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Grüne Woche

Fleischerei-Team ködert auch Promis mit Wurst vom Haff

Ueckermünde Berlin / Lesedauer: 4 min

Monika Teßmann und Elisa Laudan stehen zum ersten Mal bei der Grünen Woche hinter dem Tresen. Und wie läuft es für die Fleischerei Robert Kriewitz aus Ueckermünde in Berlin?
Veröffentlicht:26.01.2023, 15:49

Von:
  • Eckhard Kruse
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Die Fleischerei von Robert Kriewitz ist zwar schon seit Jahren auf der Grünen Woche in Berlin präsent. Für die beiden Angestellten Elisa Laudan und Monika Teßmann ist es aber das erste Mal, dass sie selbst bei der Messe hinter dem Verkaufsstand stehen und die Wurstwaren vom Stettiner Haff anbieten. Jeden Morgen steigen sie bei ihrem Berliner Quartier um kurz nach 7 Uhr in die S-Bahn, stapfen über den Nordeingang durch die Hallen von Marokko, Finnland und Schweden und sind gegen 7.30 oder 7.45 Uhr am Stand der Fleisch- und Wurstspezialitäten Kriewitz aus Ueckermünde. Der befindet sich in der Halle 6.2a mit Mecklenburg-Vorpommern.

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Mitarbeiterinnen haben sich an riesige Messehallen gewöhnt

„Am Anfang war es ungewohnt“, erzählt Elisa Laudan dem Nordkurier. Der lange Weg über das Gelände, die riesigen Hallen. Eben ganz anders als bei Regionalmärkten in Ueckermünde oder Pasewalk. Die beiden Frauen brauchten zwei Tage, um wirklich warm zu werden. „Es ist echt schön hier“, schwärmen sie jetzt. Die Leute seien nett, sie hätten einen guten Kontakt zu den anderen Ständen.

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Und prominente Besucher: Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) habe schon öfter vorbeigeschaut. Der stellvertretende Landrat von Vorpommern-Greifswald, Jörg Hasselmann, sei am Stand gewesen. Sie hätten sogar Ex-Boxer Axel Schulz getroffen, der selbst ein Unternehmen auf der Messe präsentiert. Alles in allem macht es den beiden Frauen einfach Spaß, den Leuten Knacker, Lung- und Bockwurst zu servieren, die wie die Mettbrötchen sehr gut gehen.

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Fleischer macht gleich Werbung für die Altstadt

Robert Kriewitz ist meistens auch zwischen 10 und 18 Uhr am Stand anzutreffen, wenn die Messe geöffnet ist. Es sei denn, er muss gerade Nachschub aus der Fleischerei aus Ueckermünde holen. „Manchmal habe ich aber auch Termine“, berichtet er. Das könnten zum Beispiel Gespräche mit anderen Anbietern sein. Herausgekommen ist für ihn schon eine Vereinbarung mit einem Käsespezialisten, dessen Waren er in Ueckermünde anbieten will.

Kriewitz will außerdem schauen, wie sich geräucherte und mit Knoblauch versehene Walnüsse in die Wurstproduktion einbinden lassen. „Das ist ein irrer Geschmack.“ Und bei einem Gespräch mit einem Schokoladen-Spezialisten aus Greifswald warb Kriewitz dafür, dass der Inhaber vielleicht ein Geschäft in der Ueckermünder Altstadt eröffnet. Denn auch die Gedanken um den Leerstand in der Stadt am Haff treiben ihn bei der Messe um.

Leidenschaft hinter dem Tresen

Monika Teßmann und Elisa Laudan kann Robert Kriewitz nur loben. „Sie machen das sehr, sehr gut“, sagt er. Die beiden passten als Team gut zusammen. „Sie entwickeln hinter dem Tresen eine richtige Leidenschaft.“ Morgens bereiten sie alles vor. Und wenn die Touristenbusse aus ganz Deutschland in die Halle kommen, dann gibt es ordentlich zu tun.

Kriewitz sprach mit vielen Leuten, die selber schlachten oder geschlachtet haben. Sogar ein Münchener sei an den Stand gekommen und habe erzählt, dass er aus Stettin stammt. Der habe sich pommersche Grützwurst mitgenommen. Doch auch Zwiebelmett-, Roh- und Bockwurst gingen sehr gut. Und er habe in vielen Gesprächen auch gemerkt, dass Ueckermünde touristisch immer stärker ein Begriff ist.

Messe dauert noch bis Sonntag

So geht es während der Woche den ganzen Tag. Die Leute haben offenbar wieder Lust auf die Grüne Woche, meint Kriewitz. Weil einigen Besuchern bei so vielen Ständen in so vielen Hallen das Bargeld ausgeht, habe er noch ein Kartenlesegerät mit Anschluss organisiert, um auch diesem Problem zu begegnen, erzählt Elisa Laudan. „Gegen halb 5 wird es dann etwas ruhiger.“ Am Freitag wird die Messe abends länger geöffnet sein. Am Sonntag gehe die Grüne Woche dann zu Ende, sodass die beiden Frauen dann wohl am späten Sonntagabend wieder zuhause sein werden.

Mit dem Messebetrieb ist für Robert Kriewitz aber noch nicht Schluss: Vom 11. bis 19. Februar geht es noch einmal zur Handwerksmesse nach Leipzig. Auch dort werden die beiden Frauen wahrscheinlich wieder mit von der Partie sein. Ob die Fleischerei Kriewitz auch bei der Handwerksmesse im März in München teilnehmen wird, steht noch nicht fest.