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Regatta auf dem Uckersee

Prenzlauer „Ruderrekken” holen vierten Stern

Prenzlau / Lesedauer: 4 min

Beim Drachenboot-Cup Uckermark 2021 konnte den Prenzlauern kein anderes Team auf der 200-Meter-Strecke die Show stehlen. Sie holten sich zum vierten Mal in Folge den Titel und müssen ihre neuen Shirts wohl oder übel noch einmal zum Bedrucken geben.
Veröffentlicht:29.08.2021, 14:03

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Die blauen Shirts mit den drei Sternen als Symbol ihres Hattricks, ihr martialischer Schlachtruf und allein ihr Gebaren – die „Ruderrekken“ ließen keinen Zweifel daran aufkommen, wer der Favorit beim uckermärkischen Drachenboot-Cup 2021 ist. Bereits drei Mal in Folge – 2020 musste die Rennserie coronabedingt abgesagt werden – holten die Prenzlauer den Titel, und auch bei der Regatta am Sonnabend auf dem Unteruckersee zeigten sie sich angriffslustig und auf Sieg geeicht.

Doch die anderen Teams, und erst recht nicht der ärgste Konkurrent aus den vergangenen Jahren „Kinderstübchen“, ließen sich nicht so leicht einschüchtern, auch wenn einige, wie die „Steuer Ninjas“ – das Team vom Finanzamt Angermünde – ein bisschen nachgeholfen hatten, um sich Mut zu machen. „Wir setzen auf Sekt, Zuversicht und Teamgeist“, hob Kapitänin Manuela Raase demonstrativ ihr Gläschen. Immerhin saß die Hälfte der Besatzung das letzte Mal beim Cup vor zwei Jahren im Boot, die anderen waren absolute Neulinge und hatten nur am Morgen eine kurze Übungsfahrt. Das gleiche galt für die Mannschaft vom Angermünder Fitnessstudio „CenterSports“. Das Team um Kapitän Peter Scholze ging gänzlich ohne Training an den Start, rechnete sich aber durchaus eine Chance auf der 200-Meter-Stecke aus. „Wir sind Kraftsportler, Ausdauer haben wir keine“, bekannte André Pöschl. „Aber bei der kurzen Distanz ist eben Kraft ganz wichtig.“

Plan aufgegangen

Dass das Kalkül der Angermünder aufging, zeigte sich gleich beim ersten Rennen gegen „Feuer an Bord“. Da konnte das Team der Sparkasse Uckermark, das zu den alten Hasen beim Drachenboot-Cup zählt, noch so viele Rauchbomben in der Farbe seines Arbeitgebers zünden: „CenterSports“ ließ sich auf dem Wasser nicht abschütteln und kam nur eine Nasenspitze später ins Ziel.

Ihre Muskeln ließen auch die Kumpels von „Mein Lieblingsteam“ spielen, die ebenfalls nicht im Kielwasser untergehen wollten. Allerdings hatten sie im ersten Lauf etwas Pech und verloren Sekunden, weil sich der Steuermann beim Kurs auf die Zielboje verschätzt hatte. „Schwamm drüber“, meinte Kapitänin Christine Thetmeyer, schließlich gab es als Entschuldigung einen Kasten Bier spendiert.

Strategischer Einsatz

Dass aber auch Strategie ein wichtiger Faktor für ein erfolgreiches Abschneiden ist, bewiesen die „Landkreissprotten“ aus der Kreisverwaltung. Auf einer Magnettafel jonglierte Kapitän Marko Wagner mit den Namen seiner Leute entsprechend der Gewichtsverteilung und nach Paddelstärke jedes Einzelnen, um mit seiner Besatzung Kurs auf einen Platz im Mittelfeld zu nehmen. Gleiches tat die Enertrag-Mannschaft „Windstärke 8“. Auf einem Miniatur-Drachenboot wurden die Namen hin und her geschoben, um das Team bestmöglich zusammenzustellen und mit diesem die Konkurrenz in die Schranken zu weisen. Ihr erklärtes Ziel: die Titelserie der „Ruderrekken“ unterbrechen.

„Gewichtsverteilung? Rechts- oder Linkspaddler?“, darüber konnte Manfred Richter von den „Döös Paddels“ des Gropius-Krankenhauses in Eberswalde nur lachen. „Ich bin froh, dass ich das Boot voll bekommen habe. Wir sind eine reine Spaßmannschaft und fahren ganz sicher nicht vorne mit. Aber Dabeisein ist alles“, schätzte der Kapitän realistisch ein.

So kam es denn auch. Die „Döös Paddels“ landeten in der Fun-Wertung auf dem vierten Platz. Auf Rang eins ruderten die Muskelpakete von „CenterSports“, gefolgt von den „Landkreissprotten“ und „Mein Lieblingsteam“.

Knappe Entscheidung

Beim A-Finale der Sport-Teams wurde auf dem Wasser unerbittlich um jede Hundertstelsekunde gekämpft. Dabei zahlten sich einmal mehr ehrgeiziges Training, beinharte Disziplin und Mannschaftsgeist aus – Stärken, die die „Ruderrekken“ um Kapitän Kay Bax für sich beanspruchen. Zu recht, wie sie am Sonnabend zeigten. Die Prenzlauer ließen sich den Titel nicht aus der Hand nehmen und holten den vierten Stern für ihre Shirts. Die 200 Meter legten die Drachenboot-Sportler in 00:59,019 Sekunden zurück. Die Zeit konnte die Konkurrenz nicht unterbieten, auch wenn der Sieg für die Enertrag-Leute zum Greifen nahe war (01:02,318 Minuten). Auf dem dritten Rang landete das Team „Kinderstübchen“ mit     01:03,746 Minuten vor „Feuer an Bord“ mit 01:05,154 Minuten.

Wir sind superstolz und glücklich: Wir sind unter einer Minute geblieben, das war unser Ziel“, jubelte Silke Wiezorek. Der Freudentaumel im Team kannte keine Grenzen, denn auch auf der 1000-Meter-Strecke ging der Sieg an die „Ruderrekken“. Sie kämpften sich über diese Distanz, die ziemlich an die Substanz der Hobbysportler ging, in 05:25,790 Minuten und wiesen damit „Kinderstübchen“, „Feuer an Bord“, „Windstärke 8“ und die „Landkreissprotten“ auf die weiteren Plätze.