StartseiteRegionalUckermarkRettungshubschrauber wird selbst zum Notfall

Rauch im Maschinenraum

Rettungshubschrauber wird selbst zum Notfall

Hohenreinkendorf / Lesedauer: 2 min

Die Besatzung des Rettungshelikopters „Christoph 64“ war bei einem Einsatz in der Uckermark plötzlich selbst auf Hilfe angewiesen.
Veröffentlicht:21.03.2023, 14:09

Artikel teilen:

Von technischen Pannen sind nicht nur Landfahrzeuge betroffen. Die "Defekthexe" auf ihrem Besen kann auch Helikopter an ihrem Flug hindern, sodass Luftretter plötzlich selbst auf Hilfe angewiesen sind. So geschehen beim Einsatz des in Angermünde stationierten Rettungshubschraubers „Christoph 64“ am vergangenen Sonntag in Hohenreinkendorf, der dorthin zu einem medizinischen Notfall gerufen worden war. Bis zu seinem Einsatzort war der „Vogel“ noch gekommen, als der Pilot seine Triebwerke wieder starten wollte, passierte außer Rauch aus dem Maschinenraum nichts. Immerhin so viel Rauch, dass vorsichtshalber die Feuerwehr alarmiert wurde.

Bitte akzeptieren Sie die Marketing-Cookies um diesen Inhalt darzustellen.

Der Helikopter im Einsatz.

Was für Außenstehende ziemlich aufregend wirken musste — wann strandet schon mal eine Flugmaschine in einem uckermärkischen Dorf? –, bezeichnete Stefanie Kapp als „undramatisch“. Auch deshalb, weil die medizinische Versorgung des Patienten trotz der Panne gewährleistet und er — wie es ohnehin geplant gewesen sei — auf dem Landweg in eine Klinik gebracht werden konnte.

Die Sprecherin der Deutschen Rettungsflugwacht (DRF), die unter anderem die Station in Angermünde betreibt, bestätigte gegenüber dem Nordkurier, dass ein technischer Defekt den Hubschrauber am Sonntag am Weiterflug gehindert habe. Die zwei Turbinen des Helis ließen sich nicht starten. Wohl oder übel musste die Crew ihr Fluggerät vor Ort stehen lassen, wo es über Nacht von Mitarbeitern einer Sicherheitsfirma bewacht wurde, so Stefanie Kapp.

Für Pannen der Rettungshubschrauber, wie eine in Hohenreinkendorf aufgetreten ist, unterhält die DRF mobile Technikteams, die vor Ort den Heli checken. „Unser Team hat am Montagmorgen den Fehler finden und auch gleich beheben können. Nach der Reparatur konnte ,Christoph 64’ wieder abheben. Kurz vor 11 Uhr war er schon wieder in Betrieb“, sagte die DRF–Sprecherin. 

Was wäre wenn ...?

Und was wäre gewesen, wenn die Techniker den Helikopter nicht wieder startklar bekommen hätten? Wäre dann die Uckermark ohne Rettungshubschrauber geblieben? „Notfalls hätten wir schnell für eine Ersatzmaschine gesorgt. Unser Ziel ist es, eine lückenlose Versorgung sicherzustellen“, versicherte Stefanie Kapp.

Auch für die Feuerwehrleute war es ein nicht alltäglicher Einsatz.
Auch für die Feuerwehrleute war es ein nicht alltäglicher Einsatz. (Foto: FF Hohenreinkendorf)