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Plötzlich reich

Oma verschenkt fast ihren ganzen Lottogewinn

Prenzlau / Lesedauer: 3 min

Es ist ein irre hoher Betrag, der seit Montag auf dem Kontoauszug der alten Dame steht: 194 904 Euro. „Als mein Sohn von der Bank kam, habe ich geweint.“
Veröffentlicht:08.12.2023, 13:00

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Ein Leben lang hat Martha P.* (Name geändert) Lotto gespielt. Vor Jahren gewann die heute 85-Jährige schon einmal 7000 Euro. „Die Gesamtsumme war damals viel größer gewesen, aber ich musste sie mir mit 45 Mitspielern teilen“, erinnert sich die ehemalige LPG-Angestellte zurück. Dass es Fortuna nochmal gut mit ihr meint, hätte die Uckermärkerin trotzdem kaum für möglich gehalten. „Dass ich weiter getippt habe, war nicht mehr als Gewohnheit.“

Man kann sich daher vorstellen, wie irritiert die in der Nähe von Prenzlau lebende Rentnerin war, als sie am 12. November eine Gewinnbenachrichtigung bekam. Die Münchner SKL-Zentrale teilte der Seniorin zunächst telefonisch mit, dass sie beim Euro-Joker abgeräumt habe. Sage und schreibe 240 000 Euro würden auf ihre Nummern entfallen, hieß es weiter.

„Ich dachte im ersten Moment, dass das wieder so ein dummer Scherz ist“, erinnert sich Martha P.* zurück. Wenig später traf dann allerdings die schriftliche Bestätigung ein, und sie wurde vor die Wahl gestellt, entweder die Gesamtsumme oder aber eine monatliche Rente in Anspruch zu nehmen.

Sie entschied sich sofort für die erste Variante: „Wer weiß denn, wie lange ich noch lebe. Ich bin eine alte Frau und schwer krank. Ich wollte mich jetzt noch an dem Geld erfreuen.“ Besser gesagt an der Freude, die sie damit anderen Menschen beschert, denn die zuletzt als Beiköchin tätige Frau will die riesige Summe nicht allein behalten. Sie hat zwar durch die sofortige Inanspruchnahme der ganzen Summe durch Abzinsung fast 46 000 Euro verloren.

Es ist aber immer noch ein unglaublich hoher Betrag, der da seit letztem Montag auf ihrem Kontoauszug steht: 194 904 Euro. „Als mein Sohn von der Bank kam, habe ich geweint“, erzählt die sechsfache Großmutter: „Das konnte doch unmöglich mir gehören, der kleinen Oma vom Land, die in ihrem Leben schon so viel Pech gehabt hat. Vor kurzem wusste ich kaum, wovon ich die 4000 Euro für das Heizöl nehmen sollte ...“

Jugend soll reisen

Ihrem Jüngsten verriet sie dann auch sofort, dass er einen schönen Teil davon bekommen wird. Der Rest der Familie wird das erst in den nächsten Tagen erfahren. Martha P.* hat für alle Verwandten nämlich schon Überweisungen ausgefüllt. „Sie sollen sich diesmal zu Weihnachten um nichts sorgen müssen.“ Die Gewinnerin selbst will nur 40 000 Euro behalten, „denn ich habe vor, über kurz oder lang ins betreute Wohnen zu ziehen.“ Mit Pflegegrad 4 werde es allein daheim langsam zu beschwerlich, setzt die Witwe hinzu.

Über 4000 Euro hatte die Rentnerin vor kurzem für Öl berappen müssen.
Über 4000 Euro hatte die Rentnerin vor kurzem für Öl berappen müssen. (Foto: Angelika Warmuth)

Sie bedauert sehr, dass ihr geliebter Mann nichts mehr von ihrem Lottoglück mitbekommen hat: „Der hat sein Leben lang schwer geschuftet, vor allem, als ich nach der Wende meinen Job verloren hatte und nur noch durch Putzengehen etwas dazuverdienen konnte. Ich war mir für nichts zu schade, habe seit Kindheit an schwer arbeiten müssen. Insofern hat es mit mir vielleicht doch die Richtige getroffen.“ Dass sie erst in hohem Alter auf Schlag so reich geworden ist, ärgert die Seniorin dennoch nicht: „Ich gönne vor allem meinen Enkeltöchtern, die sich so gut um mich kümmern, dass sie nun etwas sorgenfreier leben können.“

Auch für die Enkelsöhne

Aber auch den Enkelsöhnen, zu denen sie nach der Trennung ihres Sohnes kaum noch Kontakt hatte, wird sie eine erquickliche Summe zukommen lassen. „Als junger Mensch kann man doch jeden Pfennig gebrauchen, weil man noch Träume hat.“ Die ihren seien ausgeträumt, bedauert sie am Ende  doch noch: „Früher hätte ich das Geld genommen und wäre auf Kreuzfahrt gegangen. Aber das geht aus gesundheitlichen Gründen leider nicht mehr. Also werde ich jetzt durch die Augen meiner Enkel die weite Welt sehen.“

P.S. Ihre 13,95 Euro Lottoeinsatz will die alte Dame auch künftig investieren: „Wer weiß, vielleicht ist mir Fortuna ein drittes Mal hold.“ Dann sind die Urenkel dran.