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Stettiner Haff

Seenotretter haben weniger Einsätze – auch wegen Wetter-Apps

Ueckermünde / Lesedauer: 3 min

Die ehrenamtliche Seenotrettungsstation aus Ueckermünde musste in diesem Jahr weniger oft ausrücken als in den Vorjahren. Dafür nennen die Mitglieder zwei Gründe. 
Veröffentlicht:29.12.2023, 18:49

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Für die ehrenamtlichen Seenotretter aus der Ueckermünder Station geht das Jahr 2023 mit insgesamt 20 Einsätzen zu Ende. „Wir hatten in diesem Jahr nicht so viele Einsätze wie in anderen Jahren“, sagte Vormann und Stationsleiter Christopher Zabel. In der Vergangenheit hätten die beiden Boote um die 50 Mal aufs Haff und auf das Achterwasser auslaufen müssen, um Menschen zu retten, die in Gefahr waren oder mit ihren Booten festsaßen. „Im Jahr 2021 waren es sogar 68 Einsätze“, erinnerte er sich.

Bootsbesitzer achten mehr aufs Wetter

Dass in diesem Jahr niemand verletzt worden oder in schwere Not gekommen ist, das ist für Christopher Zabel und Schiffsführer Peter Saborowsky sehr erfreulich. Für sie hängt das auch mit der zunehmenden Nutzung von Handys, Wetter- und Wind-Apps sowie der jetzt guten Netzabdeckung auf dem Haff zusammen. Wenn schwere Unwetter angesagt seien, dann würden die Bootsbesitzer nicht mehr aufs Haff hinausfahren. „Oder sie haben einen sicheren Hafen“, schätzte er ein.

Vor allem auswärtige Bootsbesitzer hätten in der Vergangenheit immer Probleme gehabt, wenn das Wetter schnell umschlägt. Andere kämen mit den kurzen, steilen Wellen auf dem Haff nicht klar, die manchmal entstehen.

Die 2023er-Rettungseinsätze hatte die Station allesamt auf dem Stettiner Haff. „Zweimal waren sie grenzübergreifend“, so Zabel. Dabei seien die deutschen Mitglieder der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) bis in polnische Gewässer gefahren. Zweimal hätten Boote einen Motorschaden gehabt. Boote hatten sich in Netzen verfangen. Einmal fanden die Menschen an Bord in der Dunkelheit nicht den Weg zurück in den Hafen. Boote seien auch im flachen Wasser stecken geblieben.

Neue Mitglieder gesucht

Die 20 Mitglieder der Ueckermünder Seenotrettungsstation haben vor Kurzem auch zwei neue Mitglieder bekommen. Weitere seien gern gesehen: „Wir brauchen Leute aus der näheren Umgebung“, betonte Zabel. Denn die beiden Rettungsboote „Eva Ahrens-Thies“ und „Neuharlingersiel“ sollten innerhalb einer Viertelstunde von Kamigkrug ablegen.

Peter Saborowsky (links) und Christopher Zabel, Vormann der Seenotrettung Ueckermünde, freuen sich, dass sie im kommenden Jahr vom Edeka-Markt Ueckermünde Berndt unterstützt werden.  Jörg Berndt sowie die Marktleiterin Kaube (rechts) werden Anfang Januar das Plakat der Seenotrettung an der Leergutannahme aufhängen. 
Peter Saborowsky (links) und Christopher Zabel, Vormann der Seenotrettung Ueckermünde, freuen sich, dass sie im kommenden Jahr vom Edeka-Markt Ueckermünde Berndt unterstützt werden.  Jörg Berndt sowie die Marktleiterin Kaube (rechts) werden Anfang Januar das Plakat der Seenotrettung an der Leergutannahme aufhängen.  (Foto: Eckhard Kruse)

Die Seenotretter gehen auch mit Vorfreude in das neue Jahr. Denn in 2024 werden sie von dem Edeka-Markt Berndt in Ueckermünde unterstützt. Katja und Jörg Berndt rufen ihre Kunden nämlich schon seit fünf Jahren dazu auf, ihre Pfand-Bons an der Leergutrücknahme an einen Verein oder eine Einrichtung in der Region zu spenden. Dabei kommen jeweils rund 2000 Euro zusammen, schätzten die beiden ein.

Eine Tierpension, der Tierpark, das Tierheim, der Koggenverein und in diesem Jahr die Jugendfeuerwehr aus Bellin waren schon darunter. Die Jugendwehr kann sich auf mindestens 1700 Euro freuen. Denn so groß war die Spendensumme schon Ende November 2023.

Ende November betrug der Spendenstand für die Jugendfeuerwehr Bellin etwas über 1700 Euro. Ende Dezember dürfte die Summe noch höher ausfallen. 
Ende November betrug der Spendenstand für die Jugendfeuerwehr Bellin etwas über 1700 Euro. Ende Dezember dürfte die Summe noch höher ausfallen.  (Foto: Eckhard Kruse)

„Wir haben wieder überlegt, wen wir unterstützen können“, sagte Jörg Berndt. Dabei habe man sich für die ehrenamtliche Seenotrettung entschieden, weil viele Menschen in der Region auch ein Boot haben und vielleicht selbst sehr froh sein würden, wenn sie im Ernstfall von dem Ueckermünder Team gerettet werden. Das Geld, das die Kunden spenden, gehe auch direkt an die Station in Ueckermünde.

Spenden werden gut gebraucht

Die Seenotretter können es gut gebrauchen. Denn man müsse hin und wieder Überlebensanzüge für die Mitglieder kaufen, die 1200 Euro teuer sind, so Zabel. Außerdem benötige man Einsatzkleidung, Gummistiefel und vieles mehr, ergänzte Saborowsky. Dazu müssen sie die Seenotrettungsstation instand halten.

Im Torgelower Edeka-Markt gehen die Bon-Spenden im Jahr 2024 an den Hospizdienst „Windflüchter“, so Katja Berndt. Davor seien die Jugendwehr Torgelow und der Koggenverein unterstützt worden.