StartseiteRegionalUckermarkTabbert: Parteiwechsel sollte kein Zeichen für Kommunalwahl sein

Gründungsmitglied

Tabbert: Parteiwechsel sollte kein Zeichen für Kommunalwahl sein

Templin / Lesedauer: 2 min

Der Wechsel der Partei direkt vor der Kommunalwahl wirft Fragen auf. Detlef Tabbert meint, das Timing sei zufällig.
Veröffentlicht:22.05.2024, 15:00

Artikel teilen:

Templins Bürgermeister Detlef Tabbert will zu den Gründungsmitgliedern des Landesverbandes des Bündnis Sahra Wagenknecht in Brandenburg gehören und damit von den Linken in Brandenburg in die neue Partei wechseln. Der Fraktionsvorsitzende der Linken in der Stadtverordnetenversammlung und Kreis-Chef der Linken, Andreas Büttner, hatte sich daraufhin persönlich enttäuscht gezeigt. Zugleich übte Büttner Kritik, von diesem Schritt aus den Medien erfahren zu müssen. 

Timing zufällig

Detlef Tabbert gab auf Nachfrage des Uckermark Kurier zu, dass die Veröffentlichung anders gelaufen sei als gedacht. Sie sei im Zusammenhang mit der Gründung des Landesverbandes früher geschehen, als es nach seinem Wissen geplant gewesen sei.  Der Landesverband will sich am Sonnabend, dem 25. Mai, in Schwedt gründen. Das Timing seines Wechsels so kurz vor der Kommunalwahl sei damit von seiner Seite zufällig, betonte er, und habe nichts mit der Kommunalwahl zu tun. "Wenn man persönlich etwas bewegen möchte, dann sollte man auch von Anfang an dabei sein und zu den Gründungsmitgliedern gehören", so Tabbert, der 14 Jahre der Partei der Linken angehörte.

Weiter gute Zusammenarbeit angestrebt

Sein Entschluss habe nichts mit den handelnden linken Akteuren vor Ort zu tun. Da gebe es sehr engagierte Leute. "Wir hatten immer einen guten Draht zueinander", sagte er und wünschte sich weiter eine gute Zusammenarbeit mit ihnen. Über seine Wechselabsichten habe er auch zu verschiedenen Anlässen mit Linken vor Ort gesprochen. Warum Andreas Büttner davon aus den Medien erfahren habe, kommentierte Tabbert nicht. Auch mit Landespolitikern wie Ralf Christoffers, Anita Tack oder Sebastian Walter sei die Zusammenarbeit stets sehr angenehm gewesen. Forderungen wie nach freiem Essen für die Kinder in den Schulen unterstütze er nach wie vor. Ihm sei als Bürgermeister nicht daran gelegen, das Betttuch zu zerschneiden, sondern er strebe weiter eine gute Zusammenarbeit mit allen demokratischen Kräften an. Er suche auch keinen neuen Job, so der Templiner Bürgermeister, der noch bis 2026 im Amt ist. Er bekräftigte: Er wolle auch nicht für den Landtag kandidieren.

Linke im Bund zu "großstadtlastig"

Die Ankündigung seines Wechsels sei zudem "kein Zeichen für die Kommunalwahl". Seine politische Positionierung habe einzig mit den Vorstellungen der Linken im Bund zu tun, mit denen er nicht mehr konform gehe. "Ich bin eher konservativ orientiert", sagte Tabbert. Als Oppositionspartei hätte die Linke dem Selbstbestimmungsgesetz des Bundes nicht zustimmen müssen. Er halte es für falsch, wenn Minderjährige tiefgreifende Entscheidungen, wie zum Geschlecht, die ein ganzes Leben bestimmten, so früh allein treffen dürfen. Tabbert zeigte sich mit dem Umgang der Linken mit dem ländlichen Raum unzufrieden. Er sehe keine ausreichende Schwerpunktsetzung mehr bei der arbeitenden Bevölkerung und finde die politische Ausrichtung der linken Bundespolitik als zu "großstadtlastig".