll im November erscheinen. Natürlich schreibt außerdem jeder, was er möchte“, betonte Astrid Eschner. „Neue Mitschreibende sind erwünscht. Wir treffen uns immer am letzten Dienstag im Monat um 15 Uhr in der Prenzlauer Bibliothek.“