Praxisübernahme

Prenzlauer Ärztin erfüllt sich Traum

Prenzlau / Lesedauer: 4 min

Nahtloser Wechsel in der Frauenarztpraxis in der Diesterwegstraße in Prenzlau. Dr. med. Christin Holdack wird die Praxis von nun an führen.
Veröffentlicht:21.01.2023, 10:57
Aktualisiert:21.01.2023, 18:35

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Bereits als Kind hatte Christin Holdack einen großen Wunsch. Wie vielen jungen Mädchen gefiel auch ihr die Vorstellung, einmal Ärztin zu werden. Und das nicht irgendwo – in ihrer Heimatstadt Prenzlau sollte es sein. „Bei Spaziergängen mit meinen Eltern durch die Stadt habe ich oft zu ihnen gesagt, ‚irgendwann habe ich hier meine eigene Praxis‘“, erinnert sich die Uckermärkerin. Jahrzehnte später macht die heute 37-Jährige ihren Kindheitstraum wahr: Seit Monatsbeginn gibt es die Arztpraxis „Dr. med. Christin Holdack“ in der Prenzlauer Diesterwegstraße 1. Sie übernahm die gesamte Facharztpraxis für Frauenheilkunde und Geburtshilfe der Medizinerin Andrea Herbst. Die Übernahme schloss das dreiköpfige „Schwestern-Team“ sowie alle registrierten Patientinnen der Vorgängerin mit ein. „Frau Herbst hatte eine gut laufende Praxis mit sehr vielen Patientinnen. Täglich wird mir gesagt, wie dankbar die Frauen für meine Übernahme sind. Sie freuen sich, dass ihnen weiterhin eine kompetente Beratung vor Ort zur Verfügung steht. Der Zuspruch hat mir den Start mit meiner eigenen Praxis sehr erleichtert“.

Ein Jahr zuvor fiel die Entscheidung für den Schritt in die Selbstständigkeit. „Frau Herbst schrieb die Praxisvergabe öffentlich aus. Wir hatten bereits im Vorfeld immer mal wieder darüber gesprochen, dass beide Seiten sich in der Zukunft eine Übernahme gut vorstellen könnten. Aber entschieden wurde es tatsächlich erst mit der Ausschreibung“, sagt Christin Holdack.

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Die Gynäkologin kündigte ihre Festanstellung bei der Gesellschaft für Leben und Gesundheit (GLG) in Angermünde. Wichtig war ihr, so erzählt sie es dem Uckermark Kurier, dass die neue Technik und die Software rechtzeitig liefen. Die Praxis blieb fast durchgehend geöffnet, lediglich für zwei Wochen schlossen wir, um das bestehende Betriebssystem auszutauschen“. Der Vorteil bei einer Übernahme einer gut laufenden Arztpraxis sei, so die Medizinerin, dass das eingespielte Praxisteam bestens Bescheid weiß. „Meine Mitarbeiterinnen kennen die Patientinnen, sie wissen, was für die Behandlungen notwendig ist, und sichern damit täglich einen reibungslosen Ablauf. Das macht vieles einfacher. Ich erfahre aber auch von den Patientinnen großes Verständnis, wenn sie mal etwas länger warten müssen“.

Der Werdegang bis zur Eröffnung der eigenen Facharztpraxis war für die Mutter eines Kindes nicht mit einem Wimpernschlag getan. Viele Jahre verbrachte die Ärztin in Schulen und an Universitäten. Nach dem erfolgreichen Abschluss des Abiturs am Prenzlauer Gymnasium folgte ein sechsjähriges Studium der Humanmedizin in Hamburg. Als junge ehrgeizige Studentin im hohen Norden ging Christin Holdack den in Fachkreisen als eher schwierig bezeichneten Weg, denn sie entschied sich für eine parallel laufende Promotion. So durfte sie sich nach erfolgreicher Verteidigung und der Verleihung der Promotionsurkunde Frau Doktor Holdack nennen.

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In weiteren fünf Jahren eignete sie sich in einer Facharztweiterbildung ihr heutiges Wissen auf dem Gebiet der Gynäkologie an. Die Entscheidung dafür habe sie bewusst getroffen, sagt die Medizinerin: „Ich fand das Fachgebiet Gynäkologie und Geburtshilfe äußerst spannend und vielseitig. Es gibt Patientinnen jeden Alters, mit ganz unterschiedlichen Diagnosen. Werdende Mütter bringen zudem oft viel Freude und Aufregung in die Praxis. Die Frauenheilkunde deckt ein großes interessantes Spektrum ab“.

Ab 30. Januar schließt die Ärztin ihre neue Frauenarztpraxis für zwei Wochen, um den Räumen auch optisch eine persönliche Note zu geben. „Die Maler bringen dann wieder frische Farben an die Wände und tauschen den in die Jahre gekommenen Fußboden gegen eine moderne Variante aus. Ich habe bereits ein neues Ultraschallgerät gekauft. Ansonsten befand sich die Praxis samt Inventar bei meiner Übernahme in einem guten Zustand“, so Holdack.