StartseiteRegionalUckermarkVorschriften verschärft ‐ Viele Käfige bleiben leer

Ohne Hühner, Enten und Gänse

Vorschriften verschärft ‐ Viele Käfige bleiben leer

Prenzlau / Lesedauer: 4 min

Geschnatter, Gekrähe und Gegurre ‐ so ging die „Uckermarkschau“ bislang über die Bühne. Doch 2023 haben Dutzende Züchter einen Rückzieher gemacht.
Veröffentlicht:26.10.2023, 07:47

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Nur noch wenige Tage, dann startet in Prenzlau die große „Uckermarkschau“. Die Besucher können sich auf 770 Tauben freuen, von denen 430 innerhalb der „Uckermärker Schau“ gezeigt werden. 220 kommen im Rahmen der Sonderschau „Englische Kröpfer“ dazu. Nicht zu vergessen die 120 Brieftauben der Reisevereinigung Uckermark und die vielen Schönheiten, die der Ziergeflügelverein Pasewalk/Strasburg in die Kreisstadt bringen wird.

Zum Leidwesen der Macher werden in der Uckerseehalle allerdings erstmals weder Hühner noch Enten und Gänse zu bestaunen sein.

Grund dafür ist eine Neuregelung bei den Hygieneauflagen für diese Zweibeiner. Die Züchter hätten beim Veterinäramt erstmals eine zusätzliche Untersuchung machen lassen müssen, berichtet Ronald Kollhoff vom Organisationsteam dem Uckermark Kurier: „Doch die sogenannte Tupfer-Probe ist nicht nur teuer ‐ bei fünf Tieren lägen die Kosten bei rund 70 Euro ‐ sondern auch zeitaufwändig. Das hat die Züchter wohl abgeschreckt.“

Er hat schon fast alles gewonnen, was man gewinnen kann.
Er hat schon fast alles gewonnen, was man gewinnen kann. (Foto: Claudia Marsal)

Ausgedünnte Käfig-Reihen

Alle bislang eingegangenen Anmeldungen aus diesem Segment wurden jedenfalls zurückgezogen, bedauert der 60-Jährige die ausgedünnten Käfig-Reihen und merkt an, dass das im benachbarten Mecklenburg-Vorpommern komischerweise keine Vorschrift sei: „Aber was soll's, wir müssen uns an die brandenburgischen Regelungen halten. Diese widrigen Bedingungen kosten uns allerdings 200 Tiere.“

Nichtsdestotrotz soll die Ausstellung am 4. und 5. November zu einem großen Event werden, versichert der Metallbaumeister aus Schönwerder, der seit 1992 im Rassegeflügelzuchtverein Prenzlau organisiert ist. Er freut sich mit seinen knapp 30 Mitstreitern  auf viele schöne Ausstellungstiere, nicht nur aus der Uckermark, sondern auch von weiter her. Und der versierte Sonderrichter für „Strasser“ verspricht sich mit der einen oder anderen Taube aus eigener Zucht vielleicht sogar selbst einen Preis. Dass die Konkurrenz groß ist, weiß er von seinen Einsätzen in der Jury. Kürzlich erst reiste er mit dem ältesten Vereinsmitglied, Siegfried Burmeister (86), nach Dänemark, aber auch in Bayern und Sachsen sowie im Norden verschafft er sich stets einen Überblick.

So sehen die begehrten Bänder aus.
So sehen die begehrten Bänder aus. (Foto: Claudia Marsal)

Acht Preisrichter

In Prenzlau werden in ein paar Tagen von insgesamt acht Preisrichtern ganz viele Ehrungen vergeben. Über 40 Bänder, also große Preise, liegen parat; darunter 16 Jubiläumsbänder von Prenzlau, denn der hiesige Verein feiert in diesem Jahr sein 125-jähriges Bestehen, wie Ronald Kollhoff zufrieden konstatiert.

Es winken zudem die Bundesmedaille für das prächtigste Tier, ein BDRG-Band, zehn Uckermärker Bänder, die vom Kreis gestiftet wurden, ein Jugendband sowie sechs Pokale und vier Bänder vom Land. Ronald Kollhoff ist sicher, dass sich würdige Bewerber dafür finden werden. Er weiß aus eigener Erfahrung, wie viel Zeit, Geld und Mühe die Züchter jeden Tag des Jahres in ihre Bestände investieren, „denn Schönheit und Qualität kommen von innen.“ Neben richtiger Pflege sei auch das Futter ein ausschlaggebendes Moment, erklärt der Züchter. Doch Futter sei teuer geworden, ebenso wie die nötigen Impfungen, führt der Uckermärker einen möglichen Grund dafür an, dass die Reihen der Züchter immer lichter werden. Glücklicherweise gebe es in Prenzlau und Umgebung noch Nachwuchs. „Aber wir sehen natürlich, dass die Jugend zunehmend andere Interessen hat.“

Ronald Kollhoff ist seit vielen Jahren Sonderrichter für „Strasser“.
Ronald Kollhoff ist seit vielen Jahren Sonderrichter für „Strasser“. (Foto: Claudia Marsal)

Dank an Bürgermeister

Trotzdem hofft der Verein mit großen Veranstaltungen wie der „Uckermarkschau“ Neuzugänge gewinnen zu können. Er dankt in diesem Zusammenhang auch den vielen Unterstützern, allen voran der Stadt Prenzlau, die mit ihrem Bürgermeister Hendrik Sommer (parteilos) glücklicherweise einen unermüdlichen Streiter für die Anliegen der Vereine habe, der ihnen stets die tolle Halle zur Verfügung stelle. „Aber auch die Firmen und Privatpersonen, die alljährlich auf der Sponsorenliste stehen, sind gar nicht genug zu würdigen. Ohne deren Geld könnten wir nicht so ein gelungenes Event veranstalten.“

Besucher sind am 4. November von 9 bis 18 Uhr und am 5. November von 9 bis 15 Uhr willkommen. Für Kinder ist der Eintritt frei. Es winkt eine große Tombola mit vielen Preisen. Für die Verpflegung ist an beiden Tagen gesorgt.