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Kundgebung

Uckermark-Landrätin solidarisiert sich mit Protestbewegung in Templin

Templin / Lesedauer: 3 min

In der Stadt wollen Landwirte, Unternehmer, Handwerker und Gewerbetreibende so lange gegen die Politik der Regierung protestieren, bis sie erhört werden. 
Veröffentlicht:26.01.2024, 19:26

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„Unser Protest hört nicht auf. Wir fangen unten an und gehen bis ganz nach oben, bis wir von der Regierung erhört werden.“ Das sagte am Freitagnachmittag Patricia Ribbeck. Die Landwirtin vom Gut Reinfeld gehörte zu den hunderten Teilnehmern einer Protestdemonstration auf dem Templiner Markplatz. So wie sie unterstrichen auch andere Landwirte, Unternehmer, Handwerker, Händler, Gewerbetreibende und Selbstständige, dass sie in ihrem Protest gegen die Politik der Regierung nicht nachlassen werden.

Klares Bekenntnis

Erstmals mit dabei war Uckermark-Landrätin Karina Dörk (CDU). Sie war gekommen, um sich ganz klar mit der Protestbewegung zu solidarisieren. „Ich unterstreiche, dass ich Ihnen zur Seite stehe. Ich bin stolz auf unsere Landwirte, dass sie diesen Protest so bundesweit auf die Straße gebracht haben und dass sich die Handwerker, die Transportunternehmer, die Unternehmen insgesamt an diesem Protest beteiligen“, sagte sie. Sie stellte klar, dass jede Erhöhung von Steuern und Abgaben, die von der Regierung beschlossen werde, eben nicht nur die Unternehmen treffe, sondern am Ende jeden einzelnen Bürger.

Dörk brachte zudem ihre Enttäuschung zum Ausdruck, dass Bundeskanzler Olaf Scholz erklärt habe, er lasse sich nicht von den Protesten erpressen. Er vertausche damit Ursache und Wirkung. „Sie sind alle nur hier, weil die letzten Erhöhungen der Maut und der Co2-Steuer ganz kräftig bei den Unternehmen zu Buche schlagen und sich das letztlich auch bei uns als Bürger widerspiegelt.“

Landrätin Karina Dörk nahm sich die Zeit, um mit Protestteilnehmern persönlich zu sprechen.
Landrätin Karina Dörk nahm sich die Zeit, um mit Protestteilnehmern persönlich zu sprechen. (Foto: Horst Skoupy)

Brief an den Ministerpräsidenten

Stefan Hennig, Reeder und selbstständiger Handwerker, der die Protestkundgebung angemeldet hatte, war froh, dass die Landrätin am Freitag nach Templin gekommen war. Er überreichte ihr einen Brief mit den Protesten der Unternehmen, deren Unterstützerzahl inzwischen auf über 200 angewachsen ist, mit der Bitte, ihn Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke zu übergeben. Das sicherte Karina Dörk auch zu. Die Unternehmer verbinden damit die Hoffnung, dass Dietmar Woidke ihren Protest bis in die Bundesregierung weiterträgt, „weil wir unsere Politiker und Bundestagsabgeordneten mittlerweile nicht mehr erreichen“.

Seniorengeneration im Stich gelassen

In bewegenden Worten schilderte Eva-Maria von Häfen, wie sich die Situation für Senioren darstellt, die sie mit ihrer „SeniorenLebenshilfe“ betreut. Sie seien es gewesen, die mit ihrer Arbeit dem Land zu dem heutigen Wohlstand verholfen hätten. Doch ihre Realität seien Renten, die nicht ausreichen würden, um die Mehrkosten für die Heizung, für den Einkauf oder an den Tankstellen auszugleichen.

„Die Kluft zwischen den von Kranken- und Pflegekassen und den privat zu finanzierenden Pflege- und Gesundheitsleistungen wird immer größer“, sprach sie über Erfahrungen. Die Regierung lasse diese Generation im Stich. Dafür beschäftige sie sich mit Überregulierung und permanenten Eingriffen in die Wirtschaft und „wie sie den letzten Cent aus unseren Bürgern herauspressen kann“, kritisierte sie. 

Noch vor der Kundgebung wälzte sich ein Autokorso von knapp 150 Fahrzeugen durch Templin.
Noch vor der Kundgebung wälzte sich ein Autokorso von knapp 150 Fahrzeugen durch Templin. (Foto: Horst Skoupy)

Noch vor der Kundgebung erlebten die Templiner und Gäste der Stadt den mittlerweile dritten Autokorso in der Stadt. Er startete gegen 13.30 Uhr im Gewerbegebiet. Einmal mehr hatte sich dort eine Kolonne von knapp 150 Fahrzeugen formiert. Landwirte kamen mit ihren Traktoren, Spediteure und große Unternehmen mit Lastern und dazwischen reihten sich immer wieder Transporter von Handwerksfirmen, Dienstleistern beziehungsweise Selbstständigen ein.