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Torgelower Gießerei

Seelsorger kümmern sich um Angehörige der Unfallopfer

Torgelow / Lesedauer: 2 min

Nach dem tödlichen Arbeitsunfall in der Torgelower Eisengießerei bekommen die Angehörigen und die Einsatzkräfte psychologische Betreuung.
Veröffentlicht:13.07.2022, 16:12

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Die Produktion in der zur Silbitz-Group GmbH gehörenden Gießerei in Torgelow ist vorerst eingestellt worden. Am Dienstag hatte sich dort ein folgenschwerer Arbeitsunfall ereignet, bei dem zwei Arbeiter ums Leben gekommen sind und eine weiterer schwer verletzt wurde. Wie lange die Produktion ruhen werde, konnte am Mittwoch noch nicht gesagt werden. Wie Firmensprecherin Elisa Eichler sagte, „sollen die Mitarbeiter alle Zeit bekommen, die sie brauchen”. Die knapp 300 Beschäftigten des Torgelower Standortes sind nach Hause geschickt worden.

Die Polizei hat unterdessen auch ein Notfall-Seelsorge-Telefon eingerichtet – als professionelle Anlaufstelle für Freunde und Angehörige der Toten. Bereits unmittelbar nach dem tragischen Unglück hatte die Torgelower Feuerwehr ein Kriseninterventionsteam in die Gießerei kommen lassen, das sich um die Arbeiter vor Ort gekümmert hat. Auch die Feuerwehrleute haben sich bei einer Beratung nach dem Einsatz mit dem Geschehenen auseinandergesetzt.

Für einige Feuerwehrleute sei es der erste derartige Einsatz gewesen und darum ist womöglich weiterer Beistand für die Frauen und Männer der Feuerwehr nötig. Wie Wehrführer Lars Cornelius versicherte, werde im Bedarfsfall für die Kameraden eine weitergehende psychologische Betreuung organisiert.

Reaktionen nach dem Unglück:Flagge auf halbmast zum Gedenken an Torgelower Unfallopfer

Spezielles Nachsorgeteam

Hilfe bekommen Einsatzkräfte auch vom sogenannten SbE-Team. Die Abkürzung SbE steht für Stressbearbeitung nach belastenden Ereignissen. Seit 2002 gibt es in Mecklenburg-Vorpommern dieses Nachsorgeteam, finanziert aus Haushaltsmittel des Landes für den Brand- und Katastrophenschutz. Es unterstützt und begleitet Einsatzkräfte nach schwierigen und belastenden Einsätzen und soll den Teilnehmern die Möglichkeit geben, das Erlebte zu verarbeiten, um die Entwicklung einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) zu verhindern.

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