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Lärm

Gießerei muss erst mal keine Schallschutzwand bauen

Ueckermünde / Lesedauer: 3 min

Eigentlich hatte die Gießerei MAT Foundries Europe die Auflage, im Jahr 2023 eine Schallschutzwand zu bauen. Das ist nicht geschehen. Die Überwachungsbehörde ist trotzdem zufrieden.
Veröffentlicht:12.02.2024, 17:00

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Die Gießerei MAT Foundries Europe GmbH in Ueckermünde muss erst einmal keine Schallschutzwand an der Rochower Straße bauen. Das teilte das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt (Stalu) auf Nachfrage mit. Dabei hatte die Überwachungsbehörde den Industriebetrieb angewiesen, eine sieben Meter hohe Wand zu bauen, um den Lärm für die Anwohner zu reduzieren. Die Wand hätte zum Jahresende 2023 stehen sollen.

Antrag auf Aussetzung des Baus

Doch das passierte nicht. Stattdessen hatte die Gießerei darum gebeten, zwei andere Schallschutzmaßnahmen vorzuziehen, erklärte Christoph Linke, Leiter des Stalu Neubrandenburg. Eine Rechtsanwaltskanzlei habe für das Unternehmen beantragt, den Bau der Mauer auszusetzen. Stattdessen habe MAT den Bau von Schalldämpfern an den Kaminauslässen für die Entstaubung der Öfen eins bis fünf aus dem Schallschutzkonzept beantragt. Diese beiden Maßnahmen seien erst für später geplant gewesen, doch in den ersten Januarwochen umgesetzt worden.

Ziele übererfüllt

Das Stalu habe diesem Antrag zugestimmt, erläuterte Linke. Denn die Maßnahmen der vergangenen Jahre hätten schon zu einer deutlichen Lärmreduzierung geführt. Das habe eine Messung im Mai 2023 ergeben. Unter Volllastbetrieb seien die erforderlichen Zielwerte fast an allen Immissionsorten erreicht worden. Es sei nur eine geringe Überschreitung um jeweils ein Dezibel an zwei Immissionsorten geblieben, die sich in der östlichen Nachbarschaft befinden.

Zudem hätte eine Schallschutzwand im Südwesten des Betriebsgeländes keine Auswirkungen auf die Immissionsorte in der östlichen Nachbarschaft gehabt, betonte Linke. Weil die beiden Maßnahmen in den ersten drei Januarwochen umgesetzt worden seien, habe das grundlegend positive Auswirkungen auf alle Immissionsorte gebracht. Damit seien die Schallschutzziele für 2023 übererfüllt worden.

Das ist noch geplant

Im Mai 2023 hatten die Schalldruckpegel an den relevanten Immissionsorten zwischen 42 und 52 Dezibel gelegen, erläuterte Linke. Da die erlaubten Werte zu diesem Zeitpunkt nur an zwei Punkten um ein Dezibel überschritten worden waren und weitere Schallschutzmaßnahmen umgesetzt wurden, müsste die Lärmbelastung an allen Immissionsorten jetzt deutlich unter 55 Dezibel liegen, sagte der Behördenleiter. Das sei die Schwelle zur Gesundheitsgefährdung.

In diesem Jahr seien noch der Ersatz von Kaltwassersätzen und eines Rückkühlers im Schmelzbetrieb innerhalb des Werkes geplant, so Linke. Mit der Anschaffung von Neugeräten verspreche sich das Stalu eine weitere Senkung des Schalldruckpegels. Ob die Schallschutzwand in der Zukunft doch noch gebaut werden muss, wollte der Behördenleiter nicht vollkommen ausschließen.

Eng mit Behörden abgestimmt

Laut Stalu hat die Gießerei eine professionelle Begleitung durch ein Immissionsschutzbüro in Anspruch genommen. Das sei nicht zwingend vorgeschrieben, aber in der vielschichtigen und schwierigen Situation äußerst empfehlenswert. 

Bei allen Maßnahmen zur Vermeidung oder Verminderung von Emissionen würden die Erfüllung der Vorgaben, der Einsatz neuester Technik und der Schutzgedanke im Vordergrund stehen, betonte Geschäftsführer David Hrazdira. Alle Schallschutzmaßnahmen des Jahres 2023 seien in enger Abstimmung mit den Behörden erfolgt. Es habe orientierende Messungen der Emissionen gegeben. Externe Sachverständige und Gutachter hätten die Messungen und Bewertungen überprüft, damit die Vorgaben erfüllt werden.

Viel weniger Beschwerden

Die Gießerei wolle noch weitere Maßnahmen umsetzen, die über die Vorgaben des Stalu hinausreichen, so Hrazdira, wenn diese mit einem vertretbaren Aufwand ein gutes Ergebnis erzielten und eine gute Nachbarschaft förderten.

Beschwerden zu anderen Punkten hätten sich im Vergleich zu den Vorjahren deutlich reduziert, sagte Stalu-Leiter Linke. So hätten im vergangenen Jahr nur drei Bürger über Geruchsbelastungen geklagt. Zu Flugrost – Eisenstäube in der Luft – seienindes keine Beschwerden eingegangen.