Vortrag in der Uckermark

Sprecher von „Anwälte für Aufklärung” kommt

Prenzlau / Lesedauer: 4 min

Der Jurist Dr. Alexander Christ wird am 3. Februar in der Uckermark ein Zentrum vorstellen, in dem man Corona-Unrecht registrieren lassen kann.
Veröffentlicht:30.01.2023, 13:58
Aktualisiert:30.01.2023, 15:06

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Seit ein paar Monaten wird in den Medien vermehrt sowohl über Grundrechtseingriffe der Coronazeit als auch über Impfnebenwirkungen berichtet. Das sei auch höchste Zeit, dass mit der Aufarbeitung begonnen werden, betont der Anwalt Dr. Alexander Christ. Denn nur so könne in der Gesellschaft ein Genesungsprozess in Gang gesetzt werden, der für das nächste Mal – „und das wird kommen“ – wappnen helfe. Man dürfe über geschehenes Unrecht nicht einfach den Mantel des Schweigens legen – in der Hoffnung, dass von allein alles gut wird. „Denn das wird es nicht“, ist der 57-Jährige, der Rechtswissenschaft, Politikwissenschaft, Philosophie und Germanistik studiert und über Montesquieu promoviert hat, überzeugt.

Anfangs in Angst gelebt

Der als Rechtsanwalt in Berlin tätige Jurist engagiert sich seit Jahrzehnten für Freiheit, Grundrechte und Demokratie, wie er betont. Aber insbesondere die Corona-Entwicklungen hätten ihn von Anfang an mit großer Sorge um den deutschen Rechtsstaat erfüllt, erklärte er im Gespräch mit dem Uckermark Kurier.

Als Anfang 2020 die ersten Meldungen über den Ausbruch in Wuhan die Schlagzeilen bestimmten, habe auch er eine Zeit lang in größter Angst vor Ansteckung gelebt, räumte der Endfünfziger ein: „Ich dachte: ‚Um Gottes Willen, jetzt kommt das gefährliche Virus auch zu uns‘. Erst Streitgespräche mit meiner Frau, die von Anfang an skeptisch war, führten dazu, dass ich meinen gesunden Menschenverstand wieder eingesetzt und das Geschehen nüchtern betrachtet habe.“ Seitdem legt er den Finger auf die Wunde und klagt an.

Thalia schwärmt für Autor

„Und liefert das vernichtende Urteil gleich mit: Alles, was Recht ist, wissen wir nicht mehr. Die Gesetze, die im Zuge der Corona-Maßnahmen erlassen wurden und unser aller Leben einschneidend veränderten, sind nicht nur schlecht gemacht, sondern auch Instrumente zur unverhältnismäßigen Einschränkung unser aller Freiheiten. Das Rechtsempfinden hat sich der Staatsräson gebeugt. Der Rechtsstaat sich aufgegeben. Die Justiz vollständig versagt. Doch wie konnte es so weit kommen? Indem, so argumentiert Christ, uns, den Bürgern, unser moralischer Kompass regelrecht abtrainiert wurde. Wir wissen nicht mehr, was Recht und was Unrecht ist. Haben vergessen, was Würde meint. Und vor allem: dass wir der Staat sind. Christs ebenso brillante wie tiefgreifende philosophische Analyse ist Weckruf und Anleitung zugleich. Sie lehrt uns, dass der Totalitarismus niemals siegen kann, wenn wir, die Bürger, dies nicht zulassen. Und zeigt auf, wie Recht und Gerechtigkeit doch noch zu retten sind, durch unser aller Menschlichkeit, unser tägliches Handeln und Tun“ – so ist es bei Thalia nachzulesen, wo sein Buch „Corona-Staat“ – wie auch bei Weltbild, Hugendubel und anderen Plattformen – zurzeit zum Bestseller avanciert.

Juristische Aufarbeitung nötig

Am Freitag, dem 3. Februar, kommt der Autor in die Uckermark, auch um auf das „Zentrum zur Aufarbeitung, Aufklärung, juristischen Verfolgung und Verhinderung von Verbrechen gegen die Menschheit aufgrund der Corona-Maßnahmen“ aufmerksam zu machen. Das ist eine Stiftung, die von Unternehmern, Juristen, Psychologen, Künstlern und anderen Anhängern universeller Menschenrechte gegründet worden ist. Der Experte, der sich auch bei „Anwälte für Aufklärung“ engagiert, wirbt dafür, aktiv zur Aufarbeitung beizutragen.

Dafür seien auf dieser Internet-Plattform von Fachleuten Erfassungsbögen erstellt worden, mittels derer Fälle registriert werden können. „Die teilweise willkürlichen Corona-Maßnahmen und die schnell aufgebaute Akzeptanz in der Bevölkerung haben gezeigt, wie einfach eine Gesellschaft manipuliert werden kann und wie schnell Menschenrechtsverletzungen salonfähig werden. Die Aufarbeitung bringt den Umfang des erfolgten Unrechts zu Tage und legt den Grundstein für Veränderungen. Die Aufklärung dient der Bewusstseinsschärfung und der Übernahme von Eigenverantwortung. Die juristische Verfolgung führt den Verantwortlichen vor Augen, dass ihr Verhalten nicht konsequenzenlos bleibt. Dabei steht nicht zwangsläufig der Aspekt einer möglichen Bestrafung im Vordergrund“, betonen die Initiatoren, zu denen Christ zählt.

Er weiß, dass bei vielen Menschen Angst die Triebfeder war. Doch diesem Angstverdikt setzt er die Freiheitsliebe entgegen. Christ, der auch Mitautor des Spiegel-Bestsellers „Die Intensiv-Mafia“ und seit 2021 Pressesprecher der „Anwälte für Aufklärung“ ist, würde sich freuen, wenn es bei seinem Besuch in Malchow, wo er ab 18 Uhr in der Dorfkirche zu erleben ist, zu einem regen Austausch käme.