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Gemeinschaftsprojekt

Vertrag unterzeichnet! Lang ersehnter Radweg auf Bahntrasse kann kommen

Uckermark / Lesedauer: 3 min

Großer Bahnhof für den Radweg Prenzlau-Templin. Staatssekretär Uwe Schüler brachte einen Entwurf für eine Finanzierungsvereinbarung mit und betonte die Vorbildwirkung. 
Veröffentlicht:13.02.2024, 12:20

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Lange hat die Uckermark gewartet - jetzt ist der Weg für den Radweg zwischen Prenzlau und Templin frei. Zu Beginn der Woche haben die Bürgermeister und Amtsleiter der beteiligten Gemeinden das Projekt des Radweges zwischen Prenzlau und Templin mit ihren Unterschriften besiegelt. Prenzlau, Templin, die Gemeinden Boitzenburger Land und Nordwestuckermark sowie das Amt Gerswalde können in Brandenburg als Vorbild dienen, so Staatssekretär Uwe Schüler anlässlich der Unterzeichnung des Kooperationsvertrages im Kleinkunstsaal des Dominikanerklosters Prenzlau.

Mehr Sicherheit abseits der B 109

Die fünf Gemeinden wollen bei diesem ehrgeizigen Projekt eng zusammenarbeiten. Die Führung soll dabei als Lead-Partner die Stadt Prenzlau übernehmen.  Die Stadt Prenzlau wird dafür die Fördermittel beantragen und als eine Art Generalunternehmer auftreten.

Die geplante Trasse soll Radfahrern mehr Sicherheit bieten, da diese dann nicht die B 109 nutzen müssten. Damit sollen Pendler und vor allem Touristen vom Auto aufs Rad gelockt werden.

Mit Grundsatzbeschlüssen in den Kommunalvertretungen wurde zuvor der Weg für die konkrete Vorbereitung des Projektes geebnet. Zuletzt hatte am 31. Januar die Gemeindevertretung der Gemeinde Boitzenburger Land positiv darüber abgestimmt.

So soll der Radweg Prenzlau-Templin verlaufen.
So soll der Radweg Prenzlau-Templin verlaufen. (Foto: Harald Melzer)

Uwe Schüler, Staatssekretär des Ministeriums für Infrastruktur und Landesplanung, betonte, wie wegweisend dieses Projekt für die Radverkehrsstrategie sei, die das Brandenburger Kabinett im vergangenen Jahr beschlossen habe. Der Politiker wies begeistert darauf hin, dass die Strecke auf dem Bahndamm das derzeit größte Radwegeprojekt in Brandenburg sei und zu 100 Prozent gefördert werde. 

Umweltverträgliche Bauweise

Zuvor hatte Prenzlaus Bürgermeister Hendrik Sommer in seiner Rede erzählt, dass dieses Projekt schon seit über 20 Jahren im Gespräch sei und er sich erinnere, wie er sich schon als junger Rathausmitarbeiter damit beschäftigt habe. Weiterhin sprach Sommer die Nachhaltigkeit und Umweltfreundlichkeit des Radwegs an. Für die Strecke werde der alte Bahndamm genutzt, sodass keine neuen Flächen versiegelt werden und keine Bäume gefällt werden müssten. Der Schotter aus dem Gleisbau werde zum Unterbau genutzt. Außerdem solle umweltverträglich Niedrigtemperaturasphalt aufgebracht werden, der die Umwelt und das Klima nicht groß belaste.

Landrätin Karina Dörk betonte, dass sie erfreut sei, wie schnell die Planung und Umsetzung dieses Projektes jetzt gegangen sei, und versprach, dass das Landratsamt helfen werde, dieses Projekt zu einem erfolgreichen Ende zu führen. Die untere Naturschutzbehörde würde den Bau des Radweges konstruktiv begleiten.

Dr. Ina Barthmann, Vorsitzende der Landesbetriebe Straßenwesen, sicherte ebenfalls breite Unterstützung seitens der Landesbetriebe zu. Allein für die Planungen des circa 30 Kilometer langen Radweges auf der ehemaligen Bahntrasse liegt das Auftragsvolumen zwischen 650 000 und 800 000 Euro und muss deshalb europaweit ausgeschrieben werden. Insgesamt wird für das Projekt mit einem Kostenvolumen von circa 22 Millionen Euro gerechnet. Mit einem Baubeginn ist erst 2026 zu rechnen. 2028 soll die Strecke dann der Öffentlichkeit zur Nutzung übergeben werden.

Besonderes Lob und Beifall von allen Seiten erntete die Prenzlauer Bauamtsleiterin Christin Walther. Prenzlaus Bürgermeister Sommer betonte ihre Verdienste bei dem Projekt. So habe sie mit allen Vertragspartner, Finanzmittelgebern und umsetzenden Akteuren gesprochen und entscheidend zum Gelingen des Projektes beigetragen.

Zweiter Beigeordneter Dr. Andreas Heinrich und Bauamtsleiterin Christin Walther zeigen die beiden Startpunkte für Brandenburgs längsten Radweg. 
Zweiter Beigeordneter Dr. Andreas Heinrich und Bauamtsleiterin Christin Walther zeigen die beiden Startpunkte für Brandenburgs längsten Radweg.  (Foto: Stadt Prenzlau)