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Kutter schippert Ausflügler über den Neuwarper See

Altwarp / Lesedauer: 3 min

Andere Reedereien warten noch ab, doch der Kutter von Familie Bocklage aus Altwarp bringt seit Anfang April wieder Touristen und Ausflügler nach Neuwarp und zurück. Zur Flotte gehört auch ein schwimmendes Café, von dem es Neuigkeiten gibt.
Veröffentlicht:24.04.2022, 16:48

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Während andere Reedereien noch abwarten, hat für Familie Bocklage die neue Saison längst begonnen. Die „Lütt Matten“, der kleine, schmucke Holzkutter, verkehrt schon seit dem 6. April und bringt Ausflügler, die zu Fuß oder mit Fahrrädern unterwegs sind, von Altwarp ins polnische Neuwarp und zurück.

Zehn Minuten braucht die „Lütt Matten“ vom nordöstlichsten deutschen Hafen bis hinüber zur kleinen polnischen Stadt auf der anderen Seite des Neuwarper Sees. „Wenn es denn mal 15 Minuten sind, ist es auch nicht so wild – die meisten, die hier mitfahren, sind Urlauber und haben Zeit“, sagt Kapitän Martin Bocklage. Er hat den Winter über mit Vater Lothar Bocklage die „Lütt Matten“ in Schuss gehalten und freut sich über die ersten Ausfahrten. Sonne und Wind machen zwar mit, die Touristen aber leider noch nicht so. Eher zögerlich fließt der Strom der Urlauber und Ausflügler, auch zu Ostern sei es so gewesen, sagt Martin Bocklage. Aber das wird sich sicher noch ändern, sobald es noch wärmer wird.

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Die Preise für die Überfahrten sind geblieben wie im Vorjahr – und das, obwohl beispielsweise der Treibstoff für den Kutter deutlich teurer geworden ist. Sechs Mal pro Tag wird in der Nebensaison übersetzt, acht Mal in der Hauptsaison. „Vier Euro für eine einfache Überfahrt, acht Euro für Hin- und Rückfahrt“, sagt Christine Bocklage, die ihren Mann bei den Touren begleitet. Eigentlich ein übersichtlicher Fahrpreis, manche scheint er dennoch abzuschrecken. „Wir können aber nicht weiter runtergehen mit dem Preis“, sagt die Kapitänsfrau.

Seebestattungen stark nachgefragt

Von dem Fährbetrieb allein könnte die Familie ihren Lebensunterhalt nicht bestreiten. Deshalb gehören auch Seebestattungen zum Angebot des Familienunternehmens. Das übrigens wird in letzter Zeit, auch in den Wintermonaten, verstärkt nachgefragt. Etwa eine Stunde dauert die Zeremonie, und die Urnen finden in einem festgelegten Bereich im Haff ihre letzte Ruhestätte. Möglich sind zudem Charterfahrten mit der „Lütt Matten“, für Angler beispielsweise.

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Gelernte Bäckerin ist Chefin vom schwimmenden Café

Zur kleinen Flotte von Familie Bocklage gehört auch die „Weiße Muschel“. „Das größte schwimmende Café weit und breit“, sagt Martin Bocklage. Ein Platz, wo Gäste einen Imbiss einnehmen können, wo aber auch größere Familienfeiern ausgerichtet werden. Dass dann alles zur Zufriedenheit der Kunden abläuft, dafür trägt Stephie Borgmann Sorge. Die gelernte Bäckerin ist seit Februar bei den Bocklages angestellt und die Chefin der „Weißen Muschel“. Die Bäckerin ist aus Berlin gekommen. Eine Umstellung, denn vom der Berliner Tempo hat sie umschalten müssen auf den Tourismusbetrieb in Vorpommern. Der kann es in Spitzenzeiten zwar auch in sich haben, ist aber deutlich entspannter, als es Stephie Bergmann aus der Hauptstadt kennt.

Von 11 bis 17 Uhr ist das schwimmende Café mittwochs bis sonntags in der Nebensaison geöffnet, in der Hauptsaison dienstags bis sonntags von 11 bis 17 Uhr. „Wobei es auch schon ml länger gehen kann, das kommt auf die Gäste an“, sagt die Bäckerin, die von deftigen Fischbrötchen über rustikale Bockwurst, vom leckeren Eisbecher bis hin zu selbst gebackenem Kuchen allerlei für die Gäste anbietet, natürlich auch Getränke.

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