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Prenzlauer Fernmeldebataillon ist beim NATO-Manöver Quadriga dabei

Prenzlau / Lesedauer: 2 min

Am kommenden Wochenende beginnt europaweit das große NATO-Manöver Quadriga. Die Prenzlauer Fernmelder bauen und betreiben dabei verschiedene Gefechtsstände.
Veröffentlicht:09.02.2024, 17:31

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Viele Uckermärker haben die Truppenbewegungen in den vergangenen Tagen bemerkt. Derzeit fängt ein Großmanöver an, das vom 11. Februar bis Mai 2024 dauern soll. Daran nimmt auch das Fernmeldebataillon 610 als Teil des "Multinationalen Korps Nordost der NATO" teil. Diesem Korps sind die Prenzlauer Soldaten als deutscher Anteil unterstellt. Sie bauen und betreiben dabei die verschiedenen Gefechtsstände des Korps.

Über 12.000 Bundeswehrangehörige sind dabei

Oberleutnant Frithjof Behrens teilt in diesem Zusammenhang mit: "Solche Übungen stellen keine Besonderheit dar, sondern werden regelmäßig durchgeführt." Dabei sind vier von fünf Kompanien und Teile des Bataillonsstabes im Einsatz. In der fünften Kompanie haben am 1. Februar unterdessen Rekruten ihre Grundausbildung begonnen.

Insgesamt sind mehr als 12.000 Frauen und Männer der Bundeswehr beteiligt, vor allem die Angehörigen der Landstreitkräfte. Für das Heer ist das die größte Übung seit Beginn des Ukrainekrieges. Während des ganzen Manövers sollen rund 90.000 Soldaten der NATO im Übungseinsatz sein.

Manöver von Februar bis Mai

Unter Quadriga 2024 versteht die Bundeswehr mehrere Großübungen in Deutschland und im Ausland. Dabei übt sie mit ihren Verbündeten den Kriegsfall. Laut des Bundeswehrverbandes sind die Manöver Teil der NATO-Übung „Steadfast Defender“. 

Das Großmanöver setzt sich aus vier Teilübungen zusammen: Grand Center, Grand North, Grand South und Grand Quadriga. Der Kern des Manövers sollen vier Truppenverlegungen an die Nordostflanke der NATO sein:  Bei Grand North geht es darum, Truppenteile nach Norwegen zu bringen, bei Grand Center sollen im April und im Mai Einheiten über Polen nach Litauen verlegt werden, während im Mai bei der Übung Grand South Soldaten und Material über Ungarn nach Rumänien verlegt werden. Den letzten Schwerpunkt setzt Grand Quadriga ebenfalls im Mai, bei dem laut Bundeswehr dann auch über die Ostsee direkt nach Litauen Truppen verlegt werden.

Ungewohnter Anblick auf Straßen und Bahnhöfen

Züge mit Panzern und Konvois auf Autobahnen können also in den nächsten drei Monaten wieder zum Straßenbild gehören. Ein Anblick, der in Deutschland seit 1990 selten geworden ist.

Die schnelle Verlegung eigener Kräfte soll das Funktionieren von verknüpften NATO- und nationalen Verteidigungsplänen erproben. Am Ende soll zusätzlich die Verlegung von Kräften von Nordamerika nach Europa geübt werden.

Größte Übung seit 1988

Weiterhin geht es um den Einsatz und die Führung von Truppen über einen längeren Zeitraum, hieß es. Zusätzlich liefere die Bundeswehr über den gesamten Zeitraum wertvolle Unterstützung und Schutz für die Streitkräfte der NATO-Partner, die ihre Truppe und ihr Material durch Deutschland verlegen, da Deutschland in der Mitte liegt und klassisches Aufmarschgebiet ist. 

Die letzte wirklich große NATO-Übung fand zu Zeiten des kalten Krieges statt. 1988 sollen etwas über 124.000 Soldaten im Einsatz gewesen sein. Damals war Deutschland noch geteilt und NVA und Bundeswehr standen sich stellvertretend für die Blöcke gegenüber.