StartseiteRegionalUckermarkWeißer Leichenwagen führt abendlichen Protestzug an

Wut auf Regierung

Weißer Leichenwagen führt abendlichen Protestzug an

Prenzlau / Lesedauer: 2 min

Seit Wochen reißen die Proteste gegen die Regierung nicht ab. Auch in der Uckermark treffen sich Bürger regelmäßig zu Autokorsos, um ihrer Wut Ausdruck zu verleihen.
Veröffentlicht:28.01.2024, 14:05

Artikel teilen:

Durch lautes Hupen wurden die Prenzlauer am späten Samstagabend aus ihrer Wochenendruhe gerissen. Über eine Stunde lang sorgte ein lauter Autokorso für Aufsehen.

Passanten applaudieren Protesten

Auch an der Uckerpromenade fuhren die Teilnehmer im Schritttempo entlang. In vorderster Reihe ein weißer Leichenwagen, in dessen beleuchteten Innenraum ein Sarg stand, auf dem „Tschüss Ampel“ zu lesen war – von den Passanten gab es vielfach Beifall, andere Verkehrsteilnehmer hupten begeistert zurück oder winkten den vorbei Patrouillierenden.  An den Protestaktionen gegen die Politik der Bundesregierung beteiligen sich längst nicht mehr nur die Landwirte.

Zwar waren auch diesmal einzelne Traktoren und Landwirtschaftsmaschinen zu sehen, aber es überwog der Anteil privater Pkw beziehungsweise der von Firmenfahrzeugen einheimischer Kleinbetriebe. Bei einem Unternehmerprotest in Templin hatte sich Ende der Woche auch die Landrätin der Uckermark solidarisch mit den empörten Menschen gezeigt.

Bitte akzeptieren Sie die Marketing-Cookies um diesen Inhalt darzustellen.

Nicht nur Landwirte

„Unser Protest hört nicht auf. Wir fangen unten an und gehen bis ganz nach oben, bis wir von der Regierung erhört werden.“ Das hatte am Freitagnachmittag Patricia Ribbeck, Landwirtin vom Gut Reinfeld, vor hunderten Teilnehmern auf dem Templiner Markplatz gesagt. So wie sie unterstrichen dort auch andere Landwirte, Unternehmer, Handwerker, Händler, Gewerbetreibende und Selbstständige, dass sie in ihrem Protest gegen die Politik der Regierung nicht nachlassen werden.

Landrätin Karina Dörk (CDU) war gekommen, um sich ganz klar mit der Protestbewegung zu solidarisieren. „Ich unterstreiche, dass ich Ihnen zur Seite stehe. Ich bin stolz auf unsere Landwirte, dass sie diesen Protest so bundesweit auf die Straße gebracht haben und dass sich die Handwerker, die Transportunternehmer, die Unternehmen insgesamt an diesem Protest beteiligen“, sagte sie.

Solche Plakate und Banner finden sich an vielen Gebäude in der Uckermark.
Solche Plakate und Banner finden sich an vielen Gebäude in der Uckermark. (Foto: Claudia Marsal)

Steuererhöhungen treffen jeden

Sie stellte klar, dass jede Erhöhung von Steuern und Abgaben, die von der Regierung beschlossen werde, eben nicht nur die Unternehmen treffe, sondern am Ende jeden einzelnen Bürger. Im gesamten Landkreis zeigen Geschäftsleute, Gastronomen und vereinzelt auch private Hausbesitzer mit großen Demo-Bannern an ihren Gebäuden, dass sie sich nicht länger einverstanden erklären mit dem, was in Deutschland gerade passiert und einen Politikwechsel verlangen.