StartseiteRegionalUckermarkSchaf–Oma Elli stirbt qualvollen Tod

Wolf reißt Familienliebling

Schaf–Oma Elli stirbt qualvollen Tod

Göritz / Lesedauer: 3 min

In Göritz bei Prenzlau hat eine Frau Sonntag eine furchtbare Entdeckung gemacht. Hier haben vermutlich zwei Wölfe neben dem Wohnhaus  zugeschlagen.
Veröffentlicht:30.04.2023, 13:24

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Zu Beginn des langen Maiwochenendes hatte Manuela Porrey noch die Zeit mit ihren drei Schafen genossen. Samstagabend streichelte sie die Tiere und gab ihnen eine Leckerei zur Nacht. Doch als sie die Vierbeiner am Morgen darauf besuchte, machte die Unternehmerin eine furchtbare Entdeckung. Einer ihrer Lieblinge lag bis zur Unkenntlichkeit zerfetzt im Gras. Die 16 Jahre alte Schaf–Oma Elli war über Nacht dem Wolf zum Opfer gefallen. Mittlerweile wissen die Besitzer aus Göritz, dass mindestens zwei der Raubtiere auf ihr Grundstück eingedrungen sein müssen.

In freier Wildbahn nimmt die Zahl der Wölfe deutschlandweit kontinuierlich zu.
In freier Wildbahn nimmt die Zahl der Wölfe deutschlandweit kontinuierlich zu. (Foto: Boris Roesler)

Kurz nach dem Fund hatte Manuela Porrey nämlich Kontakt zu einem Wolfsbeauftragten aufgenommen, der unverzüglich zum Ort des Geschehens kam. „Dieser konnte uns zweifelsfrei bescheinigen, dass hier kein wildernder Hund oder irgendein anderes Tier zugeschlagen hat“, erzählt Manuela Porrey dem Uckermark Kurier.

Wirbelsäule durchbissen

Unsere Leserin berichtet erschüttert, dass ihr der Experte das anhand der Umstände belegt habe: „Nur ein Wolf hat die Kraft, die Wirbelsäule einfach durchzubeißen. Die Bissspuren waren ein weiterer Beweis für diese Annahme.“

Während die Uckermärkerin die nüchternen Fakten wiedergibt, muss sie um Fassung ringen: „Die Elli war nicht nur ein Schaf, sondern unser Familienmitglied. Mit ihrer ruhigen Art und dem lieben, fast kindlichen Gesicht war sie uns in den letzten Jahren richtig ans Herz gewachsen. Dass sie nun so ein schlimmes Schicksal erleiden musste, betrübt uns zutiefst.“ Besorgt ist das Ehepaar auch darüber, dass die Wölfe das Tier nur wenige Meter neben ihrem Wohnhaus gerissen haben.

Der Wolfsbeauftragte vermaß die Unglücksstelle.
Der Wolfsbeauftragte vermaß die Unglücksstelle. (Foto: privat)

„Unsere Schlafstube ist in Hör– und Sichtweite, aber wir haben nichts von dem Drama mitbekommen. Wir haben Elli nicht schreien hören, auch die anderen beiden Schafe nicht.“ Der Fachmann habe ihnen am Sonntag das Vorgehen der Wölfe erläutert. Diese würden nach dem Riss warten, bis ihr Opfer keinen Puls mehr habe und sich dann ans Fressen machen, beschreibt Manuela Porrey das Unfassbare.

Rudel bestimmen

Jetzt seien noch Proben von dem Kadaver genommen worden, ergänzt sie im Interview: „Sie sollen Aufschluss geben, aus welchem Rudel die Wölfe stammen.“ Die Betroffenen haben sich an die Öffentlichkeit gewandt, um andere Tierhalter zu warnen: „Schützen Sie Ihre Herde so gut es geht.“

Sie selbst hätten einen 90 Zentimeter hohen Zaun gehabt, versichert Manuela Porrey: „Aber den haben die Angreifer wohl wie im Spiel übersprungen. Der war offensichtlich überhaupt kein Hindernis.“ Die Familie wird nächste Woche Besuch von Experten bekommen, welche eine Wolfsberatung durchführen sollen. „Einen 100–prozentigen Schutz kann man vermutlich nicht herstellen. Aber ich hoffe, dass sie uns sagen, was wir für die übrigen zwei Tiere tun können."