StartseiteRegionalUeckermündeHamburger Autor hinterfragt in Ueckermünde die Coronapolitik

Pandemie

Hamburger Autor hinterfragt in Ueckermünde die Coronapolitik

Ueckermünde / Lesedauer: 3 min

Die Aufarbeitung der Coronazeit hat erst begonnen, so Tom Lausen. Der Hamburger Autor stellte in seinem Vortrag in Ueckermünde beinahe alles in Frage, was sonst über die Pandemie berichtetet wird.
Veröffentlicht:30.10.2023, 07:28

Von:
  • Oliver Hauck
Artikel teilen:

Viele Fragen für das Ueckermünder Publikum hatte Tom Lausen, Datenanalyst und Autor des Buchs Die Intensiv-Mafia, mitgebracht. In seiner Präsentation, die rund 100 Gäste in der Strandhalle verfolgten, ging es um die Corona-Politik von Bund und Ländern während der Pandemie ‐ die für Tom Lausen gar keine war, denn an Kernaussagen, die von Verantwortlichen in der Corona-Zeit getätigt wurden, hegt er grundsätzliche Zweifel.

Etwa an einer drohenden Überfüllung von Intensiv-Stationen, vor denen in der Corona-Zeit immer wieder gewarnt wurde. Wenig war davon zu sehen, sagt Tom Lausen, der dazu seit 2021 Daten aus dem Divi-Intensivregister untersuchte. Er stellte weitere Fragen: Warum war die Dosierung der Boten-RNA-Impfstoffe für alle gleich ‐ ob Zwerg, ob Hüne? War es verantwortbar, bereits im Jahr 2020 den Impfstoff an gesunden Probanden zu testen?

Hat wohl viele Daten ausgewertet

Nach eigenen Angaben hat der Hamburger Programmierer und Medienunternehmer ausschließlich Daten aus Deutschland, die aus offiziellen Quellen von amtlichen Stellen stammen, analysiert. Er habe zahlreiche Anfragen an Behörden gestellt und komme damit zu Ergebnissen, die dem Narrativ von weiten Teilen der Presse, vor allem der öffentlich-rechtlichen Medien und der Gesundheitsbehörden und Ministerien, widersprächen.

Lausen fragte weiter: Warum waren dem Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) Bundeswehrärzte zur Seite gestellt, die die Entscheidungen über Lockdowns maßgeblich mitbestimmten? Lausen machte auch auf den derzeit laufenden Corona- Untersuchungsausschuss des brandenburgischen Landtages aufmerksam, beantragt von der AfD, gegen den Widerstand der übrigen Landtagsfraktionen.

Auf Formularen sollen Angaben fehlen

Hauptkritikpunkt von Lausen sind jedoch ein seiner Meinung nach nachlässiger Umgang mit Meldedaten durch Ärzte und Krankenhäuser. Obwohl alle nachgewiesenen Infektionen mit Covid-19 unter Bußgeldandrohung an die Gesundheitsämter und von dort an das Robert Koch-Institut meldepflichtig gewesen seien und den Impfstatus der Erkrankten erfassen mussten, würden diese Angaben beispielsweise in Sachsen auf rund 90 Prozent der Meldeformulare fehlen. Weder das Gesundheitsministerium noch der Coronakrisenstab habe dies moniert oder gar später sanktioniert, so Lausen. Wie, fragt er, hätten so die zuständigen Behörden überhaupt die Wirksamkeit der Impfstoffe überprüfen können?

Einige der Besucher des Vortragabends erzählten Persönliches aus der Zeit der Corona-Shutdowns und Lockouts ‐ von psychischer Belastung durch eine ihnen angedrohte Kündigung im Gesundheitswesen, weil sie keine Impfung wollten. Psychiatriepatienten, die keine Maske tragen wollten, sei von Klinikseite mit Therapieabbruch gedroht worden, sagte eine ungeimpfte Therapeutin, die in ihrer Einrichtung selbst Hausverbot bekommen habe.

Hausärztin kritisiert RNA-Impfstoffe

Dr. Karin Zemper (61) führte seit 2015 eine Hausarztpraxis in Falkensee in Brandenburg. Sie machte bei der Veranstaltung die RNA-Impfstoffe für ein vermehrtes Auftreten von Krebs, Thrombosen und Gürtelrose bei ihren Patienten verantwortlich. 

Für Tom Lausen ist der Potsdamer Corona-Untersuchungsausschuss erst ein Anfang der aus seiner Sicht dringend notwendigen weiteren Corona-Aufarbeitung. Ganz allein steht er mit der Forderung nach einer Intensivierung der Aufarbeitung der Corona-Politik nicht. So ist auf Bundesebene immer wieder die Einsetzung einer Enquete-Kommission des Bundestags oder sogar eines Untersuchungsausschusses gefordert worden. Bislang scheiterte das allerdings an der überwiegenden Mehrheit der Politiker aus den Fraktionen der Ampel-Regierung und aus weiten Teilen von CDU und Linkspartei.