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Kartoffelernte

Wie frische „Nudln“ aus der Uckermark auf dem Teller landen

Prenzlau / Lesedauer: 2 min

Gutes Bauchgefühl — der Umgang mit Regionalität auf einem Teller kulinarischer Leckerbissen. Der Gast weiß, was er isst — Kost aus der Uckermark.
Veröffentlicht:22.08.2023, 11:47

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In der Uckermark gedeihen sie prächtig, die Kartoffeln, die im Volksmund der Region kurioserweise „Nudln“ genannt werden. Seit 2018 baut der landwirtschaftliche Betrieb der Familie Wege auf rund 15 Hektar die beliebten Knollen an. Juniorchef Mario Wege ist mit dem Start der Frühkartoffelsaison sehr zufrieden. „Der viele Regen Mitte Juni hat unsere Ernte gerettet“, sagte der Drenser. 

Die Qualität der Erdäpfel ist für den Landwirt entscheidender als der Ertrag. „Mir geht es um den Geschmack unserer Kartoffeln. Wir verwenden weniger Dünger als andere Bauern, deren Ernte viel üppiger ausfällt. Aber Masse ist nicht unser Ziel“, erklärte Mario Wege.

Regionale Kartoffeln im Restaurant

Dass seine Knollen eine Gaumenfreude sind, bestätigt auch Gastwirt Klaus Gotzmann. Auf seiner Speisekarte finden die Gäste des Prenzlauer Restaurants im Wein- und Teehaus Gotzmann seit Kurzem den „Drenser Kartoffelteller ‚Knolle & Bolle‘“. Der Gastronom legt viel Wert auf Regionalität. „Ich kaufe seit sechs Jahren meine Kartoffeln in Drense. Der kurze Weg vom Acker auf den Teller passt perfekt in das Konzept unserer Firmen-Philosophie“, bekräftigte Klaus Gotzmann.

Klaus Gotzmann empfiehlt seinen Gästen gern, den „Drenser Kartoffelteller“ zu probieren.
Klaus Gotzmann empfiehlt seinen Gästen gern, den „Drenser Kartoffelteller“ zu probieren. (Foto: Cindy Mutschler)

So finden sich neben einer Pellkartoffel mit Quark aus Angermünde knusprige Bratkartoffeln mit einem Spiegelei aus Kutzerow und eine speziell für den „Knolle & Bolle“-Teller kreierte Kartoffelbratwurst aus Güstow. Gotzmann ist unter seinen Stammgästen bekannt für eine einfallsreiche Küche. „Es ist wirklich eine leckere Kombination, die der Koch aus regionalen Produkten zubereitet“, sagte Claudia Wege, die bereits in den Genuss des neuen Angebotes kam. Schmunzelnd ergänzte die Landwirtsgattin: „Es war schon witzig, die am Freitag gebuddelten Kartoffeln am Samstag auf dem Teller im Gasthaus serviert zu bekommen. Ich habe genau diese „Nudln“ quasi zweimal gesehen.“ 

Ernte nur nach Bedarf

Geerntet wird nur bei Bedarf, der Abverkauf in Drense erfolgt in kleinen zehn Kilo Säcken, denn noch sind die „neuen“ Kartoffeln nicht lange lagerfähig. Beliefert werden unter anderem Großabnehmer in Schwedt und Angermünde, sowie die „Mühlenwirtschaft“ in Lychen. „Unsere Kunden kommen auch aus Templin und Ueckermünde. Seit drei Wochen klingelt das Telefon, die Nachfrage ist groß. Jetzt startet der Verkauf richtig“, versichert Claudia Wege.