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Prozess

Drogendealer aus Vorpommern: Staatsanwalt will mehr von Omas Geld

Neubrandenburg/Torgelow / Lesedauer: 1 min

Weil der Mann kiloweise mit Drogen gehandelt hat, ist er zu mehreren Jahren Haft verurteilt worden. Die Staatsanwaltschaft will auch mehr als 200.000 Euro von der Oma einziehen.
Veröffentlicht:06.02.2024, 07:40

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Die Neubrandenburger Staatsanwaltschaft will eine härtere Strafe für den Ende Januar verurteilten Drogenhändler aus Torgelow (Vorpommern-Greifswald) erreichen. Die Strafverfolgungsbehörde hat Revision gegen das Ende Januar verhängte Hafturteil des 38-jährigen Mannes eingelegt, wie ein Sprecher des Landgerichtes Neubrandenburg dem Nordkurier sagte.

Staatsanwalt will auch längere Haftstrafe

Der Torgelower, der den jahrelangen Handel und andere Vorwürfe im Prozess gestanden hatte, war wegen seiner Geschäfte zu drei Jahren und vier Monaten Freiheitsstrafe verurteilt worden. Die Staatsanwaltschaft hatte eine etwas längere Haftstrafe gefordert.

Doch bei der Revision geht es nicht nur um die Freiheitsstrafe, sondern wohl vor allem um Bargeld. Bei der Großmutter des Drogenhändlers hatten Ermittler in diversen Verstecken mehr als 210.000 Euro an Bargeld gefunden, unter anderem eingenäht in Stoffbehältern im Bettkasten.

Da der Verdacht bestand, das Geld stamme aus Drogengeschäften, wurde es zunächst beschlagnahmt. Das Landgericht Neubrandenburg schenkte allerdings den Angaben des Verurteilten Glauben. Dieser hatte gesagt, er habe über die drei Jahre nur etwa 20.000 Euro mit den Betäubungsmitteln verdient. Das meiste Geld im Haus der Oma stamme aus familiären Erbschaften.

Zehn Kilo Marihuana allein in einem Versteck

Richter Benjamin Beischer ordnete am Ende an, dass nur 23.000 Euro eingezogen bleiben sollen. Die Staatsanwaltschaft, die gegen die Oma auch wegen Geldwäsche ermittelte, wollte das gesamte Geld beschlagnahmt wissen. Darüber muss nun der Bundesgerichtshof in Karlsruhe entscheiden.

Die Polizei hatte den Dealer und dessen Bekannte zwischen 2019 und 2023 längere Zeit telefonisch überwacht. Bei Durchsuchungen waren an drei Orten in Torgelow - der Wohnung des 38-Jährigen, einem Hausgrundstück und vor allem in seiner Garage, kiloweise Marihuana und andere Cannabisprodukte sowie etwa ein halbes Kilogramm Amphetamine gefunden worden. Allein in einem Versteck lagerten zehn Kilogramm Marihuana.