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Diesen Torgelower Mietern droht enormer Gaspreis

Torgelow / Lesedauer: 3 min

Viele Vermieter in Ueckermünde und Torgelow sind wegen langfristiger Verträge bei den Gaspreisen auf der sicheren Seite. Nur bei einem Vermieter macht man sich Sorgen.
Veröffentlicht:30.08.2022, 10:46

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Die steigenden Gaspreise werden ganz unterschiedliche Auswirkungen auf die großen Vermieter in der Haff-Region haben. Große Sorgen macht sich dabei Uta Meckert, Vorstand der Torgelower Gemeinnützigen Wohnungsgenossenschaft (TGW), für die Wärmeversorgung der 750 Wohneinheiten in Torgelow. Hier hat die Genossenschaft mit den Stadtwerken zwar einen Vertrag. „Der läuft aber nur noch bis Ende 2022.“ Was nach dem 31. Dezember auf das Unternehmen zukommt, kann Uta Meckert nicht sagen.

Deswegen hat die TGW die Betriebskostenvorauszahlung für Gas und Fernwärme schon um 50 Prozent nach oben angepasst. Auch wegen der Gasumlage ab Oktober. Sie könne nur hoffen, dass die Gasspeicher in Deutschland im Herbst nicht zu leer sind und die Preise auf dem freien Markt nicht weiter explodieren. Denn ab Januar werde die Genossenschaft wahrscheinlich nur noch die aktuellen Preise auf dem Gasmarkt bezahlen müssen, wenn die Stadtwerke Torgelow Gas für sie einkauft. „Wir könnten auch in die Grundversorgung fallen.“

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Vorstand rechnet jetzt schon mit etlichen Zahlungsausfällen

Der Vorstand macht sich deswegen große Sorgen um die Mieter, die nicht so zahlungskräftig sind. Uta Meckert rechnet schon jetzt mit etlichen Zahlungsausfällen. Denn bislang gebe es keine Anpassung bei den Heizzuschüssen für Mieter, die nicht so viel Geld haben. Für die Genossenschaft stehe der Einkauf von Energie momentan an erster Stelle. Bauprojekte würden zurückgestellt. Bei Neuvermietungen müsse man Heizkostenvorauszahlungen zwischen 2,20 und 2,50 Euro je Quadratmeter und Monat verlangen. Es könnten auch bald 3 Euro sein. Außerdem befürchtet sie hohe Kostensteigerungen beim Strompreis.

Ganz anders sieht es bei der Ueckermünder Wohnungsbaugesellschaft (UWG) und bei der Wohnungsgenossenschaft Ueckermünde aus. Dort schaut man recht gelassen auf die Preisentwicklungen auf dem freien Markt. Geschäftsführer Norbert Raulin und Vorstand Kerstin Simon gehen davon aus, dass die Preise für das Heizen in ihren Objekten nicht explodieren werden.

Beide berichten von gleichbleibenden Einkaufspreisen. Die bekommen die beiden Großvermieter durch ihre Mitgliedschaft im Verband Norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW). Der könne große Mengen Gas für seine Mitglieder einkaufen, die langfristige Sonderverträge haben. So bekommen auch die UWG und die Ueckermünder Wohnungsgenossenschaft vom Versorger E.ON bis 2024 einen stabilen Einkaufspreis, der ähnlich hoch ist wie dieses Jahr. Das Gas verbrennt die UWG in ihren eigenen Heizhäusern, so dass rund 1000 ihrer 1200 Wohnungen gewärmt werden. Die anderen Wohnungen würden von den Prenzlauer Stadtwerken mit Gas versorgt. Auch hier gibt es laut Raulin eine Gasversorgung durch langfristige Altverträge. Die Genossenschaft heizt ihre Wohnblöcke mit ihren Gasthermen in den Häusern.

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Klar ist: Auch bei der UWG wird es teurer

Dennoch ist klar, dass es auch bei der UWG teurer wird. Mit den aktuellen Betriebskostenabrechnungen werde man die Vorauszahlungen um zehn Prozent wegen der Gasumlage und weiterer steigender Kosten anheben. Die Genossenschaft habe die Vorauszahlungen ja nach Kunde zwischen zehn bis zwanzig Euro ab August angehoben.

Auch die Wohnungsbaugesellschaft Torgelow (WBG) kann auf langfristige Verträge bauen, die mit den Stadtwerken geschlossen sind, teilt Geschäftsführerin Ursula Rosenberg mit. Diese Verträge gebe es sowohl für die Gas- als auch für die Wärmeversorgung. „Die Mieter müssen sich keine Sorgen machen.“

Und was ist mit den 30 Wohneinheiten, die die Torgelower Wohnungsgenossenschaft in Ferdinandshof verwaltet? Diese Mieter profitieren wie die Ueckermünder von den langfristigen Gasverträgen, die der VNW ausgehandelt hat, so Uta Beckert.

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