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Fahrspaß

Tränen, Glücksgefühle und viele Oldtimer bei der Rallye Stettiner Haff

Uecker-Randow / Lesedauer: 5 min

Aus der ganzen Bundesrepublik reisten 45 Teams an, um mit der 20. Rallye Stettiner Haff ein weiteres Kapitel Rallye–Geschichte zu schreiben. Ein besonderes Erlebnis hatte ein Rand–Berliner.
Veröffentlicht:11.06.2023, 14:09

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Nein, einen Blitzstart musste keines der 45 Fahrzeuge zur 20. Rallye Stettiner Haff hinlegen, denn darauf kommt es bei dieser mittlerweile legendären Veranstaltung auch gar nicht an. Karsten Zimmermann hätte allerdings allen Grund dazu gehabt, denn der Trabi–Fahrer aus der Nähe von Berlin war einfach nur glücklich.

Karsten Zimmermann freut sich, dass er sich nun persönlich bei Inge Brähmer (links) und Erika Broese bedanken kann.
Karsten Zimmermann freut sich, dass er sich nun persönlich bei Inge Brähmer (links) und Erika Broese bedanken kann. (Foto: Katja Richter)

Wenige Minuten vor dem großen Start konnte der Nordkurier sogar ein paar Tränen in den Augen des Mannes entdecken. Da saß er zwischen zwei Damen und war sichtlich gerührt. „Jetzt kann ich mit Freude in die Rallye starten, denn ich konnte mich endlich persönlich bedanken“, sagte er. Fast wäre es allerdings nicht dazu gekommen, denn die beiden Damen wollten überhaupt gar kein Aufsehen. Doch Erika Broese und Inge Brähmer wurden gesucht, öffentlich gesucht.

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Im Nordkurier und in den sozialen Medien hatte Zimmermann nach dem ehrlichen Finder seiner Brieftasche gefahndet. Die hatte er Ende April bei einem Besuch seines Eggesiner Vereins „Rallye Trans“ verloren, und jemand hatte sie später in der Eisdiele abgegeben. Der Rand–Berliner wusste nur nicht, wer. Öffentlich hatte er dem Finder angeboten, sich direkt vor dem Rallye–Start zu bedanken. Das konnte er nun tun, denn die beiden Damen hatten sich zu erkennen gegeben.

Hier in Meiersberg begann eine Gleichmäßigkeitsprüfung. Alle Teilnehmer erhielten eine neue Startzeit.
Hier in Meiersberg begann eine Gleichmäßigkeitsprüfung. Alle Teilnehmer erhielten eine neue Startzeit. (Foto: Katja Richter)

Heimlich Zeiten gemessen

Für die 45 Teams ging es nach dem Start, den auch Erika Broese und Inge Brähmer mit Spannung verfolgten, zunächst eine Runde quer durch die Randowstadt, wo bereits die erste Kontrolle auf sie wartete, bevor die alten und neuen Schätzchen sich über Ueckermünde auf den Weg nach Meiersberg machten. Hier begann die nächste Gleichmäßigkeitsprüfung. Alle Teams erhielten auf ihrer Fahrerkarte eine neue Zeit und die Aufgabe, die nächste Etappe exakt in einer bestimmten Zeit zu fahren. Der ein oder andere wird denken: Das kann doch nicht so schwer sein!

Hans Peter Mehling und Ehefrau Petra sind alte Rallye-Hasen und immer wieder gern bei der Rallye Stettiner Haff dabei.
Hans Peter Mehling und Ehefrau Petra sind alte Rallye-Hasen und immer wieder gern bei der Rallye Stettiner Haff dabei. (Foto: Katja Richter)

Doch weit gefehlt, denn auch zwischendurch wurden an vielen Stellen im Verborgenen die Zeiten gemessen, die natürlich auch in die Bewertung einflossen. So eine Inkognito–Aufgabe übernahmen auch die Vereinsmitglieder Maren Andres und Tino Deporter. Sie erfassten Startnummern und Durchfahrtszeiten und leiteten sie sowohl auf dem elektronischen als auch auf dem altmodischen Papierweg weiter — sicher ist sicher.

