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So könnte Heimatgeschichte auch für die Jugend spannend werden

Uecker-Randow / Lesedauer: 2 min

Was tun, damit die Geschichte der Region nicht in Vergessenheit gerät, wenn es die Alten nicht mehr gibt? Das Projekt „Stubengeschichten“ will die Jungen übers digitale Format erreichen. Herausgekommen sind interessante Hörgeschichten. Aber noch viel mehr.
Veröffentlicht:29.04.2023, 17:49

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In der Uecker–Randow–Region gibt es eine große Zahl an Heimatstuben. Diese Laienmuseen werden liebevoll gepflegt und bergen viele historisch bedeutsame Schätze. Man kann sich zum Beispiel in den Heimatstuben Mönkebude und Altwarp der maritimen Historie am Stettiner Haff widmen, in der Historischen Schulstube Rossow ein Bild vom Schulalltag der Vergangenheit machen sowie in der Heimatstube Bergholz zur regionalen Geschichte der Hugenotten informieren. Den größten Schatz bilden aber die Menschen, die die Heimatstuben betreiben, zu den Exponaten aus persönlicher Erinnerung berichten und damit die Geschichte lebendig werden lassen können. 

Sieben spannende Hörgeschichten 

Mit dem Projekt „Stubengeschichten“ wendet sich das Kulturlandbüro mit Sitz in Bröllin diesen Geschichten und Menschen zu. Begleitet wurde es dabei von Anne Göhring (LAND–LAB), einer ausgewiesenen Expertin für Kulturerbe ländlicher Regionen im Audioformat. Für die Erstellung von Audiobeiträgen war sie vorab unter anderem in der Uckermark, im Wartburgkreis und im Erzgebirge unterwegs. In der Uecker–Randow–Region hat sie zusammen mit den Aktiven von sechs Heimatstuben besondere Objekte identifiziert und Menschen gefunden, die darüber erzählen möchten. Daraus sind sieben spannende Hörgeschichten entstanden.

Objekte aus Heimatstuben auf Postkarten

In Mönkebude kann dank der Familie Harder im kleinen und großen Format durch die Geschichte des Stettiner Haffs gesegelt werden. Während Wilhelm Harder mit Fachkenntnis und Detailliebe den frühen Zeesenkahn anschaulich gemacht hat, hält Sohn Alwin Harder die Erinnerung an die Zeesenboote mit seiner „Ghost“ frisch und lebendig. Die fünfminütigen Beiträge stehen ab sofort neben professionellen Fotos der entsprechenden Objekte auf der Website des Kulturlandbüros bereit. Parallel wurde eine Postkartenedition erstellt. Darauf sind die Objekte aus den Heimatstuben abgebildet und über einen QR–Code kann die zugehörige Hörgeschichte abgerufen werden.

Das Zeesenboot „Ghost‟ gehört zur maritimen Geschichte am Haff.
Das Zeesenboot „Ghost‟ gehört zur maritimen Geschichte am Haff. (Foto: NK-Archiv)

Format baut Brücke für jüngere Zielgruppen

Die Stubengeschichten geben älteren Bewohnern der Region eine Stimme. Das digitale Format und die ansprechende Präsentation wiederum bauen die Brücke für neue und jüngere Zielgruppen. Damit wird der Grundstein für den generationenübergreifenden Austausch und die Auseinandersetzung mit regionaler Geschichte, Heimat und Identität gelegt. Durch die Postkarten sind bereits weitere Engagierte inspiriert worden und wünschen sich, ihre eigenen Geschichten aufzuzeichnen.

Das Kulturlandbüro freue sich gemeinsam mit LAND–LAB über Ideen für weitere Hörgeschichten zu Objekten aus den Heimatstuben Uecker–Randows, hieß es.

Projekt–Website: https://www.kulturlandbuero.de/portraits/stubengeschichten/ Kontakt: E–Mail: [email protected]