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Stadtentwicklung

Ueckermünde schmiedet neue Pläne für Park, Ehrenmal und Deiche am Haff

Ueckermünde / Lesedauer: 4 min

Die Stadt nutzt seit vielen Jahren ein wichtiges Konzept für die weitere Entwicklung. Nun wird es aktualisiert und mit weiteren Vorhaben ausgestattet. Es geht um Sanierungen, Wohnungsbau und Tourismus.
Veröffentlicht:20.09.2023, 12:30

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Die Reaktivierung des Altstadtquartiers Ecke Bergstraße/Ueckerstraße ist eines von vielen Vorhaben, die aus städteplanerischer Sicht in den nächsten Jahren in Ueckermünde angepackt werden sollten. Genauso die Sanierung des Amtsgerichts in der Gerichtsstraße und eine Wohnbebauung auf dem Areal der ehemaligen Gasanstalt in der Kastanienallee. Aber auch die Entwicklung eines Wassersportzentrums, der Bau eines Resorthotels am Strand, ein Indoorspielplatz zur Saisonverlängerung und die Verbesserung des Umfeldes der Haff-Grundschule sind in der langen Liste der Schwerpunktmaßnahmen zu finden.

Barbara Genschow vom Wirtschaftsinstitut WIMES aus Rostock stellte den Entwurf der dritten Fortschreibung des Integrierten Stadtentwicklungskonzepts (ISEK) jetzt im Bürgersaal vor.

Bootstaxi lässt sich nicht so einfach umsetzen

An der Ecke zur Bergstraße gebe es einen privaten Eigentümer, erläuterte Barbara Genschow den nur etwa 20 Zuhörern. „Mit ihm muss man übereinkommen, damit die Ecke gestaltet werden kann.“ Diese Maßnahme sei wie die gewünschte Sanierung des privaten Amtsgerichtshauses und die Bebauung der Gasanstalt aus dem vorherigen Plan übernommen worden. Auch die Ideen von Wohnbebauungen an der Grabenstraße 3 und am Neuen Bollwerk in der Baulücke zögen sich schon über Jahre.

Auf dem Areal der Gasanstalt seien die Koksreste im Boden schon beseitigt worden, erläuterte Bürgermeister Jürgen Kliewe. Momentan laufe ein Monitoring auf der kreiseigenen Fläche zu weiteren Auswirkungen. Das regionale Wassersportzentrum sei eine Idee aus der Stadtpolitik. Dort sollten die Besucher auch Bootsführerscheine erwerben können. Das erhoffte Bootstaxi als Pendelverkehr zwischen Stadt und Strand könne nicht so einfach umgesetzt werden. Dazu brauche es private Initiativen, so der Bürgermeister.

Resorthotel, Reha-Klinik und Bühne 

Außerdem sollen Wander-, Rad- und Reitwege auf Deichen, im Wald und am Haff geschaffen werden. In Zusammenarbeit mit anderen Kommunen könne ein Deichwandernetz entstehen. Radwege auf Deichen zu schaffen, sei aber noch nicht überall möglich, erläuterte Kliewe. Denn die Deiche hätten die neue Normhöhe für den Hochwasserschutz noch nicht. Wenn sie angeglichen wäre, könne man dort asphaltierte Wege anlegen. 

Neu aufgenommen ist die Gestaltung des Parks zwischen Belliner Straße und Parkweg und damit zusammenhängend die Wiederbelebung des Platzes der Sportler und des Ehrenmals. Das geplante Hotel am Strand ist enthalten. Der Bürgermeister sieht hier keine Verdrängung von einheimischer Bevölkerung, wie er es von Usedom wisse. „Es handelt sich um ein Hotel und um keine Bettenburgen“, betonte er. Auch der Strand sei groß genug, so dass sich auch Einheimische erholen könnten. Nach dem Entwurf sollten außerdem eine Reha-Klinik und eine Bühne im Strandpark entstehen, der Strand solle aufgewertet und die Regionale Schule zur Inklusionsschule umgebaut werden. Letzteres wolle die Stadt zwischen 2024 und 2026 anpacken.

Beim Punkt „weitere neue Wohnbauflächen in Ueckermünde Ost“ hakte Andrea Stöckel von der Ueckermünder Wohnungsbaugesellschaft (UWG) nach. Die UWG habe zwar Nachfragen für modernen Wohnraum, das Problem sei aber die Finanzierung, weil sich bei den derzeitigen Baukosten die hohen Mieten nicht realisieren ließen. Schon gar nicht in der Gartenstadt in Ost und wenn die Hälfte der neu gebauten Wohnungen Sozialwohnungen sein müssten.

Neue Skaterbahn begeistert

Madlen Brückner, Vorsitzende des Vereins für Handel und Gewerbe Ueckermünde, war von der neuen Skaterbahn begeistert. Sie regte an, im Bereich dahinter noch einen Fußball- und Basketballplatz zu errichten, um den gut einsehbaren Platz als Sport- und Treffpunkt für Jugendliche zu erweitern. Kathleen Fleck (CDU) machte darauf aufmerksam, bei allem auf die Barrierefreiheit zu achten.

Eine Bürgerin fragte nach einem Regionalladen wie in Rothenklempenow. In Ueckermünde gebe es den Regionalwarenladen im Kulturspeicher und Produkte in der Oststraße in Ueckermünde. Die GWW habe auch Ideen für ein Geschäft, hieß es.

Für Jürgen Kliewe ist das ISEK eines der wichtigsten Planungsinstrumente der Stadt. Der vorgestellte Entwurf soll im Dezember von den Stadtvertretern beschlossen werden.