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Qualitätsprüfung

Uckermärkischen Bäckern sehr gutes Brot bescheinigt

Angermünde / Lesedauer: 3 min

Die Bäckermeister und Konditoren der Uckermark stellen sich mit ihren Produkten dem Urteil von Michael Isensee vom Deutschen Brotinstitut. Dessen Fazit ist eindeutig.
Veröffentlicht:08.07.2023, 12:25

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Die diesjährige Brot– und Brötchenprüfung der Bäcker– und Konditorinnung Uckermark hat im Angermünder „Stadtcafé Hilde und Heinz“ stattgefunden. Michael Isensee vom Deutschen Brotinstitut hat einen Kennerblick für das perfekte Backwerk. Seit 30 Jahren testet er landauf, landab Brot und Brötchen. Auch diesmal hatte ihn die Innung eingeladen. Isensee konnte den fünf teilnehmenden Innungsbäckereien der Uckermark die hervorragende Qualität ihrer Backwaren bescheinigen. Von den 20 geprüften Broten haben 13 das Prädikat sehr gut erhalten. Bei den Brötchen war das Ergebnis noch besser.

Klangvolle Namen

In der Prüfungskommission saß auch Rüdiger Fink, der 30 Jahre lang Geschäftsführer der Handwerkerschaft Uckermark war. „So eine Prüfung hat mir schon immer Spaß gemacht. Bäcker sind unheimlich kreativ und haben eine jahrhundertelange Handwerkstradition“, begründete Rüdiger Fink, warum er trotz Ruhestands noch Brot– und Brötchenprüfer ist. Im Duett mit Michael Isensee testete er sich durch einen langen Tisch voller Backwaren mit so klangvollen Namen wie Saftkruste, Kürbiskernbrot und Heidenbrot. Auch das gute alte Mischbrot und natürlich Sesambrötchen und Knüppel waren dabei.

Knuspriges Geheimnis

Viele Brot– und Brötchenhappen wanderten über die Zungen der Prüfer, die zwischendurch immer mal wieder mit einem Schluck Wasser neutralisierten. Sie achteten auf die sensorischen Eigenschaften, zum Beispiel, wie sich das Brötchen anfühlt, wie es aussieht und riecht und welches Aroma es hat. Außerdem haben sie die Krusteneigenschaften und die Krume genau begutachtet. Während die Brötchen tagesfrisch sein mussten, sollten die Brote 24 Stunden alt sein. Das hatte seinen Grund. Michael Isensee erläuterte: „Warm schmeckt alles. Aber wenn ein Brot einen Tag alt ist, da trennt sich die Spreu vom Weizen.“ Eine Frau, die einfach so vorbeigekommen war, wollte wissen, warum ihre selbstgebackenen Brötchen zu Hause nie so knusprig werden. „Nicht umsonst lernt der Bäcker drei Jahre. Die Ausbildung macht‘s und die Erfahrung“, erwiderte Michael Isensee.

Treffen der Bäckermeister: Ein bisschen Fachsimpeln muss sein.
Treffen der Bäckermeister: Ein bisschen Fachsimpeln muss sein. (Foto: Eva-Martina Weyer)

Nachfolgen geregelt

Der Prüfungstag war zugleich ein Treffen der Bäckermeister, die sich über Sorgen und Schönes aus dem Alltag der Backstuben austauschten. Zu dem Schönen gehört, dass die Bäcker in der Uckermark es durch eigene Kinder sowie eigene Mitarbeiter geschafft haben, die Nachfolge in ihrem Betrieb zu regeln. Noch etwas Schönes: Bäckermeister Julien Strittmatter aus Lychen bäckt mit Dinkel und Roggen. „Dinkel ist zwar fester, aber es kann auch von Leuten mit einer Weizenunverträglichkeit gegessen werden“, wusste Michael Isensee.

Blick von draußen

Seit Mai ist Frank Schäpe aus Schwedt neuer Obermeister der Bäcker– und Konditorinnung Uckermark. Er hat den Staffelstab von Thomas Kolberg übernommen. Stellvertretender Obermeister ist Klaus Schreiber. Frank Schäpe sagte: „Wir freuen uns, dass der junge Bäckermeister Julien Strittmatter ebenfalls im Vorstand der Innung ist.“ Die Bäckerinnung in der Uckermark gibt es seit 1995. Seitdem findet jedes Jahr eine Brot– und Brötchenprüfung sowie eine Stollenprüfung statt. Von den zehn Innungsmitgliedern haben sich fünf den Prüfern gestellt.

Mitgemacht haben Thomas Kolberg aus Templin, Julien Strittmatter aus Lychen, Klaus Schreiber aus Angermünde und Dario Schäpe aus Schwedt sowie Jens–Dietrich Schmidt aus Gramzow. „Man braucht mal einen Blick von draußen, um zu wissen, wo man mit seinen Produkten steht“, begründete Klaus Schreiber seine Teilnahme. Ähnlich ging es wohl auch den anderen Meistern. Jüngste „Verkosterin“ war übrigens Velaya, die dreijährige Tochter von Bäckermeister Dario Schäpe.