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Schülerverkehr

Nachbesserung am Fahrplan gefordert

Templin / Lesedauer: 4 min

Templiner Gymnasiasten aus dem Boitzenburger Land sind an langen Unterrichtstagen über zwei Stunden unterwegs, bis sie zu Hause sind. Eine Zumutung, finden Eltern. Der Busfahrplan muss optimiert werden, lautet ihre Forderung.
Veröffentlicht:06.12.2023, 19:00

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Morgens um 6.25 Uhr aus dem Haus, in den Bus steigen, dann zur Schule. Nach Schulschluss zurück mit dem Bus. Dass Gymnasiasten aus dem Boitzenburger Land, die in Templin lernen, mindestens einmal in der Woche erst um 16.50 Uhr oder sogar noch später zurück sind, ist  für ihre Eltern ein unhaltbarer Zustand. Sie hatten sich deshalb vor mehr als einem Jahr an die Landrätin gewandt. Von dort kam die schriftliche Antwort, dass dafür die Uckermärkische Verkehrsgesellschaft (UVG) zuständig sei. „Seitdem herrschte trotz Nachfrage Funkstille“, so eine betroffene Mutter. Sie wandte sich nun an die Öffentlichkeit und bat die Landtagsabgeordnete Carla Kniestedt (Bündnis 90/Grüne) um Unterstützung.

Lange Fahrzeiten sind eine Katastrophe

Knackpunkt sind die Tage, an denen der Unterricht erst um 14.55 Uhr endet. „Der Bus 519 fährt dann um 15.55 Uhr (über Warthe) beziehungsweise um 16.10 Uhr (über Herzfelde) vom ZOB und ist um 16.40 Uhr an der Haltestelle in Boitzenburg. Diese Fahrzeiten sind eine Katastrophe. Die Kinder haben Konzentrationsschwierigkeiten, sind übermüdet und schaffen aufgrund der langen Busfahrten ihr Schulpensum nicht. Es muss doch einen Weg geben, dass der Bus so eingetaktet wird, dass er kurz nach 15 Uhr am Gymnasium hält. Mittags ist das ja auch möglich“, argumentiert sie in einem Schreiben. Die Kinder könnten so erst um 17 Uhr mit den Hausaufgaben beginnen. Zudem werde ihnen die Möglichkeit genommen, ihren Hobbys nachzugehen.

Ursache ist unterschiedliches Unterrichtsende 

Es gab also viel Gesprächsstoff. Carla Kniestedt hatte dazu Marko Roscher, Bereichsleiter Verkehr in der UVG, und Eric Schubert, Verkehrstechnologe für Prenzlau und Templin, Nina Goede, Schulleiterin des Gymnasiums Templin, sowie Leni Bensemann und Tyler Weidner vom Jugendbeirat Templin eingeladen. Marko Roscher zeigte Verständnis für das Problem von Eltern und Schülern. „Neu ist es nicht und nicht nur in Templin, sondern auch in Prenzlau, Schwedt und Angermünde relevant.“ Allerdings habe die UVG keine Kapazitäten und finanzielle Mittel, um zusätzliche Busse einzusetzen. „Morgens gibt es diese Schwierigkeiten nicht, weil die meisten Schulen um 7.30 Uhr mit dem Unterricht beginnen. Nachmittags sieht das anders aus. Am Gymnasium endet die Schule um 14.55 Uhr, an der Oberschule und am Oberstufenzentrum Uckermark erst um 15.25 Uhr. Das heißt, der Bus kann erst um 15.55 Uhr fahren und die Gymnasiasten müssen warten“, bedauerte Marko Roscher. Auf die Frage von Carla Kniestedt, wo er eine Lösung des Problems sieht, meinte er: „Am besten wäre es, wenn der Unterrichtsschluss einheitlich geregelt ist.“ Gespräche dazu habe es schon gegeben. Allerdings sei der Landkreis Schulträger und Besteller des Busverkehrs.

Schulleiterin begrüßt Gespräch

Nina Göde weiß, wie schwierig solche Veränderungen sind. „Problematisch ist die Situation besonders für Siebtklässler. Und sie wird nicht einfacher, weil in der 8. Klasse zweimal und ab Klasse neun dreimal Nachmittagsunterricht stattfindet.“ Erst vor Kurzem sei es darum in der Elternsprecherkonferenz gegangen. „Ich weiß, dass Eltern ihre Kinder wegen des langen Schultages gern mit dem Auto abholen würden, aber das können nicht alle wegen beruflicher Verpflichtungen.“ Hinzu komme, dass das Warten auf den Bus sowohl an der Haltestelle in der August-Bebel-Straße als auch am ZOB keine optimale Lösung sei. Sie begrüßte, dass darüber noch einmal gemeinsam geredet wurde.

Situation soll etwas entspannt werden

Dass es schnell zu einem einheitlichen Unterrichtsende an den drei Schulen komme, sei eher unwahrscheinlich, so Carla Kniestedt. Aber vielleicht gebe es eine Möglichkeit, die Situation für die Gymnasiasten aus dem Boitzenburger Land zu entspannen? Das scheint machbar. Schulleiterin und UVG-Vertreter wollen prüfen, ob den Schülern an den späten Unterrichtstagen nicht wenigstens der Weg zum ZOB erspart werden kann. Möglich wäre das, wenn der Unterricht fünf Minuten früher endet, sodass sie einen Bus, der dorthin fährt, erwischen. Außerdem sollen zur besseren Übersicht der aktuelle Fahrplan der UVG im Gymnasium ausgehängt werden und über die Schulmonitore laufen.

Appell an die Kreistagsabgeordneten

„Ich möchte mich für den Einsatz aller Beteiligten an dem Gespräch bedanken. Leider wurde keine akzeptable Lösung gefunden, außer dass die Kinder nun noch schneller am ZOB sind und bei Kälte auf den Bus warten“, reagierte die Mutter darauf. „Ich fordere die Kreistagsabgeordneten dazu auf, sich damit auseinanderzusetzen.“ Möglichkeit dazu hätten sie bereits am Mittwoch. „Denn dann wird ein Teil der betroffenen Schüler für sie Weihnachtsmusik spielen. Schüler, wie meine Tochter, die donnerstags um 16.40 Uhr mit dem Bus kommt und genau 20 Minuten Zeit hat, um nach Hause zu laufen, etwas zu essen und zum neunzigminütigen Blasunterricht zu gehen, um dann ab 19 Uhr für Klassenarbeiten und Tests zu lernen bzw. Hausaufgaben zu machen.“

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