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Erfolgsgeschichte

Uckermärkische Werkstätten feiern ihr 30-jähriges Bestehen

Uckermark / Lesedauer: 3 min

Die Uckermärkischen Werkstätten sind als gemeinnützige GmbH mit 500 Beschäftigten und 105 Mitarbeitern fest im Wirtschaftsleben der Region etabliert.
Veröffentlicht:10.02.2024, 19:01

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Mit einem Theaterbesuch an den Uckermärkischen Bühnen Schwedt und einem schönen Zusammensein bei Essen und Trinken bedankte sich die Geschäftsführung der Uckermärkischen Werkstätten bei ihren Beschäftigten und Mitarbeitern. Es gab einen Grund zum Feiern – die Werkstätten sind 30 Jahre alt geworden.

So sieht das Konzept aus

Die Werkstätten sind eine gemeinnützige GmbH unterm Dach der Arbeiterwohlfahrt. An Standorten in Prenzlau, Schwedt und Pinnow arbeiten rund 500 Beschäftigte. Sie werden von 105 Mitarbeitern betreut und angeleitet. „Wir bieten unseren Beschäftigten einen geschützten Raum, um ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten zu entwickeln und eine Tagesstruktur zu erlangen. Denn Arbeit ist der Schlüssel für Lebensqualität und stärkt das Selbstbewusstsein“, erläuterte Geschäftsführerin Andrea Matzdorf das Konzept der Uckermärkischen Werkstätten. Seit 30 Jahren sind sie damit erfolgreich.

"Manche Produkte gehen bis in die Golfstaaten"

Außenstehende waren anfangs skeptisch: Die Menschen mit Beeinträchtigung basteln dort doch nur. Aber längst sind die Werkstätten ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in der Uckermark, wie Andrea Matzdorf stolz berichtete. „Die Arbeiten der Werkstätten werden als qualitätsgerecht eingeschätzt, manche Produkte gehen bis in die Golfstaaten.“

Gemeinsam für die Uckermark (von links): Siegmund Bäsler, Unternehmervereinigung Uckermark, Schwedts Bürgermeisterin Annekathrin Hoppe, Kreistagsmitglied Walter Kotzian (CDU) und Andrea Matzdorf, Geschäftsführerin Uckermärkische Werkstätten.
Gemeinsam für die Uckermark (von links): Siegmund Bäsler, Unternehmervereinigung Uckermark, Schwedts Bürgermeisterin Annekathrin Hoppe, Kreistagsmitglied Walter Kotzian (CDU) und Andrea Matzdorf, Geschäftsführerin Uckermärkische Werkstätten. (Foto: Eva-Martina Weyer)

Carsten Lüder ist Werkstattleiter für alle drei Standorte und erläuterte deren Vielfalt. „Wir haben Beschäftigte in Prenzlau, die Schmutzfangsiebe für die Industrie bauen, inklusive Dreharbeiten und Punktschweißen. Manche bauen Schaltschränke für eine Firma bei Berlin. Für andere Beschäftigte gibt es einfache, kleinteilige Arbeiten.“

Die Prenzlauer Werkstatt fertigt sogar Holzlattenroste für Betten an. Es gibt dort und in Pinnow eine Wäscherei, deren Beschäftigte für Hotels, Industriebetriebe, Privathaushalte und Fußballklubs waschen.

Viele Standbeine ermöglichen Aufträge

Viele Standbeine und Firmen in der Uckermark ermöglichen Aufträge für die Werkstätten. So gibt es in Schwedt eine Polsterei und Näherei, die sich bei Einwohnern einen guten Ruf erworben hat. Außerdem drucken Beschäftigte Flyer und Visitenkarten.

Die Pinnower Werkstatt bietet Arbeit in der Tischlerei und Gärtnerei. „Wir versuchen, über Außenarbeitsplätze für manche Beschäftigte den Einstieg in den 1. Arbeitsmarkt zu schaffen. Seit einigen Jahren ist uns das zum Beispiel mit Hausmeistertätigkeiten im Asklepios Klinikum Uckermark gelungen“, informierte Carsten Lüder.

Die Uckermärkischen Werkstätten sind Mitglied in der Unternehmervereinigung und verstehen sich als Dienstleister für Firmen in der Region. Siegmund Bäsler von der Unternehmervereinigung sagt: „Wir haben uns von Anfang an überlegt, wie wir benachteiligten Menschen eine Chance geben können. In unseren Firmen können sie in den Betriebsalltag reinschnuppern und haben die Möglichkeit, in die Arbeitswelt einzusteigen.“

"Sehr sorgfältig, ehrlich und zuverlässig"

Walter Kotzian ist CDU-Kreistagsmitglied und hat als ehrenamtlicher Bürgermeister von Pinnow die Entwicklung der Werkstatt in seinem Dorf miterlebt. Er ist voll des Lobes: „Die Beschäftigten sind sehr sorgfältig, ehrlich und zuverlässig. Sie werden in der Betreuung zu außerordentlichen Leistungen befähigt und haben einen gewissen Stolz entwickelt, dass sie arbeiten dürfen.“ Er freue sich, wie selbstständig manche Beschäftigte geworden sind. Sie grüßten ihn auf der Straße.

Anerkennung äußerten Schwedts Bürgermeisterin Annekathrin Hoppe (SPD) und Prenzlaus Bürgermeister Hendrik Sommer (parteilos). Er sagte: „Es ist eine besondere Leistung, die die Werkstätten seit vielen Jahren am Standort Prenzlau zeigen. Das muss man wertschätzen.“

Die Festveranstaltung für Beschäftigte und Mitarbeiter war liebevoll vorbereitet worden. Alle fanden im Theater Platz. Weil der große Saal der Uckermärkischen Bühnen nur vier Stellmöglichkeiten für Rollstühle bietet, fand das Haus eine andere Lösung: Die Theateraufführung des Familienmusicals „Robin Hood“ wurde für 20 Rollstuhlfahrer ins Foyer auf zwei Flachbildschirme übertragen.