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Nach Festnahme

Staatsanwalt nennt weitere Details zu Coronatest-Betrüger

Torgelow / Lesedauer: 3 min

Der in Neustrelitz festgenommene 24-Jährige kommt aus Vorpommern und ist nicht zum ersten Mal in Haft. Auch zu Einzelheiten des Betrugs äußeren sich die Ermittler.
Veröffentlicht:28.11.2022, 17:17

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Ein 24-Jähriger aus Torgelow wollte offenbar das große Geld mit Corona-Schnelltests verdienen. Er besaß zwar gar keine Tests, teilte die Polizei mit. Dennoch bot er sie einer Firma zum Verkauf an, wie Oberstaatsanwalt Tim Wischmann auf Nordkurier-Nachfrage erklärte. Die Firma habe auch zugegriffen und eine Summe von insgesamt 105.000 Euro an den Torgelower überwiesen, der mittlerweile in Neustrelitz wohnt. Die Tests kamen aber nicht an.

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Die Summe ist laut Wischmann an zwei Tagen im Dezember 2021 überwiesen worden. Am 22. Dezember habe der Torgelower eine Summe von 15.000 Euro verlangt und auch bekommen. Am 23. Dezember folgten sechs weitere Zahlungen über 15.000 Euro, so dass es zu der Summe von 105.000 Euro kommt. Der GmbH sei das offenbar als Anzahlung angekündigt worden.

Die Gesamtsumme der Lieferung hätte sich laut Staatsanwaltschaft sogar auf 650.000 Euro belaufen. Wieso die Firma vorab so viel Geld an den Torgelower überwiesen hatte, konnte der Oberstaatsanwalt auch nicht sagen. „Er hat offenbar sehr überzeugend gewirkt“, sagte er. Eines konnte Wischmann ausschließen: Bei dem Käufer habe es sich nicht um ein lokales Testzentrum gehandelt.

Um auf die Spur des Geldes zu kommen und um Beweise zu sichern, hatten Beamte der Kriminalpolizeiinspektion und des Kriminalkommissariats Anklam vor einigen Tagen die relevanten Wohnungen in Torgelow und in Neustrelitz durchsucht, informierten Polizei und Oberstaatsanwalt weiter. Die Polizisten nutzten dabei die Hilfe von Bargeld-Suchhunden der Bereitschaftspolizei.

24-Jähriger saß bereits wegen Betrug im Gefängnis

Die Hunde hätten laut Polizei jedoch nur eine Summe von knapp 8000 Euro „erschnüffelt“. Wo das restliche Geld geblieben ist, wieviel Tests der mutmaßliche Betrüger wirklich „verkauft“ hat und ob es Mittäter gibt, das müssten nun die laufenden Ermittlungen zeigen.

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Bei den Durchsuchungen sei der 24-Jährige auch gleich festgenommen worden, so die Polizei. Er sitze nun in Untersuchungshaft. Denn das Amtsgericht Pasewalk habe gegen den ehemaligen Torgelower schon am 24. Oktober einen Haftbefehl verhängt, ergänzte der Oberstaatsanwalt. Das Gericht habe außerdem einen sogenannten Arrestbeschluss für das Vermögen des mutmaßlichen Betrügers angeordnet, um gleich Werte und Beweismaterial zu sichern, die im Verfahren wichtig sein könnten.

Für den ehemaligen Torgelower ist es aber nicht der erste Gefängnisaufenthalt, erläuterte Tim Wischmann weiter. Denn er sei einschlägig vorbestraft und hatte laut Oberstaatsanwaltschaft wegen Betrugs schon eine Haftstrafe von einem Jahr und vier Monaten abzusitzen. Ende September 2022 sei er vorzeitig aus der Haft entlassen worden. Nun müsse sich der 24-Jährige vor dem Amtsgericht in Pasewalk verantworten. Dort sei er schon angeklagt.