Aufgeregter Fahrlehrer auf dem Beifahrersitz

Wie viel Spaß eine solche Rallye macht, das zeigten Hans Peter Mehling und Ehefrau Petra, als sie in die Nordkurier–Kamera lächelten. Schon seit vielen Jahren versucht das Paar, keine Rallye Stettiner Haff zu verpassen. Denn die Organisation dieser Veranstaltung beeindruckt die Mehlings. In diesem Jahr kam noch ein weiteres Lob der beiden Sachsen hinzu: Der Campingplatz der Familie Ertelt direkt an der Randow in Eggesin sei ganz toll. Hier hatten sie ihr Wohnmobil geparkt und mit weiteren Rally–Teams eine schöne Zeit verbracht.

Die Teilnehmer präsentieren ihre Rallyetechnik direkt am Museum für Technik und Kommunikation in Stettin.
Die Teilnehmer präsentieren ihre Rallyetechnik direkt am Museum für Technik und Kommunikation in Stettin. (Foto: ZVG)

Auf eine schöne Zeit hoffte auch der Eggesiner Udo Lehmann, der in diesem Jahr das erste Mal bei der Rallye dabei war. Zusammen mit seinem Freund und alten Rallye–Hasen Claus Dieter Lohde ging er mit der Startnummer 44 ins Rennen. Der Platz auf dem Beifahrersitz ist dem Fahrlehrer nicht unbekannt, die Aufregung und Anspannung vor einer Fahrt kennt er bisher allerdings nur von seinen Fahrschülern. "Es hat einfach Spaß gemacht“, sagt Udo Lehmann. Er und Claus Dieter Lohde wollen im nächsten Jahr wieder dabei sein.

Am Kontrollpunkt in Züsedom hupten und winkten die Teilnehmer, bevor sie ihre  Stempelkarte in Empfang nahmen. Danach ging die Fahrt weiter Richtung Polen. Tolle Oldtimer,  gute Stimmung, schöne Momente erlebten Fahrer und Zuschauer.
Am Kontrollpunkt in Züsedom hupten und winkten die Teilnehmer, bevor sie ihre  Stempelkarte in Empfang nahmen. Danach ging die Fahrt weiter Richtung Polen. Tolle Oldtimer, gute Stimmung, schöne Momente erlebten Fahrer und Zuschauer. (Foto: ZVG)

Durch die Uecker–Randow–Region bis nach Stettin

Nach der ersten Etappe am Freitag über Ueckermünde, Meiersberg, Anklam, Sarnow, Fleethof, Ferdinandshof und zurück nach Eggesin ließen die Teilnehmer den Abend dann bei Benzingesprächen ausklingen, bevor der zweite Tag sie nicht nur durch die Uecker–Randow–Region mit Halt in Züsedom, Ladentin und Schwennenz, sondern sogar bis nach Stettin führte. Hier präsentierten die Teilnehmer ihre Rallyetechnik direkt am Museum für Technik und Kommunikation in Stettin. Der Weg Richtung Ziel führte sie dann über Hintersee, Rieth und Christiansberg wieder nach Eggesin. 

Gesamtsieger

Ralf Schröder und Doreen Grunow

Sieger in den einzelnen Klassen

Alte Meister

Karsten Zimmermann und Kerstin Zimmermann 

LKW

Holger Bülow und Dieter Steingräber

Krad

Lennert Drews 

Klasse 1, PKW bis Baujahr 1960

Hans Peter Mehling und Petra Mehling

Klasse 2, PKW bis 1980

Ralf Schröder und Doreen Grunow

Klasse 3, bis 2000

Hannes Duckwitz und Klaus Matiej

Klasse 4, ab 2001

Yves Graver und Andreas Goldmann