StartseiteRegionalUckermarkVon wegen Fundtier! "Hände weg von Katzen, die als Freigänger gehalten werden"

Appell

Von wegen Fundtier! "Hände weg von Katzen, die als Freigänger gehalten werden"

Prenzlau / Lesedauer: 2 min

Eine Prenzlauer Tierhalterin schlägt Alarm und warnt vor den Folgen vermeintlicher Gutmütigkeit. Sie möchte aufklären und bittet um Zurückhaltung gegenüber fremden Katzen.
Veröffentlicht:09.02.2024, 18:10

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Katzen gelten als der Deutschen liebstes Haustier. Eine von ihnen lebt bei Josephine Sarodnik und Eric Plaumann in der Prenzlauer Kietzstraße und erhielt von Tochter Carlotta den Namen "Mimi". Die Zweijährige sei vernarrt in das sechs Monate alte Tier, berichtete die Besitzerin. Bei Spaziergängen rund um den Wohnsitz folge die Katze dem Mutter-Tochter-Gespann auf Schritt und Tritt. 

Für die Familie ist das nichts Ungewöhnliches, denn "Mimi" ist eine sogenannte Freigängerin. "Wir lassen sie bewusst durch die Gegend streifen. Sie soll ihren natürlichen Verhaltensweisen wie Jagen, Anschleichen und Klettern nachgehen können", erklärte Josephine Sarodnik.

Ärger über Social-Media-Beiträge

"Mimi" sei nicht die erste Katze auf dem Hof, bei der ein Freigang erlaubt sei. Die Tiere der Nachbarn laufen ebenfalls frei umher, sagte sie. Mit Beginn des neuen Jahres stellt die 28-Jährige jedoch einen Trend fest, der sie sehr verärgert. Fremde Menschen interessieren sich zunehmend für ihre Katze. In einem Facebook-Beitrag fand sie ein Bild ihres Tieres vor ihrem eigenen Haus. Jemand fragte, ob eine Katze vermisst werde. 

(Foto: privat)

"Ich dachte, ich sehe nicht richtig. Sie wurde vor unserem Haus von Fremden gefüttert." Nur wenige Tage später ein neuer Post des Prenzlauer Tierheims mit Fotos von "Mimi": "Wer vermisst die Kleine? Sie lief heute Morgen auf dem Aldi-Parkplatz herum."

Vor der Haustür weggefangen 

Keine 100 Meter von ihrem Zuhause entfernt, wurde die Katze dann  eingefangen und in ein Tierheim gebracht. Über diese Tatsache ist die Familie mehr als verärgert. "Sie ist ein Freigänger, natürlich geht sie dort hin. Das Problem ist, dass sie ständig gerufen wird. Fremde wollen sie streicheln und locken sie mit Futter an. So was macht man nicht", mahnt die Besitzerin.

Der Gedanke, „es doch nur gut zu meinen“, rechtfertigt nicht, eine fremde Katze als herrenlos zu betrachten, zu füttern oder dem eigentlichen Eigentümer zu entziehen. Die Familie habe sich bisher gegen ein Halsband entschieden, zu groß ist ihnen das Risiko des Erhängens. Nach diesem Vorfall wollen sie ihre Entscheidung aber überdenken.

Katze wurde angefahren 

Vor einigen Tagen flatterte ein Gebührenbescheid über 76,50 Euro für das Einfangen von Tieren ins Haus, von dem bei der Abholung von Mimi kein Wort gesagt wurde. Für Josephine Sarodnik ein Unding: "Wir sollen so viel Geld für den Diebstahl unserer Katze bezahlen? Das kann nicht sein." Gespräche mit der zuständigen Mitarbeiterin sowie dem Tierheim waren bisher erfolglos, teilte sie mit und fügte hinzu, dass "Mimi" zudem auf dem Parkplatz angefahren worden sei. Für die Besitzer eine Folge des fremden Einflusses auf ihre Katze, sie bitten, den Kontakt zu dem Tier zu unterlassen.