StartseiteRegionalUckermark▶Prenzlau nimmt tief bewegt Abschied von Stadtbrandmeister Sven "Katze" Wolf

Trauerfeier

▶Prenzlau nimmt tief bewegt Abschied von Stadtbrandmeister Sven "Katze" Wolf

Prenzlau / Lesedauer: 3 min

Über vier Jahrzehnte prägte Sven Wolf (62) die Freiwilligen Feuerwehr Prenzlau. Die Feuerwehr - das war sein Leben. Am Sonnabend wurde er unter großer Anteilnahme beigesetzt.
Veröffentlicht:10.02.2024, 10:51

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Unzählige Male steuerte der langjährige Prenzlauer Stadtbrandmeister Sven "Katze" Wolf seinen roten Dienst-BMW über die Straßen Prenzlaus. Um Löscheinsätze zu führen, bei Unfällen zu helfen, um Menschen aus Notsituationen zu retten. Doch an diesem Sonnabend war alles anders.

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Am Steuer saß sein Stellvertreter Sven Ludwig. Neben ihm auf dem Beifahrersitz die Urne von "Katze", der am 9. Januar 2024 im Alter von 62 Jahren seinen letzten Kampf gegen seine Krebs-Erkrankung verloren hatte.

Der Trauerzug führte vom Feuerwehrdepot aus, der langjährigen Wirkungsstätte des verstorbenen Stadtbrandmeisters, zum Städtischen Friedhof. 
Der Trauerzug führte vom Feuerwehrdepot aus, der langjährigen Wirkungsstätte des verstorbenen Stadtbrandmeisters, zum Städtischen Friedhof.  (Foto: Heiko Schulze)

Sein roter BMW führte Sonnabendvormittag den Trauerzug aus  Prenzlauer Kameradinnen und Kameraden und weiteren uckermärkischen Wehren, den Fahnenträgern aus den Partnerstädten Uster (Schweiz) und Varéna (Litauen) und Kameraden des THW Prenzlau an. Begleitet von anteilnehmenden Bürgern und Weggefährten, darunter die komplette Prenzlauer Verwaltungsspitze und einige Stadtverordnete, die damit ihren Respekt und ihre Trauer bekundeten.

Das Einsatzfahrzeug HLF 2016 war auf "Katze", dem Spitznamen des Stadtbrandmeisters Sven Wolf, getauft worden.
Das Einsatzfahrzeug HLF 2016 war auf "Katze", dem Spitznamen des Stadtbrandmeisters Sven Wolf, getauft worden. (Foto: Heiko Schulze)

Der beeindruckende Zug führte vom Feuerwehrdepot in der Grabowstraße bis zum Städtischen Friedhof, wo Sven Wolf im Beisein seiner Familie und der Kameraden seine letzte Ruhestätte finden sollte. Das Ordenskissen, durch das Spalier getragen von Sven Leske, zeugte von den zahlreichen Ehrungen und Auszeichnungen, die Sven Wolf in seinem vier Jahrzehnte währenden Wirken für die Prenzlauer Feuerwehr erhalten hatte.

Der Prenzlauer Stadtbrandmeister Sven Wolf (62), verstorben am 9. Januar, wurde am 10. Februar in Prenzlau unter großer Anteilnahme beigesetzt
Der Prenzlauer Stadtbrandmeister Sven Wolf (62), verstorben am 9. Januar, wurde am 10. Februar in Prenzlau unter großer Anteilnahme beigesetzt (Foto: Kai Horstmann/Archiv)

Der Kfz-Meister war bereits im April 1982 der Freiwilligen Feuerwehr beigetreten. Er besuchte noch zu DDR-Zeiten die Offiziersschule für Feuerwehrkräfte, qualifizierte sich zum Hauptbrandmeister und arbeitete nach der Wende neben seinem ehrenamtlichen Wirken im Feuerwehrtechnischen Zentrum, verantwortete später das Prenzlauer Feuerwehrdepot als Angestellter der Stadt.  

Zahlreiche Kameradinnen und Kameraden aus Prenzlau, Templin und weiteren Freiwilligen Feuerwehren der Uckermark bildeten den Trauerzug.
Zahlreiche Kameradinnen und Kameraden aus Prenzlau, Templin und weiteren Freiwilligen Feuerwehren der Uckermark bildeten den Trauerzug. (Foto: Heiko Schulze)

Fast alle Prenzlauer Kameradinnen und Kameraden, die im Trauerzug "Katze" die letzte Ehre erwiesen, waren von ihm eingekleidet und ins Ehrenamt eingewiesen worden. Jeder hat seine ganz persönlichen Erinnerungen an Begegnungen mit Sven Wolf, der über ein unermessliches Fachwissen verfügte und in jeder Situation damit Ruhe und Sicherheit für die Einsatzkräfte ausstrahlte.

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Ebenso für jene, denen er zusammen mit seinen ehrenamtlichen Kameraden das Leben rettete. Er konnte dabei auch poltrig sein, aber selbst dabei blieb er immer ein Mensch mit einer hohen Sensibilität und einem großen Herzen. So schildert eine Leserin des Uckermark Kurier, die in der Nähe von Prenzlau bei einem Verkehrsunfall vor fünf Jahren eingeklemmt und schwer verletzt worden war, dass "Katze" über "unendlich lange Minuten hinweg meine Hand hielt und beruhigend auf mich einsprach, bis die Rettungskräfte mich befreit hatten."

Noch heute kommen ihr die Tränen, wenn sie an diesen Moment zurückdenkt und daran, dass "Katze" selbst nun viel zu früh von dieser Welt gehen musste. 

Die Fahnenträger aus Prenzlau sowie den Partnerwehren aus Uster (Schweiz) und Varéna (Litauen).
Die Fahnenträger aus Prenzlau sowie den Partnerwehren aus Uster (Schweiz) und Varéna (Litauen). (Foto: Heiko Schulze)

"Katze" - auf diesen Spitznamen des Stadtbrandmeisters war sogar ein HLF 2016 (Hilfsleistungs-Löschgruppenfahrzeug) getauft worden Dieses fand ebenfalls in der Formation des Trauerkorsos seinen gebührenden Platz.

Ordenskissenträger Sven Leske mit den zahlreichen Auszeichnungen und Orden, die Sven Wolf in  vier Jahrzehnten im Dienste der Freiwilligen Feuerwehr erhielt.
Ordenskissenträger Sven Leske mit den zahlreichen Auszeichnungen und Orden, die Sven Wolf in vier Jahrzehnten im Dienste der Freiwilligen Feuerwehr erhielt. (Foto: Heiko Schulze)

"Katzes" Urne, getragen vom Feuerwehrkameraden Sebastian Kamp, wurde im Anschluss an die Trauerfeier unter den Klängen des Volks- und Soldatenliedes „Ich hatt´ einen Kameraden, einen besseren findest Du nicht" beigesetzt. Die fachliche und menschliche Lücke, die der allseits anerkannte und beliebte Stadtbrandmeister hinterlässt, wird nicht einfach zu schließen sein. Die Erinnerung an einen besonderen Menschen bleibt.